Der LAPTOP Meme-Coin von Hunter Biden im Ethereum Ökosystem flopt spektakulär. Euro Stablecoins bleiben eine Randerscheinung, doch das könnte sich ändern. Bitcoin leicht im Minus. Das Block-Builders Briefing.
BITCOIN
Bitcoin wird am Donnerstagmorgen bei gut 78.000 gehandelt, 1,5 Prozent Tagesminus. Die Bitcoin ETFs verzeichneten am Börsenmittwoch 120 Millionen US-Dollar Kapitalabfluss.
Mitte August hatte das US-Finanzministerium eine positive Trendwende für die Bitcoin Preiskurve damit ausgelöst, sein Budget für den Rückkauf langfristiger Staatsanleihen mindestens zu verdoppeln. Nun folgt die erste Runde dieser Rückkäufe und die Aktion enttäuscht die Märkte, berichtet beispielsweise CNBC. Anstatt üblich 2 Milliarden hat Finanzminister Scott Bessent zwar 6 Milliarden Dollar für den Rückkauf langfristiger Staatsanleihen freigegeben, doch deren Zinsen steigen trotzdem weiter. Für Bitcoin ist das ein negatives Signal, höhere Zinsen in risikofreien Anlageklassen locken Kapital zu diesen und weg von Kryptowährungen. Finanzpolitisch steckt die USA in der Klemme: Präsident Donald Trump fordert die Senkung des Leitzinses, doch Experten sehen die Inflationsgefahr und empfehlen eine Erhöhung. Die von FedWatchTool befragten Marktteilnehmer gehen nun zu 60 Prozent von einer Erhöhung des US-Leitzinses am 16. September bei der nächsten Sitzung der Notenbank Fed aus. „Regierungen, die Preise gegenüber Fundamentaldaten verteidigen, verlieren immer. Die einzige Variable ist die, wie viel Geld sie vor dieser Einsicht ausgeben“, kommentierte das Wall Street Journal vor zwei Wochen – Bitcoin wird sich in dieser Gemengelage behaupten müssen.
ETHEREUM
Ethereum notiert am Donnerstagmorgen bei knapp 2.500 Dollar, 0,5 Prozent Tagesminus. Die Ethereum ETFs meldeten vom Börsenmittwoch erfreuliche 35 Millionen US-Dollar Kapitalzufluss.
98 Prozent Minus in der ersten Stunde, in denen der umstrittene Meme-Coin LAPTOP von Hunter Biden gehandelt wurde – das Debüt seines Krypto-Projekts im Ethereum Ökosystem hatte sich der Sohn des früheren US-Präsidenten Joe Biden wohl anders vorgestellt. Die Experten von Arkham machen auf X fehlende Liquidität für den Absturz von LAPTOP verantwortlich und auch Hunter Biden argumentiert auf X ähnlich. Er erinnert zudem an kostenlose Zuweisungen von LAPTOP an Anleger, die mit dem offiziellen TRUMP Meme-Coin Geld verloren haben. Seinen Fans geht es aber nun auch nicht besser und LAPTOP reiht sich ein in die Liste politischer Meme-Coins, die zum absoluten Flop werden. Neben TRUMP und MELANIA sei etwa an LIBRA von Argentiniens Präsident Javier Milei erinnert. Wer sich auf das Risiko von Meme-Coins aus der Politik einlässt, verbrennt sich immer die Finger, LAPTOP bei Base und Ethereum macht hier keine Ausnahme.
ALTCOINS
Gewinner des Tages ist Raydium (RAY) mit 6 Prozent Plus. Das Projekt agiert als Market Maker im Solana Ökosystem, nun baut Raydium seine Aktivitäten in Richtung tokenisierte Aktien und Meme-Coins aus.
Verlierer des Tages ist neben LAPTOP die Meme-Coin Plattform Pons mit 22 Prozent Minus. Pons ist zwar über die Robinhood Chain an Ethereum angeschlossen und hatte mit LAPTOP nichts zu tun – doch der gestrige Tag hat Meme-Coins wieder einmal allgemein in Verruf gebracht.
Das Krypto-Stimmungsbarometer hält sich in der Zone „Gier“, was angesichts steigender Ölpreise und den Rückschlägen in der US-Finanzpolitik für Resilienz spricht.
AUS DER KRYPTOINDUSTRIE
Der Krypto und Investment Experte Ryan Connor setzt sich in einem lesenswerten Gastbeitrag für CoinDesk mit Euro Stablecoins auseinander. In der Weltwirtschaft ist der Euro hinter dem Dollar die zweitwichtigste Währung, grob berechnet im Verhältnis 1:3, schreibt Connor. Doch in der Sparte Stablecoins hinkt der Euro 1:300 dem US-Dollar hinterher. Das Problem sei, dass für Euro Stablecoins im Grunde keine Angebote aus der dezentralisierten Finanz (DeFi) kommen und so auch keine wettbewerbsfähigen Zinsen für Einlagen locken. Daher müssten Krypto Investoren mit Euro Stablecoins neben den DeFi Risiken auch die für den Dollarkurs eingehen. Connor, Partner bei Rockaway, gibt sich aber optimistisch, dass in den kommenden zwei Jahren Euro Stablecoins ihren Abstand zu denen für den Dollar spürbar verringern, weil beispielsweise tokenisierte Aktien den Markt aufmischen und hier auch europäische Unternehmen mitspielen. Wir bleiben skeptisch und verweisen auf unseren Marktreport zu Euro Stablecoins.
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