Elektromobilität, Wasserstoff oder Diesel? Wissenschaft streitet um Klimabilanz-Sieger, wohingegen Börsianer bei E-Herstellern größte Kursgewinne erwarten

Wenngleich immer mehr Konzerne den Fokus auf die Elektromobilität lenken, um Klimaziele einzuhalten, ist sich die Wissenschaft bei der Frage um die Antriebsform der Zukunft keineswegs einig. Dies geht aus einer neuen Infografik von Block-Builders.de hervor. 

Bei dem Produktionsprozess ist die CO2-Bilanz eines Elektroautos deutlich weniger vorteilhaft, als bei einem herkömmlichen Verbrenner-Motor. So fallen bei einem Stromer 16,8 Tonnen CO2-Äquivalente an, wohingegen es bei einem modernen Auto mit Dieselmotor 8,4 Tonnen sind. Wie die Infografik aufzeigt, sind bei 12 Jahren Nutzung eines Elektrofahrzeuges knapp 60 Prozent der Emissionen der Produktionsphase zuzuordnen. Dies geht aus Daten des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) hervor.

Je nach Batteriegröße ist eine Laufleistung von 300.000 Kilometern vonnöten, ehe die CO2-Bilanz des Stromers besser ist, als die eines modernen Diesels. Der VDI schlussfolgert, dass alle Antriebsformen klimaschonend sein könnten, und dass alle Produktentwicklungen parallel betrieben werden sollten. Allerdings kommen andere Wissenschaftler zu deutlich abweichenden Einschätzungen.

Von großer Relevanz für Auto Aktien

Während heimische Hersteller wie Volkswagen die Elektromobilität stark forcieren und priorisieren, lässt sich in China ein gegenteiliger Trend feststellen. Zwar strebt das Reich der Mitte an, dass der Marktanteil von Elektroautos mit Batterie, Wasserstoff-Fahrzeuge und Plug-In-Hybride bis zum Jahr 2035 rund 55 Prozent beträgt. Allerdings sind ranghohe Politiker dort offener gegenüber herkömmlichen Fahrzeugen: „Wir wollen Benzinfahrzeuge nicht abwürgen, so wie das in einigen Ländern geschieht„, wie es dort heißt.

Die Klima-Debatte ist für den automobilen Markt von größter Priorität. Allerdings liegen bei der Einschätzung und Beurteilung Daten vor, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Das Karlsruher Institut für Technologie benennt für die Batterie-Produktion von Stromern ein CO2-Äquivalent (CO2äq) von 154,5 kg / kWh. Die Universität Eindhoven kommt hingegen auf 75 kg CO2äq / kWh.

Blick auf die Börse

Deutlich weniger kontrovers scheinen die Börsianer die Situation zu beurteilen. 53,9 Prozent der US-Amerikaner erwarten von Tesla in den nächsten 5 Jahre die stärksten Kursanstiege. Der US-Pionier stellt ausschließlich Elektrofahrzeuge her. 9,3 Prozent setzen in puncto bester Performance hingegen auf die Wasserstoff Aktie Nikola.

Auch rückblickend haben Hersteller von Elektrofahrzeugen die Nase vorn. Während Tesla binnen der letzten 365 Tage 508 Prozent an Marktkapitalisierung zulegte, stieg der Daimler Börsenwert lediglich um 9,9 Prozent. Volkswagen notiert sogar rund 12 Prozent niedriger, als vor einem Jahr. Der Wasserstoff-Konzern Nel ASA legte hingegen ebenfalls um 126 Prozent zu. Dennoch fällt das Plus im Falle von Tesla deutlich größer aus.

 

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