Seit drei Wochen hält der Iran-Krieg die Welt im Atem, Öl- und Gaspreise sind hochgeschossen. Bitcoin hat im selben Zeitraum Zugewinne verzeichnet, doch andere News zeigen auch negative Einflüsse.
Regelmäßig besuchen weit mehrt als 10.000 Menschen die Krypto-Konferenz-Reihe Token2049, eines der größten Branchentreffen weltweit. Eigentlich wollte man in einem Monat in Dubai wieder zusammenkommen, doch die Organisatoren haben das Event jetzt um ein Jahr nach 2027 verschoben. In einer entsprechenden Mitteilung werden „unsichere Umstände“ als Grund angeführt, eine freundliche Umschreibung für den Bombenterror, welche die Vereinigten Arabischen Emirate erleben. Der Iran-Krieg zeigt seine Fratze und der Rückschlag für Token2049 in Dubai ist nur ein Ergebnis davon.
– In Nahost waren Bitcoin Miner aufgrund niedriger Energiepreise gerne aktiv, doch die Situation ändert sich. Ablesen lässt sich das am Einknicken der Hashrate im Bitcoin Netzwerk, welche die angeschlossenen Computerkapazitäten bemisst. Um rund acht Prozent fiel die Bitcoin Hashrate seit Kriegsbegin. Schon als die USA im Sommer 2025 den Iran bombardierten, brach die BTC Hashrate ein. Doch mit aktuell rund 939 EH/s liegt der Wert immer noch deutlich über den Niveaus vor einem Jahr, die Sicherheit des Bitcoin Netzwerks ist nicht gefährdet.
– Als am 28. Februar die ersten Bilder von Bombeneinschläge in Teheran die Runde machten, brach Bitcoin bis nahe 60.000 US-Dollar ein. Doch schnell ging es wieder aufwärts, mit Preisniveaus um 70.000 Dollar präsentiert sich Bitcoin aktuell sogar stärker als bei Kriegsanfang. Der Goldpreis hingegen rutschte in den bisherigen drei Kriegswochen mehr als 5 Prozent ins Minus – einmal mehr wird heiß diskutiert, ob Bitcoin in Krisenzeiten als „sicherer Hafen“ vielleicht Gold ablösen kann.
– Beobachtet wird, dass Bitcoin und Co. wieder vermehrt für die Umgehung von Sanktionen eingesetzt werden. Der Iran ist vom westlichen Finanzsystem ausgeschlossen, doch mit Kryptowährungen lassen sich auch große Beträge ohne Beteiligung von Banken transferieren. Dieser Aspekt spielte bereits im Ukraine-Krieg eine unterschätzte Rolle, die vom Westen als illegitime eingestufte Nutzung von Kryptogeld steigt einer aktuellen Studie zufolge seit 2024 sprunghaft durch staatliche Akteure.
– Noch ist unsicher, ob der Iran-Krieg lange andauert und die Weltwirtschaft nachhaltig behindert. Aber die Inflationsgefahr wächst täglich, Dubai und andere Emirate fallen als Touristenziele bis auf Weiteres aus, die USA und EU entzweien sich zunehmend. Dort könnte sich eine brandgefährliche Mixtur entwickeln, welche Finanz- und Kryptomärkte betrifft und einen Crash provoziert.
– Die heftigen Auf-und-Abs an den Rohstoffmärkten werden von klassischen Börsen zwar bedient, aber vielleicht erstmals erkennen Händler auch den Reiz von Blockchain-Lösungen mit durchgängiger Verfügbarkeit. Die dezentrale Kryptobörse Hyperliquid organisiert seit Kriegsanfang täglich mehr als 1 Milliarde US-Dollar Handelsvolumen mit Öl Derivaten und nimmt laut Analysten von JP Morgan bereits Marktanteile in Beschlag, die sich sonst auf B-Börsen der Welt nach geöffneten Schaltern umschauen. In einer 24/7-Situation wie dem Iran-Krieg und seinen Folgen zeigt die Kryptoiundustrie hier ihre typischen Stärken.
Fazit: Iran-Krieg für Bitcoin und Co. eine Bewährungsprobe
Seit drei Wochen nun tobt der Konflikt im Iran und seinen ölreichen Nachbarstaaten mit den USA und Israel als Auslöser – ein klassisches Nahost-Pulverfass. Die Verwerfungen auf Welt- und Finanzwirtschaft können im Resultat drastisch ausfallen, Bitcoin und die Kryptobranche spüren dies bereits. Bitcoin wird sich daran messen lassen müssen, ob der Beiname „digitales Gold“ gerechtfertigt ist. Hyperliquid darf sich schon jetzt als Gewinner der Krisensituation fühlen, spekuliert wird immer.
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