Bitcoin unter 63.000 Dollar, Ethereum besiegt Energiehunger — Block-Builders Briefing

US-Präsident Donald Trump zettelt Streit mit China an, Bitcoin und Co. reagieren wie die Finanzmärkte pessimistisch. Ethereum ist extrem energiesparsam geworden. Das und mehr im Block-Builders Briefing.

BITCOIN

Bitcoin notiert am Freitagmorgen bei knapp 63.000 Dollar und hat so 3 Prozent Tagesminus gemacht. Die Bitcoin ETFs verzeichneten am Börsendonnerstag 79 Millionen US-Dollar Kapitalzufluss.

Der Vermögensverwalter T. Rowe Price hat einen Krypto ETF an die Börse gebracht, der als erster seiner Art auf ein aktives Management setzt und ein Bündel von Kryptowährungen abbildet. Laut Unternehmensangaben sind im T. Rowe Price Crypto ETF mit dem Kürzel TKNZ zum Start knapp 41 Prozent Bitcoin enthalten. Bloomberg Experte Eric Balchunas schreibt dazu auf X, dass BTC „untergewichtet“ sei. Tatsächlich beträgt die Marktdominanz von Bitcoin aktuell rund 58 Prozent, zweitwichtigste Kryptowährung ist Ethereum mit etwa 10 Prozent.  Im T. Rowe Price Crypto ETF ist ETH mit 18 Prozent vertreten, gefolgt von Binance Coin (BNB) mit 11 Prozent, Solana (9,5 Prozent) und XRP (Ripple) mit 9,4 Prozent. Dazu kommen Hyperliquid (6,5 Prozent), Stellar (XLM) mit 3 Prozent und Dogecoin mit 1,3 Prozent. T. Rowe Price erhebt anfangs eine Managementgebühr von 0,75 Prozent und will diese von Mai 2027 an auf 0,9 Prozent erhöhen. Der US-Vermögensverwalter ist mit rund 1,7 Billionen Dollar in seiner Obhut ein Schwergewicht der Branche, nun wird spannend, ob der TKNZ ETF bei Kunden und Anlegern ankommt  und wie schnell die Macher bei der Zusammensetzung des Korbs aus Kryptowährungen auf Marktbewegungen reagieren. 

ETHEREUM

Ethereum ist mit einem Tagesminus von 5 Prozent auf gut 1.800 Dollar zurückgefallen. Die Ethereum ETFs mussten am Börsendonnerstag 28 Millionen US-Dollar Kapitalabfluss hinnehmen.

Der Energieverbrauch von Bitcoin ist ein umstrittenes Thema. Ethereum reagierte 2022 mit einem Protokollwechsel auf vergleichbare Kritik und wollte so seinen Energiebedarf um 99 Prozent senken. Eine aktuelle Studie der Universität Cambridge bestätigt nun die Erreichung dieses ETH Ziels und setzt für das Ethereum Netzwerk einen Verbrauch von etwa 7,9 GWh jährlich an. Vor dem Protokollwechsel waren es demnach mehr als 21.000 GWh im Jahr. Die Experten schreiben weiter, dass knapp 40 Prozent des Ethereum Energiebedarfs durch erneuerbare Energien bedient werden, 17 Prozent kommen von Atomkraftwerken und 28 Prozent von Gas. Damit sei Ethereum im Energiemix deutlich umweltverträglicher als der globale Durchschnitt. Der ETH Jahresverbrauch an Energie entspricht etwa der Hälfte dessen, was das British Museum allein benötige, geben die Autoren der Studie als Vergleichspunkt. Für Umweltschützer, die in Krypto investieren, ist Ethereum so also eine gute Wahl.

ALTCOINS

Gewinner des Tages ist PI mit 5 Prozent Plus, das Projekt kommt aber immer noch auf 23 Prozent Wochenminus. PI scheint mit seiner auf Smartphones fixierten Strategie zu scheitern.

Verlierer des Tages ist Hyperliquid mit 11 Prozent Minus. HYPE ist als DEX ein Shooting Star der letzten anderthalb Jahre und erfährt nun womöglich Preiskorrektur.

Das Krypto-Stimmungsbarometer fällt in der Zone „Angst“ leicht zurück, die Provokationen von US-Präsident Donald Trump Richtung China und tägliche Bombardements im Iran-Krieg belasten die Finanzmärkte weltweit.

AUS DER KRYPTOINDUSTRIE

Der Hardware Wallet Hersteller Ledger reagiert auf den Siegeszug von Künstlicher Intelligenz und stellt zwei neue Tools. In der zugehörigen Dokumentation wird klar, dass Ledger KI-Agenten keinen Riegel vorschieben will, sondern einen sicheren Kompromiss zwischen Benutzerfreundlichkeit und Praxistauglichkeit sucht. KI-Agenten dürfen nun Transaktionen vorbereiten, die endgültige Bestätigung muss aber weiter durch einen Menschen direkt an der Hardware Wallet erfolgen. CEO Pascal Gauthier hatte schon im März in einem Blogpost die Risiken und Herausforderungen für Hardware Wallets durch KI beschrieben und und später auch eine Roadmap für die Entwickler vorgelegt. Die Vorstellung, dass ein KI-Agent vollständig die Kontrolle über Deine Krypto-Guthaben übernehmen könnte, scheint beunruhigend. Aber auch bei Ledger klingt durch: Die jetzigen Maßnahmen sind eine Momentaufnahme und wohl noch nicht das letzte Wort.

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