XRP (Ripple) und Solana: Bei den ETFs zeigen sich deutliche Unterschiede

Seit gut einem halben Jahr sind XRP (Ripple) und Solana als ETFs an klassischen US-Börsen präsent. Nachfrage besteht – aus unterschiedlichen Anlegergruppen. Was macht die XRP und Solana ETFs jeweils besonders?

Seit 2024 haben sich die Kryptomärkte daran gewöhnt, Bitcoin ETFs als Wachstumsmotor zu begreifen und dortige Anlage-Trends in die BTC Bewertung einfließen zu lassen. Abgeschwächt gilt das auch für Ethereum ETFs, die ebenfalls in 2024 auf den Markt kamen. Erst in 2025 dann legten Krypto ETFs für andere Altcoins los, XRP (Ripple) und Solana (SOL) waren hier die prominentesten Vertreter. Im Vergleich zu anderen ETF Debütanten wie für Dogecoin oder Litecoin treffen XRP und Solana an den klassischen Börsen auf mehr als hundertmal soviel Interesse and Anlegergelder – Zeit für eine Analyse:

– Die insgesamt fünf XRP ETFs in den USA haben laut SoSo-Daten seit ihrem Handelsstart rund 1,2 Milliarden US-Dollar angelockt. Bloomberg Spezialist James Seyffart  sieht das als Erfolg, insbesondere weil die Preiskurve von XRP im beobachteten Zeitraum um rund 40 Prozent ins Minus fiel. Seyffart betont, dass bei den XRP ETFs Privatanleger die Musik bestimmen. Denn momentan ist Zeit für Quartalsberichte (F13) von Großanlegern und Institutionen. Diese machen nur 16 Prozent des in XRP ETFs investierten Kapitals aus, für die große Mehrheit aber sind „XRP Super Fans“ verantwortlich, wie Bloomberg Kollege Eric Balchunas sie nennt.

– Ganz anders das Investorenbild bei den Solana ETFs. Sie kamen Ende Oktober 2025 rund einen Monat nach den XRP ETFs auf den Markt und haben seitdem rund 1 Milliarde US-Dollar Kapitalzufluss verzeichnet. Und auch wie bei der Ripple Kryptowährung hat Solana seit dem ETF Debüt deutlich verloren, etwa 55 Prozent ist die SOL Preiskurve in diesem Zeitraum gefallen. Aber die insgesamt acht Solana ETFs finden institutionelle Investoren und Großanleger, für knapp 50 Prozent des Kapitals  wurden dementsprechend F13-Quartalsberichte abgegeben.

– Ein Grund für die unterschiedlichen Investorengruppen bei XRP und Solana ETFs dürfte das Thema Staking sein. SOL lässt sich zum Staking hinterlegen und liefert dann derzeit etwa 7 Prozent Jahreszins in Solana, die meisten ETFs nutzen diese Möglichkeit. XRP hingehen kommt in seinem Konzept ohne Staking aus. Die Aussicht auf Zinszahlungen bei den Solana ETFs dürfte es mittel- und langfristig denkenden Anlegern leichter machen, Kursschwächen auszusitzen.

– Ein anderes Argument: Solana wird durch seine starke Position in der Sparte Dezentralisierte Finanzen eine Rolle als Alternative zu Ethereum zugetraut, auch in den Sparten Meme-Coins und NFTs ist das SOL Ökosystem ganz vorne mit dabei. XRP hingegen trägt zwar den klangvollen Namen Ripple mit sich, findet im Konzept des Krypto-Unternehmens aber immer weniger Beachtung und keine überzeugenden Anwendungsfälle. Unser XRP Jahresrückblick 2025 skizziert die Probleme im Haus Ripple, welche professionelle Anleger abschrecken könnten.

Fazit: Krypto ETFs keine Selbstläufer, aber für XRP und Solana passend

Die Solana ETFs und die für XRP behaupten sich am Markt und langfristige Folgen bleiben abzuwarten. Das Bild bei anderen Krypto ETFs, die in den letzten 12 Monaten debütierten, ist ernüchternd: Drei Dogecoins ETFs haben zusammen gerade 7 Millionen US-Dollar angelockt, der einzige Litecoin ETF  9,9 Millionen, der für Polkadot noch keinen Cent außer einem Seed-Investment, ein Avax ETF meldet 9 Millionen US-Dollar – für die Kryptoindustrie sind das „Peanuts“. Aber mit Bitcoin, Ethereum, XRP und Solana sind jetzt vier Kryptowährungen im ETF-Markt in den Regionen angesiedelt, wo in Milliarden statt Millionen gedacht wird – vor fünf Jahren noch waren solche Ergebnisse unvorstellbar.

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