Bitcoin und Ethereum im Plus, SWIFT Blockchain — Block-Builders Briefing

Bitcoin und Ethereum legen spürbar zu. Ein Vorstoß zur BTC Inflation provoziert. SWIFT setzt seine eigene Blockchain für internationale Geldtransfers erstmals in der Praxis in Gang. Das Block-Builders Briefing.

BITCOIN

Bitcoin kommt durch ein Tagesplus von 2,5 Prozent am Freitagmorgen auf Preise von rund 64.000 Dollar. Die Bitcoin ETFs meldeten vom Börsendonnerstag 95 Millionen US-Dollar Kapitalabfluss.

Eli Ben-Sasson, CEO des Krypto-Unternehmens StarkWare, erregt mit einem ungewöhnlichen Vorschlag die Gemüter: Per X behauptet er, die bei Bitcoin im Code festgeschriebene Höchstmenge von 21 Millionen BTC „macht keinen Sinn“. Über die Jahre verlieren Menschen ihre Zugangscodes zu Bitcoin Wallets, führt Ben-Sasson weiter aus, und deshalb solle man die BTC Obergrenze abschaffen. Ihm schwebt vor, bei Bitcoin eine jährliche Inflation von 4 Prozent zuzulassen. Schätzungen zufolge sind derzeit etwa 20 Prozent aller Bitcoin „verloren“, weil ihre Besitzer starben oder Passwörter abhanden kamen. Doch andererseits ist die festgelegte Endzahl von 21 Millionen Bitcoin ein Hauptargument für das „digitale Gold“, welches Schutz vor Inflation bei Fiat-Währungen wie Dollar und Euro bieten soll. Dementsprechend findet der Vorstoß von Ben-Sasson in der Online-Diskussion überwiegend Widerspruch. Doch auch Gegner müssen darüber nachdenken, dass mit jedem Bitcoin Halving die Anreize für Miner kleiner werden und so vielleicht sogar einmal die Dezentralisierung schwächelt. Später lenkte auch Ben-Sasson ein und schrieb, er wünsche sich eigentlich mehr Aufmerksamkeit für aktuelle Bitcoin Themen wie die Abwehr von Risiken durch Quantencomputer. 

ETHEREUM

Ethereum steht am Freitagmorgen bei rund 1,770 Dollar, 2 Prozent Tagesplus. Die Ethereum ETFs verzeichneten am Börsendonnerstag 52 Millionen US-Dollar Kapitalabfluss.

Die Analysten von Santiment haben ein spannendes Detail zur Prognose von Ethereum und Bitcoin Preisen entdeckt. Per X präsentieren sie Daten, denen zufolge so wenige Ethereum wie seit 2015 nicht mehr bei Kryptobörsen lagern. Bei Bitcoin ist ein Tiefstand erreicht, den es zuletzt 2017 gab. Üblicherweise wird die Menge von ETH und BTC bei Kryptobörsen als Indikator dafür gelesen, wieviele Coins aktuell zum Verkauf stehen. Viel weniger Ethereum als üblich bei Kryptobörsen verringert so zumindest die Wahrscheinlichkeit, dass ein plötzlicher Abverkauf einen ETH Preissturz auslöst, schlußfolgern die Experten. Sie sehen die Situation als mögliches „gesundes Set-up“ für den nächsten Aufschwung, solange Anleger geduldig bleiben. Kommentatoren bemerken, dass im Vergleich zur Vergangenheit durch die Krypto ETFs und Unternehmen wie Strategy und Bitmine Immersion sehr viel mehr Ethereum und Bitcoin direkt und nicht über Kryptobörsen verkauft werden.

ALTCOINS

Gewinner des Tages ist DeXe mit 17 Prozent Plus und einem neuen Allzeithoch von gut 35 Dollar. Das DeXe Protokoll verknüpft DeFi und Künstliche Intelligenz und fährt damit auf der Siegesstraße.

Verlierer des Tages ist Aerodrome Finance (AREO) mit 2,5 Prozent Minus. Das Projekt ist als Market Maker im Ökosystem von Base groß geworden, AERO erfährt nach 60 Prozent Monatsplus offensichtlich Preiskorrektur .

Das Krypto-Stimmungsbarometer arbeitet sich in der Zone „Angst“ langsam Richtung „Neutral“ vor, anscheinend werden weltpolitische Risiken momentan gnädiger als zuvor beurteilt..

AUS DER KRYPTOINDUSTRIE

Das internationale Zahlungsnetzwerk SWIFT hat seine Blockchain live geschaltet, mit der Banken rund um die Uhr Überweisungen abwickeln können. Per Pressemitteilung spricht SWIFT von zunächst 17 Banken aus 6 Kontinenten, die sich an dem Pilotprojekt beteiligen. Die Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication wurde 1973 als Genossenschaft von Banken gegründet und organisiert Großteile der internationalen Transaktionen. Beispielsweise XRP (Ripple) war einst angetreten, um SWIFT Konkurrenz zu machen. Doch seit einigen Jahren arbeitet SWIFT gemeinsam mit Chainlink an einer eigenen Blockchain Lösung und präsentiert nun Ergebnisse für die Praxis. Schmunzeln darf man vorerst jedoch trotzdem, denn SWIFT gesteht auch ein: Transaktionen, die in der Nacht oder am Wochenende angestoßen werden, müssen bis auf Weiteres weiterhin am nächsten Arbeitstag durch die bestehenden Systeme endgültig bestätigt werden. Aber ein erster großer Schritt von SWIFT Richtung Blockchain ist gemacht und Wartezeiten von zwei, drei Tagen bei grenzübergreifenden Überweisungen sollten bald schon Vergangenheit sein.  

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*