ICOs reservierten sich selbst Token im Wert von 24 Mio. US Dollar

ICOs sind laut einer Analyse nicht nur durch eingesammeltes Kapital profitabel für die Herausgeber, sondern auch durch die an sich selbst verteilten Coins. Auf gut 24 Milliarden US-Dollar wird der Wert geschätzt, den die Coins zur Veröffentlichung hatten, die ICO-Teams für sich einbehalten haben. Mittlerweile ist dieser Wert allerdings stark geschrumpft. 

Selbstbedienung oder fairer Lohn für harte Arbeit? BitMex Research und TokenAnalysts haben ICOs genauer unter die Lupe genommen. Dabei kommen sie zu dem Ergebnis, dass sich die Teams mit Coins mit einem ursprünglichen Wert von etwa 24,2 Milliarden US-Dollar selbst bedacht haben. Untersucht wurden 108 ICOs der vergangenen Jahre. Demnach gingen Token im Wert von gut 21 Milliarden US-Dollar am Tag des ICOs an die verantwortlichen Teams, die sich später noch einen Nachschlag im Wert von etwa 3 Milliarden US-Dollar genehmigten. Aktuell halten die Teams den Daten zufolge nur noch Coins im Wert von etwa 5 Milliarden US-Dollar. Ein großer Teil (54 Prozent) des Vermögens in Digitalwährungen ging mittlerweile durch Kursverluste verloren, ein Teil der Token wurde verbannt und ein Teil im Wert von ungefähr 1,5 Milliarden US-Dollar veräußert. Ganz genau sind die Werte allerdings nicht, da die Teams nicht immer transparent sind mit ihren eigenen Token. Trotzdem lässt sich durch die öffentlichen Blockchains gut erkennen wo welche Token gelandet sind.

Veritaseum und NOAH besonders spendabel bei den ICOs an sich selbst

In der TOP 10 der Kryptowährungen, die am meisten Wert in Tokens an sich selbst spendiert haben, führt Veritaseum (VERI) mit knapp 5 Milliarden US-Dollar. Dabei fällt auf, dass bei Veritaseum nur 2,14 Millionen Token im freien Umlauf sind von den 100 Mio. Token, die erzeugt wurden. Platz zwei geht an NOAH, wobei dort beachtet werden sollte, dass die Mehrheit der Token verbrannt wurden. In den TOP 10 finden sich weiter KIN, SingularityNET (AGI), Polymath Network (POLY), Huobi Token (HT), Gnosis (GNO), QASH, Maker (MKR) und Telcon (TEL). Interessant ist auch, dass sich die ICO-Teams zusätzlich mit eingenommenen Ethereum (ETH) im Wert von etwa 5,4 Milliarden US-Dollar belohnten. Zusammengerechnet bedeutet dies, dass die ICO-Temas aktuell auf Profite von immer noch beeindruckenden 12,8 Milliarden US-Dollar kommen. „Das Geld wurde unglaublich einfach mit sehr wenig Arbeit, Rechenschaftspflicht und Transparenz gemacht“, urteilen die Autoren der Analyse. ICOs hätten bewiesen, ein „extrem attraktiver Weg“ zu sein, um Projekte zu finanzieren. Die Ergebnisse für Investoren hingegen seien bei Weitem nicht so erfolgreich.

Was ist bei bei ICOs zu bedenken?

Die jetzt veröffentliche Studie stützt sich auf zwei vorhergehende Untersuchungen, die ebenfalls versuchten, etwas mehr Licht in die oft wenig einschaubare Welt von ICOs zu bringen. Nun sind die Zahlen, die aktuelle Werte betreffen, durch den Krypto-Winter 2018/19 ungewöhnlich stark beeinflusst. Doch das Kurzfazit bleibt: Bei ICOs gewinnen fast immer nur die Herausgeber. Dies solltest du im Hinterkopf behalten, wenn Projekte wie der BitTorrent Token an den Start gehen. Der Großteil der untersuchten Tokens ging früher oder später nach den ICOs in der Bedeutungslosigkeit unter. Da das mittlerweile auch die meisten Anleger verstanden haben, hat sich der ICO Markt auch deutlich abgekühlt wie wir an den derzeitigen ICO Finanzierungen sehen.

ICO Funding 2017 und 2018

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