Ripple erstmals mit Rückkäufen von XRP – Beflügelt das den Kurs?

Ripple hat im 3. Quartal 2020 für umgerechnet 45,5 Millionen US-Dollar XRP zurückgekauft. Diese strategische Aktion berichtet Ripple zum ersten Mal und begründet sie mit Unterstützung für „gesunde Märkte“.

Ripple hat seinen Quartalsbericht für das 3. Quartal 2020 veröffentlicht und hält dabei zwei Überraschungen bereit. Erstmals in seiner Geschichte hat Ripple demnach Mittel aufgewendet, um XRP zurückzukaufen. 45,5 Millionen US-Dollar wurden dafür zwischen Juli und September 2020 aufgewendet. Ripple will damit „gesunde Märkte“ für XRP unterstützen und schreibt, solche Rückkäufe würden möglicherweise auch künftig fortgesetzt.

Die zweite Neuigkeit: Ripple bietet seinen Kunden in einem neuen Programm eine Kreditlinie („Line of Credit) “ an. Damit soll für diese kurzfristig benötigte Liquidität in XRP einfacher bereitgestellt werden. Insgesamt 81,4 Millionen US-Dollar nahm Ripple für Direktverkäufe von XRP an institutionelle Kunden ein und verbucht diese allgemein unter Verkäufen für das Kredit-Programm und Unterstützung des Ökosystems für Ripple ohne nähere Aufschlüsselung. Direktverkäufe von XRP an Kryptobörsen wie in der Vergangenheit habe es bei Ripple im 3. Quartal 2020 nicht gegeben.

Ripples Quartalsbericht in der Kurzanalyse

Es ist das alte Lied bei Ripple: Zwar rühmt man sich, durch seine freiwilligen Quartalsberichte Transparenz für die Märkte herzustellen. Doch der genauere Blick darauf wirft stets Fragen auf. So klingt das Stichwort „gesunde Märkte“ für das Rückkaufprogramm zunächst positiv. Doch eine andere Wortwahl wäre auch Stützkäufe. Da die strategische Aktion nicht genauer aufgeschlüsselt wird, lässt sich nicht feststellen, bei welche Kurstendenzen von XRP die Rückkäufe stattfanden. Unklar bleibt auch, ob die XRP auf freien Märkten eingekauft wurden oder direkt von Großkunden.

Das Kreditprogramm für XRP bleibt ebenfalls bei genauerer Analyse etwas nebulös. Motivation für das von Ripple verantwortete Programm soll eine Ergänzung des freien Markts sein. Soweit, so gut und etwa im Zusammenhang mit der wachsende DeFi-Sparte wohl auch sinnvoll. Doch in der Bilanz wird ein Taschenspielertrick angewendet: Ripple rechnet seine Rückkäufe gegen die eigenen Verkäufe und kommt damit auf knapp 36 Millionen US-Dollar für verkaufte XRP. Damit bewegt sich die Bilanz in Nähe der Zahlen für das 2. Quartal 2020, als Ripple XRP für 33 Millionen US-Dollar verkaufte. Doch die absolute Zahl liegt eben bei gut 81 Millionen US-Dollar und zeigt damit wieder die Tendenz auf, mit hohen Quartalsverkäufen aus eigenen Beständen Anleger zu verärgern.

Fazit: Sind Ripples positiven Prognosen berechtigt?

Ripple betont in seinem allgemeinen Marktüberblick, Kryptowährungen würden aktuell zunehmend als Wertspeicher gegen Inflationsgefahren genutzt und führt Bitcoin (BTC) als Beispiel an. Zudem werden institutionelle Käufer von BTC wie Greyscale und MicroStrategy als positive Zeichen für wachsende Akzeptanz von Kryptowährungen angeführt. Doch auch hier ist BTC gefragt.

XRP hingegen droht, das große Sorgenkind von Ripple zu bleiben. Die Preiskurve von XRP kann Bitcoin und anderen führenden Altcoins nicht folgen, XRP tritt bei Werten von unter 0,30 US-Dollar auf der Stelle. Du als Anleger solltest bedenken, dass Ripple weiterhin fast die Hälfte aller XRP selbst hält. Ob die neuen strategischen Entscheidungen von Ripple XRP nachhaltig helfen können, bleibt insofern fraglich.


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