Schweizer Zentralbank arbeitet an internationalen Kryptowährungen

Die Schweiz will sich in Sachen staatlich gestützter Kryptowährungen eine Vorreiterrolle sichern. Gemeinsam mit der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich erforscht die Schweizerische Nationalbank Möglichkeiten digitaler Währungen, die auch an der Schweizer Börse gelten könnten.

Die Schweiz folgt ihrem Ruf als international beliebtem Finanzplatz und stellt sich auf die Gegebenheiten des 21. Jahrhunderts ein. Denn die Schweizerische Nationalbank (SNB) verkündet, in Kooperation mit der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ein Innovationszentrum für digitale Währungen zu eröffnen. Dort sollen die Chancen und technischen Begleitumstände von digitalem Zentralbankgeld geprüft werden. Im gleichen Atemzug gab die SNB ein Projekt mit der Schweizer Börse (SIX) bekannt, welches darauf abzielt, kommende Digitalwährungen direkt im Aktienhandel nutzen zu können. Besonders pikant wirken die Vorstöße im Zusammenhang mit Facebook Libra. Das Konsortium hinter dem privat geplanten Stablecoin Libra hat die Schweiz als Geschäftsort gewählt und strebt dort ungeachtet großer internationaler Kritik eine Zulassung durch die Regulierungsbehörden an.

Schweiz positioniert sich als kryptofreundlicher Finanzplatz

In der Schweiz hat sich offenbar die Einsicht durchgesetzt, das Thema Digitalwährungen offensiv besetzen zu wollen, um den Finanzmarktteilnehmern gewünschte innovative Instrumente zu liefern. Mit der BIZ hat eine oft als „Bank der Zentralbanken“ bezeichnete zentrale Organisation ihren Sitz in Basel und liefert der SNB einen mächtigen und etablierten Partner. Innovationszentren der SNB und BIZ sollen zudem bald in Hongkong und Singapur eröffnet werden, was deutlich zeigt: Es geht bei den Projekten nicht nur um eine Abbildung des Schweizer Franken als digitale Währung, sondern auch um andere nationale Währungen. Um diese miteinander zu verrechnen, sind beispielsweise von allen Seiten anerkannte Wechselkurse gefragt. Die SIX als Börse spricht von „Wholesale Central Bank Digital Currency“, also Kryptowährungen, deren Gebrauch großen Marktteilnehmern vorbehalten bleibt. Gleichzeitig ist die SIX bereit, einen ersten Anwendungsfall für digitale Währungen zu liefern. Die SIX gehört nach eigenen Angaben zu den 20 größten Börsen der Welt und darf sich erhoffen, die erste westliche Börse zu werden, welche Digitalwährungen als Zahlungsmittel akzeptiert.

Interessant ist auch: SNB und BIZ bringen sich mit ihren Vorhaben als Kontrollinstanzen für Digitalwährungen ins Spiel und wollen erforschen, wie man sich die ändernden Finanzmärkte effektiv beobachten kann. Zentrale Aufgabe der BIZ ist laut Statut, die Stabilität internationaler Märkte zu gewährleisten. Es zeichnet sich demnach ab, von eigener Blockchain über Clearing bis hin zum praktischen Einsatz alle relevanten Bereiche in der Schweiz als neutrale und weithin akzeptierte Dienstleister abdecken zu wollen.

Facebook Libra dürfte Schweizer Initiative begrüßen

Für das von vielen Zentralbanken skeptisch beäugte Projekt Facebook Libra sind die Nachrichten aus der Schweiz wohl positiv zu deuten. Denn wenn die SNB sich darauf vorbereitet, einen Stablecoin herauszugeben, darf sie davon ausgehen, dass auch die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden. Dies kommt Facebook Libra entgegen, welches Rechtssicherheit sucht und bereit ist, sich im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung kontrollieren zu lassen. Aus Sicht der Schweiz dürfte es kaum zusammenpassen, selbst durch die Zentralbank und BIZ staatliche Stablecoins zu fördern und privaten Akteuren wie dem Konsortium um Facebook Libra die Genehmigung zu verwehren.


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