Ethereum: Rolle von Layer-2 macht „keinen Sinn mehr“ – ETH Chef Buterin

Ethereum Erfinder Vitalik Buterin sieht für Layer-2-Lösungen schwere Zeiten voraus, da die ETH Blockchain selbst immer mehr Kapazitäten liefert. Für Projekte wie Arbitrum, Polygon oder Optimism klingt Buterins Analyse hart.

Im Ethereum Ökoystem hat man sich in den letzten Jahren an sogenannte Layer-2-Lösungen gewöhnt. Dutzende Projekte docken als untergeordnete Instanz an die ETH Blockchain an und dokumentieren ihre Aktivitäten dort. Ethereum konnte mit diesen Layer-2 seine Kapazitätsprobleme lösen und hat solche Strukturen mit den Upgrades Dencun und zuletzt Fusaka tief integriert. Aber nun fordert Ethereum Mastermind Vitalik Buterin auf X, einen „neuen Weg“ einzuschlagen. Die ursprüngliche Rolle für Layer-2 bei Ethereum mache „keinen Sinn“ mehr, so Buterin.

Layer-2 wie Arbitrum, Polygon oder Optimism von ETH Erfinder angezählt

Bei Angeboten wie Arbitrum, Polygon oder Optimism dürften nun die Alarmglocken läuten. Buterin nennt zwar keinen Layer-2 namentlich. Doch seine Argumentation ist deutlich: Ethereum erweitere auf seinem eigenem Netzwerk, dem Layer-1, die Kapazitäten ständig und sei deshalb nicht mehr auf Layer-2 angewiesen. Schon im Januar hatte Buterin die Lösung des „Blockchain Trilemmas“ verkündet und darauf basierend weitere Kapazitätsgewinne für Ethereum prognostiziert.

Nun macht Buterin keinen Hehl um sein Misstrauen gegenüber manchen Layer-2. Diese präsentieren sich nach seinem Eindruck als zugehörig zur „Marke“ Ethereum, seien aber nicht bereit oder in der Lage, ETH Grundprinzipien zu erfüllen. Als Beispiele dafür nennt Buterin fortgeschrittene Dezentralisierung, welche Aktivitäten im Ethereum Ökosystem vor Zensur und anderen Eingriffen schützt. Er wisse von mindestens einem Layer-2, der es ablehne, das Ziel einer ZK-EVM zu verfolgen. Mit dem Feature „Zero Knowledge“ soll die Ethereum Virtual Machine (EVM) als Dreh und Angelpunkt im ETH Ökosystem Privatsphäre schützen und leistungsfähiger werden.

Im Ethereum Ökosystem werden Layer-2 an Profilen schrauben müssen

Ganz abwenden soll sich Ethereum aber laut Buterin dann doch nicht von Layer-2. Diese müssten individuelle Features wie Hochgeschwindigkeit oder Anonymität liefern, um sich unentbehrlich zu machen. Doch wer sich nicht an grundlegende ETH Entwicklungspläne halte, werde kaum eine Chance haben, schreibt Buterin und wünscht sich, mit der Marke Ethereum verantwortungsvoll umzugehen. Der 32-Jährige sitzt im Vorstand der Ethereum Stiftung und bestimmt üblicherweise über technologische Aspekte der ETH Fortentwicklung.

Fazit: Layer-2 bei Ethereum vor dem Aus?

Kommerzialisierte Layer-2 durchgehen ohnehin eine knifflige Phase. Denn es kristallisiert sich der Trend heraus, dass Großunternehmen, die klassische Finanzindustrie ebenso wie Kryptobörsen nicht auf existierende Layer-2 zurückgreifen, wenn sie Brücken zu Ethereum bauen. Stattdessen werden von Google, Kraken, und Co. eigene Layer-2 bevorzugt. Nun also droht den bekannten Layer-2 wie Arbitrum oder Polygon ein weiterer Bedeutungsverlust, der von Ethereum selbst ausgeht. Die Ausführungen von Vitalik Buterin werden noch für Diskussionsstoff sorgen, aber im Kern sind sie eine freundlich formulierte Abrechnung mit dem Layer-2 Konzept und eine Kehrtwende zurück zu Ethereum als Kernmarke.

1 Kommentar

  1. Layer-2 bei Ethereum vor dem Aus?

    JA !

    genauso mausetot wie iota, das sind technologische schrotthaufen und völlig ungeeignet für web3!

    …oder fährst du mit einer kutsche auf der autobahn?

Schreibe einen Kommentar zu Bernd Hotz-Behofsits Antwort abbrechen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*