Der Krypto-Finanzdienstleister Wintermute sieht im Rückblick auf 2025 den gewohnten Vierjahres-Zyklus für Bitcoin als widerlegt. Dies habe spürbare Effekte für das breite Feld der Altcoins. Wie argumentiert Wintermute?
„2025 hat die erwartete Rallye nicht geliefert“, bilanziert der Krypto-Finanzdienstleister Wintermute und verweist parallel auf seinen Jahresrückblick. Saisonale Muster wiederholten sich nicht und der „traditionelle Vierjahres-Zyklus“ für Bitcoin und Co. gehöre nun der Vergangenheit an, analysiert Wintermute weiter. Das Unternehmen verfügt über eine starke Abteilung für „OTC“ (Over The Counter), in der für Kunden Kryptogeschäfte außerbörslich organisiert werden, und erhält so Einblicke in Strategien und Ziele von institutionellen Investoren. Das ist auch für private Bitcoin Anleger wie Dich spannend und lohnt eine Zusammenfassung:
– Der Vierjahres-Zyklus hat sich in der noch jungen Geschichte von Bitcoin dreimal gezeigt und hängt eng mit dem BTC Halving zusammen, welches alle vier Jahre stattfindet. Rund ein Jahr nach dem Bitcoin Halving hatte BTC in 2013, 2017 und 2021 jeweils neue Rekordhochs erreicht. Schon im Vorfeld des Halving im April 2024 war kontrovers diskutiert worden, ob sich ein solches Zyklus auch unter geänderten Rahmenbedingungen wiederholt. Fakt ist: Bitcoin konnte in 2025, also im Jahr nach dem Halving, mehrere neue Allzeithochs erzielen, das jüngste von gut 126.000 US-Dollar pro BTC stammt aus aus dem Oktober 2025.
– Der ungewohnt lange Aufschwung nach dem Bitcoin Halving widerspricht der These von Vierjahres-Zyklen – noch auffälliger aber ist das Ausbleiben von Rückfällen auf Preisniveaus rund um das Halving und lange Durststrecken, in denen BTC gerne totgeschrieben wurde. Auch saisonale Muster wie der „Uptober“ wiederholten sich in 2025 nicht. Wenn man auf das letzte Jahr zurückschaue, erkenne man „den Anfang des Übergangs von Krypto vom Spekulationsobjekt zu einer mehr etablierten Anlageklasse“, schlußfolgert Wintermute.
– Am Verhalten von Kunden konnte Wintermute ablesen, dass sich Investments auf Bitcoin, Ethereum und eine kleine Gruppe von Altcoins mit hoher Marktkapitalisierung konzentrieren. Dynamiken der vergangenen Vierjahres-Zyklen traten nur sehr reduziert auf. Normalerweise hatten Anleger Bitcoin Gewinne in Ethereum umgeschichtet und von dort aus eine Altcoin Rallye erwartet. Doch diesmal flossen Gewinne aus Bitcoin und Ethereum Investments nur in kleinerem Umfang in Altcoins und Trendthemen, so Wintermute. Beleg dafür: Von 2022 bis 2024 hielten Altcoin Rallyes über 40 Tage lang an, in 2025 waren es nur noch knapp 20 Tage.
– Die Konzentration institutioneller Investoren auf Bitcoin und Ethereum folge auch daraus, dass nur für diese beiden Coins ETFs und spezialisierte Unternehmen wie Strategy für BTC und Bitmine Immersion für ETH als Anlagemöglichkeiten mit hoher Liquidität zur Verfügung stehen. So bilden sich „umzäunte Gärten“, beschreibt Wintermute die Entwicklung, wo Bitcoin und Ethereum aufblühen können, aber aus denen kaum Kapital auf den breiteren Kryptomarkt ströme.
Wintermute: Drei Faktoren werden das Kryptojahr 2026 prägen
Den Vierjahrs-Zyklus schreibt Wintermute also ab und kann deshalb auch vorsichtig optimistisch auf das Kryptojahr 2026 schauen. Drei Faktoren seien entscheidend, ob dieses Jahr neue Allzeithochs realistisch werden. Können die Krypto-Unternehmen wie Strategy und Bitmine Immersion ihre massiven Zukäufe von BTC und ETH fortsetzen? Falls Bitcoin und/oder Ethereum zu Rallyes ansetzen: Werden sich Gewinne und Kapital auch auf Altcoins ausdehnen? Und zuletzt: Denken Anleger um von Themen wie Künstliche Intelligenz (KI) und Seltenen Erden Richtung Krypto? Du merkst vielleicht schon, dass alle drei von Wintermute genannten Faktoren darauf abzielen, ob und von wo es frisches Kapital zu Bitcoin (und Ethereum) ziehen könnte – ohne solche Geldflüsse werde sich die Konzentration auf die beiden mit Abstand wichtigsten Kryptowährungen fortsetzen.
Fazit: Bitcoin und Ethereum sind für Wintermute die Basis von Krypto
Man darf Wintermute zugutehalten, im Rück- und Ausblick für die Kryptomärkte nicht in die typische Position zu verfallen, welche nur auf neue Rekordpreise aus ist. Stattdessen werden Altcoins generell angezählt, nur für Solana und XRP (Ripple) werden aufgrund erster Erfolge der verknüpften ETFs größere Chancen erkannt. Der Vierjahres-Zyklus hat sich selbst überholt – diese Einsicht konnten Anleger bereits selbst gewinnen. So macht es schon Sinn, genau auf die Kapitalflüsse bei den Krypto ETFs zu achten und darauf, wie das Bitcoin Unternehmen Strategy und für Ethereum Bitmine an der Börse abschneiden. Im Bestfall ergeben sich daraus auch auf Hinweise, wie Du Dein Portfolio geschickt aufstellst und Dich nicht mehr den überholten Theorien Vierjahres-Zyklus und „Uptober“ leiten lässt, die sich in 2025 bei Bitcoin nicht bestätigten.

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