Darum wird Coinbase für die Neutrino Übernahme kritisiert

Vor gut einer Woche meldete die Kryptobörse Coinbase stolz, das italienische Start-up Neutrino gekauft zu haben, welches sich auf die Analyse von Blockchains spezialisiert hat. Doch in Teilen der Kryptoszene wird der Schritt äußerst kritisch gesehen. Denn Neutrino hat Mitglieder des berüchtigten Hacking Teams in seiner Führungsetage, welches mit Unterstützung von autoritären Regimes aufgefallen war.

Kryptowährungen und Politik – das sensible Spannungsfeld beschäftigt die Szene nicht zum ersten Mal. Coinbase sieht sich aktuell Boykottaufrufen von Influencern wie Francis Pouliot ausgesetzt, weil die Kryptobörse Neutrino übernommen hat.

Das italienische Unternehmen wird von Coinbase als führende Plattform angepriesen, um öffentliche Blockchains zu analysieren und für Sicherheit zu sorgen. Das Problem: Bei Neutrino führen Menschen das Kommando, welche in ihrer Vergangenheit als rechtsextremes Hacking Team Aufmerksamkeit erregten und auch vor der Zusammenarbeit mit repressiven Regimes wie Saudi-Arabien und Kasachstan nicht zurückschreckten. Die NGO „Reporter ohne Grenzen“ setzte das Hacking Team deshalb 2013 auf die Liste der fünf größten Feinde des Internets. Auch Influencer Arjun Balaji kann der Zusammenarbeit von Coinbase und Hacking Team aka Neutrino wenig abgewinnen.

Coinbase verteidigt Aquisation von Neutrino

In der Stellungnahme von Coinbase heißt es: man sei sich der Vergangenheit von Neutrino und den personellen Überschneidungen mit dem Hacking Team bewusst. Doch man wolle niemanden verurteilen oder verteidigen. Für Coinbase sei es nur um das Fachwissen gegangen, hieß es. Fachwissen, das E-Mails mit dem italienischen Faschistengruß „Boia chi molla“ unterzeichnet? Fachwissen, das geholfen hat, Menschenrechtsaktivisten hinter Gitter zu bringen? Mit Giancarlo Russo, Alberto Ornaghi und Marco Valleri sind mindestens drei Mitglieder des Hacking Team mittlerweile bei Neutrino und damit bei Coinbase. Die Kryptobörse hatte zuletzt Konten der rechtsextrem amerikanischen Plattform Gab geschlossen – wie also passt das alles zusammen?

Aktive Neutralität bei Coinbase nur ein PR-Slogan?

Coinbase bekennt sich öffentlich dazu, Nutzerdaten zu schützen und zu respektieren. Neutrino und das Hacking Team sind hingegen darauf fokussiert, private Geheimnisse zu enthüllen. Mit Sitz in San Francisco sieht sich Coinbase offensichtlich gezwungen, das Verhältnis zu US-amerikanischen Behörden zu verbessern und dafür Prinzipien wie Neutralität und Anonymität aufzugeben. „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“ – bei Coinbase bestätigt sich diese Erkenntnis. Das ändert allerdings nicht daran, dass Coinbase grundsätzlich eine der führenden Kryptobörsen ist. Nur zu viel Ideologie solltest du von ihr nicht erwarten.


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