Monero (XMR) hat über Nacht neue Allzeithochs erreicht, am Dienstagmorgen gilt nun 658 US-Dollar als Rekordpreis. Gründe für das Monero Momentum sind eng mit dem Status Privacy Coin verknüpft.
Die Stimmung an den Kryptomärkten ist von Stagnation geprägt, Bitcoin als Leitwährung kann aktuell keine Impulse liefern. Aber ein Altcoin sticht deutlich aus dem grauen Allerlei hervor: Monero (XMR), bekannt als führender Privacy Coin. Am gestrigen Montag knackte Monero sein bisher gültiges Allzeithoch von 542 US-Dollar, welches noch aus 2018 stammte. Dann tastete sich die XMR Preiskurve an 600 US-Dollar heran, nahm die Hürde über Nacht mühelos und am heutigen Dienstagmorgen steht für Monero ein neues Allzeithoch von 658 US-Dollar in den Büchern, 20 Prozent Plus im Vergleich zum Rekordpreis aus 2018.
Monero Momentum unübersehbar, XMR nähert sich der Krypto Top Ten
Mit diesem Momentum im Rücken kommt Monero jetzt auf eine Marktkapitalisierung von rund 12 Milliarden US-Dollar, was Platz Zwölf unter den wichtigsten globalen Kryptowährungen beschert. Die Gründe für die XMR Rallye sind vielfältig, haben aber den Fixpunkt Privacy Coin gemeinsam. Zeit für eine Analyse:
– Die Sparte Privacy Coins liegt seit dem Spätsommer im Trend, als Zcash (ZEC) zum Preisspurt ansetzte. Dieser Privacy Coin war zuvor wenig beachtet, Monero der unumstrittene Marktführer. Doch der öffentliche Einsatz von Krypto-Promis wie Arthur Hayes für ZEC trug Früchte, Zcash machte viele Hundert Prozent Plus in der Preiskurve und überrundete Monero Anfang November 2025 auch bei der Marktkapitalisierung.
– In der Monero Community musste man Ende 2025 tief durchatmen, Zcash wurde mit Kritik an angeblichen Schwächen des Privacy Konzepts von ZEC überzogen. Parallel nahm auch die Preisentwicklung von XMR an Fahrt auf, erreichte ein Jahreshoch und Monero konnte Zcash die Krone des Marktführers unter den Privacy Coins wieder abknüpfen. Klar war zu dem Zeitpunkt bereits: Unter Krypto-Anlegern wächst die Gruppe, welche einen Altcoin in ihrem Portfolio vertreten haben möchte, bei dem Transaktionen so organisiert werden können, dass Sender und Empfänger nicht durch Blockchain-Daten identifiziert werden können – entscheidendes Merkmal für die Privay Coins Monero und Zcash.
– In der vergangenen Woche bebte bei Zcash das Privacy Coin Fundament. Das in der Electric Coin Company gebündelte Entwicklerteam von ZEC verkündete über ihren Chef Josh Swihart per X den Rückzug wegen „unmöglicher“ Arbeitsbedingungen, die Zcash Stiftung versuchte per Mitteilung, die Situation zu beruhigen. Doch das Team Monero beobachtete einen Preissturz bei Zcash als Ergebnis des Weggangs der zentralen ZEC Entwickler.
– In dieser Woche dann setzte Monero zu seiner Rallye an und machte bisher insgesamt etwa 45 Prozent Plus mit dem Ergebnis Allzeithoch. Die Probleme bei Zcash führte zu Kapitalumschichtungen Richtung XMR und die seit September 2025 zu Privacy Coins strömenden Neueinsteiger bleiben am Ball.
Bei Monero ist finanzielle Privatsphäre Bürgerrecht
Finanzielle Privatsphäre werde von Bürgern zunehmend als grundlegendes Ziel eingestuft, beschreibt beispielsweise Riccardo Spagni aka fluffpony die Entwicklung. Er war bei Monero lange eine der führenden Figuren und sieht „dystopische Systeme“ um sich herum, die wissen wollen, wer sein Geld wo und wann für was bei wem ausgibt. Banküberweisungen und Kreditkarten sind vor der Neugier von Behörden keine Absicherung, aber auch Transaktionen von Bitcoin, Ethereum und Co. werden auf Blockchains öffentlich und für alle Ewigkeiten dokumentiert.
Monero schützt als Privacy Coin vor solcher ungewollter Öffentlichkeit mit dem Prinzip „Ringsignatur“ (englisch: Ring Signature), welche jede XMR Transaktion automatisch über einen Pool mit vielen abwickelt und so Absender und Empfänger wirkungsvoll verschleiert. Als 2024 Nachrichten zirkulierten, Monero sei für Experten doch nachverfolgbar, entpuppte sich das als Ente – wer beim Umgang mit XMR einfache Regeln beachtet, bleibt anonym.
Regulierer und Strafverfolger hassen Monero weltweit
Dieses Monero Feature hat schon seit geraumer Zeit dazu geführt, dass staatliche Strafverfolger und Regulierer XMR einen Riegel vorschieben möchten. Die Finanzaufsicht in Dubai hat gerade ein Verbot von Privacy Coins wie Zcash und Monero in Kraft gesetzt, große Kryptobörsen wie Binance und Coinbase nahmen XMR schon spätestens 2024 aus dem Programm. Manche Beobachter erwarteten damals, Monero sei ohne Präsenz auf den prominenten Marktplätzen auf dem absteigenden Ast – aber sie lagen falsch.
Tatsächlich ist XMR als Privacy Coin beliebt wie nie zuvor. Ein Teil der Monero Nutzerbasis allerdings ist dem kriminellen Milieu zuzurechnen, welche die finanzielle Anonymität bei Drogengeschäften zu schätzen wissen. Auch Geldwäsche und Terrorfinanzierung sind für Monero kein Fremdwörter. Auf der anderen Seite ist Bargeld legal und es gibt gute Argumente für Krypto-Millionäre, ihren Reichtum lieber geheim zu halten, da Überfälle und Erpressungen zunehmen.
Fazit: Privacy Coin Monero knackt Rekorde – Zcash fällt zurück
In der EU ist ein offizielles Verbot von Privacy Coins noch in der Vorbereitung. Monero hat durch seine Wertentwicklung bereits beweisen, solche Hindernisse nehmen zu können. XMR Nutzer tauschen etwa Bitcoin auf dezentralisierten Kryptoplattformen in Monero und umgehen damit Verbote oder Einschränkungen anonym. Bei Zcash sind Privacy Features kein Muss, sondern nur eine Option. Deshalb ist ZEC auch weiterhin bei Binance, Coinbase und anderen führenden Kryptobörsen vertreten, was die Preissprünge in 2025 erleichterte. Aber so ist Zcash nur eingeschränkt ein Privacy Coin und der Abgang des Entwicklerteams lässt an der Zukunftsfähigkeit von ZEC zweifeln. Monero demonstriert mit seinen Rekordpreisen unterdessen Stärke und darf darauf hoffen, von der steigenden Nachfrage nach Privacy Coins in 2026 weiterhin spürbar zu profitieren.

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