Custodial und Non-Custodial Wallets: Was sind die Unterschiede?

Die jüngsten Meldungen zu den wahrscheinlichen Totalverlusten bei der Kryptobörse QuadrigaCX haben den Blick einmal mehr auf das Thema Wallets gelenkt. Die Berichterstattung konzentriert sich zwar auf Cold und Hot Wallets konzentriert – mit den Begriffen Custodial und Non-Custodial Wallets solltest du aber ebenfalls vertraut sein.

Das Wörterbuch übersetzt „Custodial“ mit „Obhut“ oder „Vormundschaft“ und liefert damit den entscheidenden Hinweis, was sogenannte Custodial und Non-Custodial Wallets für Kryptowährungen unterscheidet. In einer Wallet werden deine Coins (genaugenommen die Private Keys) wie in einer Geldbörse aufbewahrt und die Wallet brauchst du auch, um Handel zu treiben. Bei der Custodial Wallet gibst du deine Private Keys in die Hände anderer, denen du vertraust. Bei einer Non-Custodial Wallet verbleiben die Private Keys bei dir. Dann sind doch Non-Custodial Wallets sicher die beste Wahl, denkst du dir jetzt? Meistens schon, aber nicht immer, wie dir folgende Beispiele zeigen.

Vor- und Nachteile von Custodial Wallets

Die Accounts, die führende Kryptobörsen von Coinbase bis Bitfinex anbieten, sind oft Custodial Wallets. Im Bestfall bringt dies zwei große Vorteile mit sich:

  1. Für den Handel mit Kryptowährungen brauchst du nur eine Internet-Verbindung, du kannst dich prinzipiell aus jedem Internet-Cafe in deinen Account einloggen und sofort traden.
  2. Da seriöse Anbieter Backups vorhalten, besteht kein Risiko, dass mit dem Verlust der Login-Daten auch deine Private Keys und damit deine Guthaben verloren gehen.

Die Nachteile sind ebenfalls klar:

  1. Wenn dein Account gehackt wird, hast du keine Kontrolle mehr- unwiderrufliche Transfers können die Folge sein.
  2. Die Kryptobörse kann etwa gerichtlich gezwungen werden, deine Guthaben einzufrieren oder auszuzahlen.
  3. Hard Forks können ein Problem darstellen, weil du die Private Keys nicht kontrollierst.

Zusammenfasst: Custodial Wallets sind wie klassische Banken. Sie haben dein Geld durch die Private Keys in der Hand. Das erleichtert zwar normalerweise den Alltag, doch birgt Risiken. Vertrauen ist hier unbedingt notwendig.

Non-Custodial Wallets – welche Systeme bestehen?

Bei Non-Custodial Wallets bist du die Person, welche die Kontrolle über Private Keys behält. Das kann sich ganz unterschiedlich abbilden:

  • Auf Papier ausgedruckt – gute Idee, ähnelt dem unter dem Kopfkissen versteckten Bargeld 🙂
  • Non-Custodial Wallets wie MyEtherWallet und Guarda sind als Web Wallets konzipiert und speichern die Private Keys nicht.
  • Non-Custodial Wallets wie Electrum und BitGo sind Desktop Wallets, die als kleine Computerprogramme die Private Keys direkt auf deinem Computer speichern.
  • Hardware Wallets wie die Ledger Nano S trennen als physische Geräte deine Private Keys vom Internet, sie vereinen Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit nach Ansicht von Fachleuten am besten.

Fazit: Wallets für Kryptowährungen sind sensibles Thema

Mobile Wallets folgen übrigens nicht automatisch dem Ansatz von Non-Custodial Wallets. Dort gilt es, die Details zu studieren. Ein Smartphone ist schnell verloren. Das sollte aber nicht bedeuten, dass du den Zugang zu deinen Guthaben in Bitcoin und Co. verlierst. Hardware Wallets als Non-Custodial Wallets bleiben unsere klare Empfehlung.


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