Binance, Bybit, Bitget und Co.: USA lassen ausländische Kryptobörsen zu

Die USA hatten große ausländische Kryptobörsen wie Binance, Bybit und Bitget bislang ausgesperrt. Nun ändert die zuständige Bundesbehörde CFTC ihre Position und will die Registrierung solcher Marktplätze genehmigen.

Der von US-Präsident Donald Trump angeordnete „Krypto Sprint“ bringt ein nächstes Ergebnis vor: Der Bann ausländischer Kryptobörsen wird beendet und Plattformen wie Binance, Bybit und Bitget bekommen ein klares Regelwerk dazu, wie sich in den USA legal registrieren können. Dies machte die zuständige Commodity Futures Trading Commission (CFTC) per Pressemitteilung bekannt. Von jetzt an öffne die CFTC die US-Märkte wieder für den Rest der Welt, sagt die Behördenchefin Caroline Pham. Die CFTC reguliert den Umgang mit Futures und Optionen in den USA und ist in Kombination mit der Börsenaufsicht SEC für die Kryptoindustrie maßgeblich.

Unter Präsident Biden wurden Kryptobörsen aus den USA vertrieben

Unter Trump-Vorgänger Joe Biden hatten CFTC und SEC einen krypto-feindlichen Kurs gefahren. Höhepunkt war ein 4,3 Milliarden US-Dollar schwerer Deal mit Binance und Gründer Changpeng Zhao im November 2023, bei dem die Kryptobörse eingestand, in den USA illegal agiert zu haben. In der Sparte Krypto Derivate sind Binance, Bybit und Bitget Weltmarktführer, liessen aber keine Kunden mit Wohnsitz in den USA zu. Dies dürfte sich nun ändern.

Die CFTC schreibt zusammengefast, man ändere eigentlich gar keine Regeln, sondern werde bestehende Regularien praxisgerecht anwenden. Dies ist als Seitenhieb auf die Krypto-Politik unter Präsident Biden zu verstehen, die oft als „Regulierung durch Erzwingung“ beschrieben wurde. SEC und CFTC hatten die Kryptoindustrie mit einer Klagewelle überzogen und viele Marktteilnehmer knickten dann vorsorglich ein. Jetzt werden internationale Handelsplätze von der CFTC wieder ausdrücklich begrüßt, sie sollen sich unter den Regeln des Foreign Board Of Trade (FBOT) bei der CFTC anmelden können.

Krypto-Journalistin Eleanor Terrett erklärt auf X, eine FBOT-Registrierung geschehe natürlich nicht automatisch. Voraussetzung sei eine Lizenz in einem anderen Markt, dessen Regulierung die CFTC anerkenne. Binance und Bybit beispielsweise könnten so wohl ihre Vertretungen in der EU nutzen und diese unkompliziert um einen Zweig in den USA erweitern.

Fazit: Wettbewerb der Kryptobörsen in den USA wird gestärkt

Es könnte noch einige Monate dauern, bis die Positionsänderung der CFTC Folgen zeigt, doch die Stoßrichtung ist klar: Die US-Kryptobörsen Coinbase und Kraken müssen sich auf ernsthafte Konkurrenz einstellen – Binance, Bybit und Bitget werden sich die Chance kaum entgehen lassen, auf dem riesigen US-Markt mitzuspielen. Speziell für Krypto Futures und Optionen sowie Hebelhandel ergeben sich dann für Amerikaner neue Möglichkeiten. Präsident Trump kann auf seiner Krypto-Agenda einen weiteren Punkt abhaken, mit den Genius Gesetzen für Stablecoins hat er bereits ein Vorhaben durchgesetzt und das breiter gefasste Clarity Gesetzespaket für die Kryptoindustrie soll im Herbst verabschiedet werden. Trump hat sich zum Ziel gesetzt, die USA zur „weltweiten Krypto-Hauptstadt“ zu machen und vollzieht eine radikale Kurswende zu Vorgänger Biden. Das Signal der CFTC an führende globale Kryptobörsen, doch bitte wieder in den USA aktiv zu werden, ist deutlich und hilft sowohl Kryptoindustrie als auch US-Anlegern.


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