Ethereum: Personalwechsel an Stiftungsspitze – neuer Direktor wird gesucht

Die Ethereum Stiftung ist in der Community umstritten, manchen scheint die Ausrichtung nicht wirtschaftsfreundlich genug. Die bisherige Direktorin Aya Miyaguchi wird nun Präsidentin, ihr Nachfolger ist noch nicht benannt.

Ethereum (ETH) setzt wie viele andere Kryptowährungen auf eine Stiftung, um Entwicklungsarbeit zu organisieren und Außenkommunikation zu betreiben. Im Januar war ein Streit um Zielsetzungen für die Ethereum Stiftung entbrannt, der Ruf nach mehr Nähe zur Wirtschaft wurde laut. Auch Stiftungsdirektorin Aya Miyaguchi stand in der Kritik – jetzt zog sie Konsequenzen. Mit einem offenen Brief gab Miyaguchi  bekannt, künftig die Position als Präsidentin der  Ethereum Stiftung zu übernehmen. Wer anstatt ihr das Tagesgeschäft leiten soll, ist noch nicht bekannt.

Ethereum Erfinder Vitalik Buterin bedankte sich auf X bei Aya Miyaguchi für sieben Jahre Arbeit als Stiftungsdirektorin und hob ihren Führungsstil hervor. Durch diesen habe Ethereum Herausforderungen bewältigt, etwa regelmäßige technologische Upgrades, Workshops und Konferenzen wie Devcon. Miyaguchi lasse anderen den Vortritt beim Rampenlicht, so Buterin, nun werde sie aus ihrer neuen Position die Ethereum Stiftung unterstützen. Er deutete an, dass die Führungsstruktur der Ethereum Stiftung vor einer Reform steht, Informationen dazu sollen bald veröffentlich werden.

Muss die Ethereum Stiftung sich an Wirtschaftsfragen orientieren?

Aya Miyaguchi machte in in ihrem Brief noch einmal klar, dass sie die Ethereum Stiftung als neutrale Instanz versteht. ETH solle nicht wie eine Maschine wachsen, sondern wie ein Garten mit Artenvielfalt. Solche Wertvorstellungen legen die Basis für langfristigen Erfolg von Ethereum, schreibt Miyaguchi. Mögliche Kooperationen mit der Großwirtschaft erwähnt Miyaguchi überhaupt nicht, sie will sich nun auf institutionelle Beziehungen der Ethereum Stiftung konzentrieren. Ob sich Buterin dazu durchringt, auch einen Vertreter des wirtschaftsfreundlichen Lagers in die Führungsetage der Stiftung zu berufen, bleibt abzuwarten. Buterin hatte Miyaguchi gegen Kritik entschieden verteidigt und sieht Ethereum nicht als kommerzielles Projekt.

Unterdessen trafen die führenden Ethereum Entwickler zu der halbjährlichen Online-Fragestunde bei Reddit zusammen. Aktuelles Thema war das bevorstehende Pectra Upgrade, welches ETH Nutzerfreundlichkeit verbessern soll. Anvisiert ist weiterhin ein Launch von Pectra bei Ethereum im März, doch im Testnet traten zuletzt unerwartete Probleme auf.

Fazit: Ethereum im Wandel – wie weit reicht Buterins Reformwillen?

Buterin benannte bei dem Online-Treffen mit der Community die Layer-2 Lösungen und Staking-Service Anbieter als Risikofaktoren. Sie könnten durch Marktmacht das Neutralitätsgebot von Ethereum gefährden, so Buterin. Auch hier war herauszulesen, dass Buterins Vision von Ethereum einer Graswurzelinitiative ähnelt, welche Abhängigkeiten unbedingt vermeidet. Ob das auch Anleger überzeugt, die sich von mehr Wirtschaftsnähe bei Ethereum Kursgewinne versprechen? In einem nervösen Gesamtmarkt tut sich ETH seit Monaten schwer und verliert Marktanteile, ein neues und prominentes Gesicht als Direktor der Ethereum Stiftung könnte notwendige Impulse liefern.


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