Starker Anstieg des Cannabis-Konsums in Deutschland – rückläufige Zahlen in Staaten, in denen Konsum legal ist

Immer mehr Menschen konsumieren in der Bundesrepublik Cannabis. Innerhalb von 10 Jahren hat sich der Anteil regelmäßiger Konsumenten sogar mehr als verdoppelt, wie aus einer neuen Infografik von Block-Builders.de hervorgeht. Eine gänzlich andere Entwicklung zeigt sich in Staaten, in denen Marihuana bereits legal respektive entkriminalisiert ist. 

Vor der Legalisierung gaben im Nordwesten der USA 9,8 Prozent der 8. Klässler an, im vergangenen Monat Cannabis konsumiert zu haben. Nach der Legalisierung sank der Anteil auf 7,3 Prozent. Studienautoren einer anderen Erhebung werteten Aussagen von mehr als 1,4 Millionen US-Jugendlichen aus. Auch hier das Fazit: Vor der Entkriminalisierung konsumierten mehr Menschen Cannabis. Wie die Infografik aufzeigt, verringerte die Entkriminalisierung die Wahrscheinlichkeit für den Cannabis-Konsum der Bürger im Mittel um bis zu 8 Prozent.

Ähnliches zeigt sich in den Niederlanden, so die Einschätzung des Wissenschaftlichen Dienstes: „Trotz der faktischen Entkriminalisierung von Cannabis weist die Niederlande eine Lebenszeitprävalenz auf, die in den vergangenen Jahren leicht über, mittlerweile unter dem europäischen Durchschnitt lag bzw. liegt„.

Cannabis-Verbreitung weltweit

Global zeigt sich zwar ein Trend hin zu einem verstärkten Cannabis-Konsum der Bevölkerung. Allerdings verzeichnet Europa mit Abstand den größten Konsumenten-Anstieg. Dies zeigen Daten des „World Drug Report 2020„. So kletterte die Anzahl an Konsumenten innerhalb von 6 Jahren um 26,2 Prozent nach oben. Weltweit stieg die Zahl in besagtem Zeitraum um 10 Prozent.

Cannabis-Konzerne profitieren einerseits von diesem Wachstum. Mit einem Blick auf das Börsenparkett zeigt sich dennoch, dass von einer Rallye keine Rede sein kann – im Gegenteil. Börsennotierte Marihuana-Hersteller mussten binnen des letzten Jahres Verluste von bis zu 90,4 Prozent hinnehmen (Aurora Cannabis). Und dies wohlgemerkt, obwohl sich die Umsätze stark erhöhten. Allerdings scheint das Wachstum langsamer voranzuschreiten, als von den Börsianern vornweg antizipiert.

Cannabis Aktien weniger im Fokus

Auswertungen von Google-Daten zeigen, dass sich die Nachfrage nach „Cannabis Aktien“ im Jahres-Rückblick auf einem Tiefpunkt befindet. Der Google-Trend-Score rangiert dieser Tage auf 22. Dieser gibt das relative Suchvolumen an. Ein Wert von 100 steht hierbei für das größtmögliche Interesse.

Dabei lassen es diverse Prognosen naheliegend erscheinen, dass das Wachstum der Branche das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht hat. Alleine der Umsatz im Bereich Cannabishaltiger-Süßigkeiten soll bis zum Jahr 2025 auf 3.086 Millionen US-Dollar ansteigen, so „Grand View Research“-Daten. Dies entspräche einem Plus von rund 330 Prozent.

Die Erhebung macht deutlich, dass das hierzulande vonseiten der Politik vorgetragene Narrativ der Kriminalisierung zur Konsum-Prävention auf einem brüchigen Fundament steht. Vielmehr scheint eine Entkriminalisierung den Konsum nicht zuletzt für Jugendliche sogar unattraktiver zu machen. Andererseits wird sichtbar, dass (börsennotierte) Cannabis-Konzerne sich in einer ambivalenten Situation zu befinden scheinen. Der Markt wächst und wächst, die Börsenkurse rutschen aufgrund zu hochgesteckter Erwartungen in den Keller.

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