Bitcoin Scam: Experten rätseln weiter nach Vorfall bei Twitter

Die feindliche Übernahme von mehr als 25 prominenten Accounts bei Twitter für einen Bitcoin Scam beschäftigt die Fachwelt weiter. Eine Hauptfrage lautet: Hatten die Hacker es wirklich nur auf Beute in BTC abgesehen oder wollten sie eine Message verbreiten?

An Tag zwei nach dem spektakulären Hack bei Twitter diskutiert die Kryptoszene, ob die Angreifer vielleicht mehr wollten als Bitcoin (BTC) mit einer Betrugsmasche einzusammeln. Ironischerweise wird die Diskussion bereits wieder auf Twitter geführt. Ethereum-Erfinder Vitalik Buterin etwa merkt an, er sei froh, dass die Attacke es „nur“ auf Bitcoin abzielte. Denn mit boshafteren Absichten hätten auch Aktienkurse oder Wahlen manipuliert oder sogar ein Krieg begonnen werden können, so Buterin

Was war passiert bei Twitter mit Bitcoin?

Krypto-Experte Larry Cermak hat in einem Schaubild gut 30 Twitter-Accounts dokumentiert, die betroffen waren von dem Hack. Sie alle tweeteten überraschend, dass sie Krypto verteilen wollten, meist in Bitcoin und mit dem Versprechen, eingehende Bitcoin zu verdoppeln. Doch auch Ripple mit XRP war betroffen. Aus der Kryptobranche übernahmen die Angreifer temporär auch die Accounts von Coinbase, Binance, Bitfinex, Justin Sun, Coindesk unter anderen. Zunächst hatten die kompromittierten Twitter-Konten von Prominenten wie Barack Obama, Bill Gates, Elon Musk und Amazon-Chef Jeff Bezos im Scheinwerferlicht gestanden. Doch mit etwas Abstand wird klar: Die Angreifer wussten auch, über welche Accounts bei Twitter sie die Kryptoszene gezielt erreichen würden.

Geschätzt 350 Millionen Follower haben die attackierten Accounts bei Twitter zusammen. Dafür scheint die Beute von 12,5 BTC im Wert von umgerechnet rund 120.000 US-Dollar, die sich einer Blockchain Analyse ergibt, recht bescheiden. Dabei muss man aber auch in Betracht ziehen, dass die Tweets mit Betrugsabsichten nur kurz online waren und wohl nur einen Bruchteil der Follower tatsächlich erreichten. Weiter wird bemerkt: Wer zum Zeitpunkt der Aktion noch keine Bitcoin hatte, konnte gar nicht gutgläubig aktiv werden. Denn um erstmals Bitcoin zu kaufen, ist mittlerweile fast überall eine Identitätsprüfung notwendig, die mindestens mehrere Stunden dauert. In der Zwischenzeit hatten große Kryptobörsen wie Huobi, OKEx und Coinbase bereits Transfers in BTC an die Wallet der Angreifer gesperrt.

Wollten die Bitcoin Scammer bei Twitter ein Zeichen setzen?

Alex Adelman, CEO bei der Bitcoin Wallet Lolli, hält es für möglich, dass die Angreifer nun auch die privat verschickten Twitter-Nachrichten der Prominenten besitzen und damit von Erpressung bis Bloßstellung so einiges anstellen könnten. Aleks Svetski, Gründer der BTC Wallet Amber, glaubt: „Das war eine Gang, die Bitcoin verstanden hat und ein Zeichen setzen wollte.“ Gemeint ist damit wohl Kritik an zentralisierten Systemen und Unternehmen wie Twitter im Gegensatz zum Prinzip der Dezentralisierung von Kryptowährungen.

Unterdessen haben die Ermittlungen des FBI bislang noch keine greifbaren Ergebnisse ergeben. Twitter selbst hat zwar den Regelbetrieb weitgehend wieder aufgenommen. Dort geht man von rund 130 Accounts aus, die in den Angriff verwickelt waren, wenn auch nicht alle sichtbar. Als Vorsichtsmaßnahme ist vorerst nicht erlaubt, seine Twitter-Daten gesammelt herunterzuladen. Dies zielt wohl auf die Angst vor dem Verlust von privaten Nachrichten an Dritte.

Fazit: Die Geschichte von Bitcoin hat ein neues Ausrufezeichen

Wie man die Story um den BTC Scam auch dreht – und sie ist noch nicht ausgestanden: Es sind durchaus Zweifel erlaubt, ob die Cyber-Kriminellen vorrangig Geld wollten. Bei Twitter und Prominenten sitzt der Schrecken wahrscheinlich tiefer, denn die Konsequenzen hätten wirklich ganz andere sein können. Für Bitcoin ist festzuhalten: BTC schaffte es durch die Aktion zwar in die Schlagzeilen weltweit, doch anders als gewünscht. Dieser Angriff auf Twitter unter dem Schlagwort Bitcoin wird noch lange in Erinnerung bleiben.


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