Bitcoin auf 65.000 US-Dollar zurückgeworfen – Kryptomärkte in Angst

Die Bitcoin Preiskurve ist in der Nacht bis auf 60.000 US-Dollar abgestürzt und stabilisiert sich am Freitagmorgen bei um 65.000 US-Dollar. Ethereum trifft es ebenso wie Solana und XRP ähnlich hart, die Märkte spüren Angst.

Bitcoin Optimismus ist vorerst abgehakt, die Krypto-Leitwährung ist über die letzten drei Wochen von fast 97.000 auf aktuell rund 65.000 US-Dollar eingebrochen. In der Nacht kam sogar die Unterstützungslinie von 60.000 US-Dollar bei Bitcoin ins Wackeln, hielt aber vorerst. Doch es bleibt unübersehbar: Bitcoin ist auf Preisniveaus von 2024 zurechtgestutzt, als Donald Trump noch im Wahlkampf um das Weiße Haus kämpfte. Führende Altcoins können dem Trend nicht trotzen, für Solana geht es mit jetzigen Notierungen von unter 80 US-Dollar kurstechnisch zurück ins Jahr 2023. Werden jetzt Scherben aufgefegt oder muss Bitcoin fortgesetzten Preisverlust fürchten?

– Zugeschlagen haben in den letzten 24 Stunden insbesondere Dynamiken, die an Handelsplätzen für Krypto Derivate hochkochten. Daten von Coinglass zeigen, dass dort allein schon Bitcoin Positionen von 1,3 Milliarden US-Dollar liquidiert wurden. Ethereum und andere wichtige Altcoins wie Solana standen hinter weiteren Liquidierungen von fast 1 Milliarde US-Dollar. Erwischt hat es überwiegend Trader, die sich „long“ aufgestellt hatten, also Bitcoin und Co. Zugewinne zutrauten.

XRP (Ripple) spielt an den Märkte für Krypto-Derivate nur eine Nischenrolle,  doch die Wochenverluste addieren sich knapp 30 Prozent. XRP notiert nun unter 1,30 US-Dollar, was dennoch vergleichsweise stark erscheint. Denn die Ripple Kryptowährung stand vor dem Wahlsieg von Trump im November 2024 noch bei rund 50 Cent. XRP profitierte von dem Politikwechsel überdurchschnittlich stark, weil er eine Einigung im Rechtsstreit mit der Börsenaufsicht SEC ermöglichte.  

– Ethereum landet mit Preisen knapp 1.900 US-Dollar und einem Wochenminus von 31 Prozent hart auf dem Boden der Tatsachen. Zum Allzeithoch von knapp 5.000 US-Dollar vor einem halben Jahr muss Ethereum nun schon 62 Prozent aufholen. Bei Bitcoin beträgt der Rückschritt vom Allzeithoch 126.000 US-Dollar vor vier Monaten derzeit ziemlich genau 50 Prozent. 

– Solana hatte vor zwölf Monaten sein Allzeithoch von 295 US-Dollar aufgestellt und rennt diesem nun 73 Prozent hinterher. Bei XRP stammt das Allzeithoch von 3,65 US-Dollar aus dem letzten Juli und die Verluste seitdem betragen jetzt 65 Prozent. Binance Coin (BNB) konnte im Oktober 2025 bis auf ein Allzeithoch von 1.370 US-Dollar klettern und sieht sich nun um 55 Prozent zurückgeworfen bei Preisen um 620 US-Dollar.

– Die Bitcoin ETFs haben am gestrigen Börsendonnerstag 434 Millionen US-Dollar Kapitalabfluss verzeichnet, bei den Ethereum ETFs waren es 80 Millionen US-Dollar Minus. Diese Krypto ETFs in den USA gelten als Indikator für die Stimmung unter institutionellen Investoren und verkraften nun monatlich betrachtet schon seit länger als einem Vierteljahr rückläufige Entwicklungen, wie Daten von SoSo offenlegen.

Auch Bitcoin Miner und Unternehmen leiden, Kryptobranche zittert

De MSTR Aktie des umstrittene Bitcoin Unternehmens Strategy hat ein Tagesminus von 17 Prozent hinnehmen müssen und ist zurück bei Niveaus vom Februar 2024. Das führende Ethereum Unternehmen Bitmine Immersion macht mit seiner BMNR Aktie 15 Prozent Tagesminus und notiert damit so niedrig wie nie seit der Markteinführung im zurückliegenden Juni. Börsennotierte Bitcoin Miner wie IREN, RIOT oder CleanSpark (CLSK) haben zwischen 15 und 20 Prozent Tagesminus eingefahren, halten sich aber deutlich über historischen Tiefständen. Hier hilft, dass Bitcoin Miner Künstliche Intelligenz (KI) und die Bereitstellung von Rechnerkapazitäten in 2025 als Zusatzgeschäft erschlossen haben und so ihre Abhängigkeit von BTC reduzierten.

Hiobsbotschaften für Bitcoin und Co. von allen Seiten

Die Krypto-Plattform Gemini hat gestern per Blogpost ihren Rückzug vom EU-Markt angekündigt und gibt 25 Prozent ihrer Beschäftigten den Laufpass. Das Königsreich Bhutan verkauft einen Teil seiner Bitcoin Reserven, meldet der Datendienst Arkham per X. Wer momentan nach positiven Nachrichten für Bitcoin und Co. sucht, wird enttäuscht. Diskutiert wird stattdessen, wie tief der Absturz noch führen könnte.

Fazit: Kann sich Bitcoin über das Wochenende berappeln?

Das Stimmungsbarometer für die Kryptomärkte ist auf 5 von 100 möglichen Punkten gecrasht, „extreme Angst“ drückt dies aus. Vor wenigen Tagen galt die Marke von um 60.000 US-Dollar noch als Sicherheitsnetz für Bitcoin – doch bei den jetzigen Dynamiken könnte sich das als Trugschluss erweisen. Am heutigen Freitag richtet sich der europäische Anlegerblick auf die US-Börsen, die das Wochenende zeitversetzt einläuten. Spätestens dann stellt sich heraus, ob Bitcoin noch Kraft findet, um das Ruder herumzureißen. Bei BTC Preisen unter 60.000 US-Dollar aber droht freier Fall, 45.000 und 38.000 US-Dollar gelten dann als kritische Marken. Ethereum, Solana, XRP, Binance Coin als führende Altcoins scheinen sich einmal mehr ganz und gar an der Preisentwicklung von Bitcoin zu orientieren. Krypto Hoffnungen zerplatzen in diesen Tagen und aus Angst könnte Panik werden – Bitcoin steht dabei wie gewohnt im Mittelpunkt. 

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*