Ripple kooperiert in Afrika mit Chipper Cash – XRP nur in Nebenrolle

Ripple und der afrikanische Finanzdienstleister Chipper Cash haben eine Partnerschaft vereinbart, um grenzübergreifende Überweisungen zu vereinfachen. XRP ist davon aber vorerst nur am Rande betroffen.

Ripple (XRP) kann sich nach dem Friedensschluss mit der US-Börsenaufsicht SEC wieder ganz auf sein Tagesgeschäft konzentrieren. Dabei verstärkt Ripple sein Engagement in Afrika und kooperiert dafür mit dem regional verankerten Finanzdienstleister Chip Cash. In einer gemeinsamen Presseerklärung heißt es, Chipper Cash werde Ripple Payments in seine Dienste integrieren.

Ripple Payments ist die Blockchain-Lösung des Krypto-Unternehmens für internationale Geldtransfers. Dabei kann XRP eingesetzt werden, doch in der Praxis bevorzugen Nutzer US-Dollar und andere Fiat-Währungen. Für Chipper Cash begrüßte Mitgründer und CEO Ham Serunjogi die Kooperation, die aus seiner Sicht für Kunden dadurch punktet, dass sie internationale Überweisungen schneller und preiswerter als bislang erhalten. Dies kommt etwa dann besonders deutlich zum Tragen, wenn Wanderarbeiter oder Emigranten ihre Verwandtschaft in Afrika finanziell unterstützen. Ripple hatte Ende 2023 durch eine Partnerschaft mit onafriq seine Präsenz in Afrika gestärkt und sieht den Schulterschluss mit Chipper Cash als Fortführung dieser Strategie.

Chipper Cash mit panafrikanischem Konzept neuer Ripple Partner

Chipper Cash ist nach eigenen Angaben in gut 20 afrikanischen Ländern aktiv, zählt mehr als 5 Millionen Nutzer und organisiert täglich über 250.000 Geldtransfers. Ripple verweist auf mehr als 90 Märkte weltweit, wo man mit gut 60 Lizenzen und Zulassungen schon über 70 Milliarden US-Dollar Volumen bewegt habe. Für Chipper Cash dürfte Ripple Payments insbesondere als Geldkorridor in Richtung USA, Europa und Asien nützlich sein. In seiner Krypto-Sparte unterstützt Chipper Cash XRP bisher nur halbherzig durch die Option An- und Verkauf, aber nicht durch direkte Transfers.

In vielen afrikanischen Ländern ist der US-Dollar geduldete Ersatzwährung und Chipper Cash hat daher die führenden Stablecoins USDT (Tether) und USDC tief in sein Angebot eingefügt. Ob künftig auch der noch junge Ripple Stablecoin RLUSD von Chipper Cash unterstützt wird, blieb offen.

Fazit: Ripple in Afrika – aus XRP Fehlern der Vergangenheit gelernt?

Ripple hatte schon Anfang des Jahrzehnts eine Afrika-Offensive gestartet und damals noch mit XRP als Brückenwährung geworben. Doch dieser ursprüngliche Anwendungszweck für XRP hat sich nie in größerem Maßstab durchgesetzt und Ripple Payments ist nun das Paket für internationale Transfers. Starke regionale Partner wie Chipper Cash sind für Ripple attraktiv. Ein pikantes Detail am Rande: Erst vor einem halben Jahr hat Chipper Cash auch mit Stellar (XLM) und MonyGram strategische Vereinbarungen geschlossen – MoneyGram war bis 2021 Ripples Referenz-Kunde für XRP und bei Stellar ist der Ripple-Mitgründer Jed McCaleb eine führende Person. So trifft man sich also indirekt in Afrika wieder – dem Kontinent, wo nicht nur Ripple besonders große Chancen für rasche Expansion identifiziert hat.


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