Ripple (XRP): Experten erwarten Urteil im Prozess gegen SEC erst für 2022

Hoffnungen auf ein baldiges Prozessende beim Duell der US-Börsenaufsicht SEC gegen Ripple wegen XRP müssen einen Dämpfer hinnehmen. Vor Anfang 2022 ist Beobachtern zufolge kein Urteil in Sicht.

Kurz vor Weihachten 2020 hatte die US-Börsenaufsicht SEC ein Verfahren gegen Ripple (XRP) angestrengt. Dieser Prozess wird in der Kryptoszene genau verfolgt. Denn zum einen dürfte ein Urteil Auswirkungen auf die Zukunft und Preis von XRP haben. Und außerdem wird der mit harten Bandagen geführten Auseinandersetzung Modellcharakter bescheinigt bei der Frage, ob die SEC überhaupt für einige Altcoins zuständig ist, weil diese wie Wertpapiere („security“) einzustufen wären. Seit rund einem halben Jahr werden bei Ripple vs. SEC Schriftsätze ausgetauscht und das zuständige Gericht in New York entscheidet über Anträge. Dabei konnte Ripple zuletzt einen Etappensieg für sich verbuchen, doch verlängert damit die zu erwartende Prozessdauer wieder.

In den USA sind zwei Anwälte bekannt, die den Prozess genau verfolgen. Jeremy Hogan und James Filan kommen bei ihren aktuellen Beiträgen auf Twitter unabhängig voneinander zum Schluss: Mit jetzt bekannten Fristen und weiteren zu erwartenden Schritten wird das Gericht im Normalfall vor Anfang 2022 zu keinem Urteil kommen können. Denn bisher hat nicht einmal eine mündliche Anhörung stattgefunden. Zuvor sind drei Daten relevant:

2. Juli 2021: Bis dahin soll die SEC interne Dokumente zu Ripple und auch Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) bereitstellen, damit klarer wird, wie die SEC zu Beurteilungen bei Kryptowährungen kommt.

31. August 2021: Bis dahin sollen SEC und Ripple jeweils ihre juristische Argumentation detailliert darlegen und angeben, wie sie sich die Beweisführung dafür vorstellen.

15. Oktober 2021: Bis dahin werden Expertenmeinungen und Beweise beziehungsweise weitere Beweisanträge zugelassen.

Selbst wenn es bis dahin keine weiteren Fristverlängerungen gibt, ist mit Einsprüchen zur rechnen und auch sind im juristischen Schlagabtausch bis jetzt noch Fragen offen wie der gegenseitige Vorwurf der Prozessverschleppung. Jetzt zählt man dazu noch Anhörungen und Bearbeitungszeiten des Gerichts hinzu und es wird klar: Ein Urteil noch in diesem Jahr wäre eine große Überraschung.

Fazit: Muss Ripple für XRP Kompromiss mit SEC suchen?

Die Mühlen der Justiz mahlen langsam – das ist sprichwörtlich bekannt. Doch mit dem aktuellen Hintergrundwissen zum Zeitplan dürfte der Druck von Anlegern und Investoren auf Ripple steigen, Möglichkeiten eines außergerichtlichen Vergleichs mit der SEC auszuloten. Denn weiterhin bliebt der Handel mit XRP in den USA weitgehend ausgesetzt, was auch die Preisentwicklung drückt. Zudem hat der Fall EOS gerade noch einmal vorgeführt, dass ein Kompromiss für Ripple die schnellste und letztendlich auf preiswertere Option sein könnte, um aus der Defensive zu kommen. Der der japanische Großinvestor bei Ripple, die SBI Group, scheint hinter den Kulissen ein Szenario anzustreben, bei dem – zähneknirschend – Strafzahlungen akzeptiert werden, um das Verfahren abzuschließen. Anderseits sind auch die Ripple-Mitgründer Brad Garlinghouse und Chris Larsen durch ihr privates Vermögen von dem Prozess potenziell betroffen und könnten deshalb ein Interesse an Hinhaltetaktik haben. Es bleibt spannend, ob es wirklich zu einem Showdown mit Gewinner und Verlierer durch ein Gerichtsurteil bei SEC gegen Ripple kommt.


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