34 Prozent der Deutschen würden sich für Wasserstoff-Fahrzeug entscheiden, H2 doppelt so beliebt wie Elektro-Mobilität

72 Prozent der Deutschen würden sich für ein Fahrzeug mit alternativem Antrieb entscheiden, wenn der Preis nicht über dem eines herkömmlichen Verbrenners läge. Noch im Jahr 2017 war es lediglich jeder Zweite. Dies geht aus einer neuen Infografik von Block-Builders.de hervor. Unter den Antriebsarten wiederum sind Wasserstoff-Fahrzeuge deutlich beliebter, als Hybride, Elektrofahrzeuge, Benziner & Co. 

34 Prozent der Deutschen würden bei einem identischen Kaufpreis Wasserstoff-Fahrzeugen gegenüber anderen Antriebsarten den Vorzug geben. Auf Platz 2 rangieren Hybride, gefolgt von batteriebetriebenen Elektro-Fahrzeugen. Benziner und Diesel geben lediglich 13 bzw. 8 Prozent den Vorzug, wie die Grafik aufzeigt. Dies ist das Ergebnis einer Erhebung der Deutschen Energie-Agentur „dena“.

Nichtsdestotrotz: nach wie vor fristet die H2-Mobilität ein Nischen-Dasein, während der Absatz von E-Fahrzeugen stark ansteigt. So brachte alleine Tesla im vergangenen Jahr 367.500 Stromer auf die Straßen. Ein Blick auf Prognosen lässt nahe liegend erscheinen, dass sich an dem Verhältnis die nächsten Jahre nicht viel ändern wird.

Gemäß einer „Roland Berger“-Erhebung könne im Jahr 2030 bereits jedes 30. Fahrzeug elektrisch betrieben sein. Die Marktdurchdringung von H2-Autos betrage zu besagtem Zeitpunkt lediglich rund 3 Prozent. Insbesondere auf lange Sicht könnten Wasserstoff-Fahrzeuge jedoch an Relevanz gewinnen. So sprechen manche Analysten davon, dass die Elektro-Mobilität lediglich eine Übergangslösung sei. Studien zufolge könnte im Jahr 2050 bereits jedes dritte Fahrzeug mit Wasserstoff-Antrieb ausgestattet sein.

Wasserstoff und Elektro-Mobilität Vor- und Nachteile

Während beide Antriebsarten durch eine (zumindest lokal) weitestgehende Emissionsfreiheit punkten und keine Motorengeräusche erzeugen, gibt es auch Differenzen. So können H2-Fahrzeuge schnell betankt werden, während die lange Lade-Dauer bei Stromern teilweise in der Kritik steht. Allerdings gibt es in punkto Wasserstoff Tankstellen noch einen großen Nachholbedarf. Zumindest zum heutigen Stand sind E-Mobile allerdings deutlich preisgünstiger.

Elektro- und Wasserstoff Aktien in aller Munde

Unterdessen veranschaulicht auch ein Blick auf die Kursgewinne zahlreicher Elektro-Mobilität- und Wasserstoff Aktien, dass die Branche zukunftsweisend zu sein scheint. Wie aus der Infografik hervorgeht, erhöhte sich die Börsenwerte bei beiden Branchen erheblich. Am stärksten fallen allerdings die Zugewinne im Bereich Wasserstoff aus. So erhöhte sich der Preis der ITM Power Aktien im 5-Jahres-Rückblick um 958 Prozent. Auch bei Powercell Sweden sowie Nel Asa fallen die Zugewinne mit 582 bzw. 470 Prozent hoch aus. E-Mobilität-Branchenprimus Tesla konnte seinen Marktwert hingegen mit 222 Prozent Zuwachs ebenfalls stark erhöhen, allerdings weniger disruptiv.

Die Entwicklung der Automobilindustrie scheint ungewisser denn je. Neben konkurrierenden Antriebsarten setzen auch Tech-Konzerne wie Google verstärkt auf die Entwicklung von Fahrzeugen – ob zum Leidwesen traditioneller Autohersteller oder nicht, wird sich unterdessen erst noch zeigen müssen.

6 Kommentare

  1. So ein Schwachsinn – Wasserstoff Autos – gibts jenseits von 70 000.- EURO.
    E- Autos mit Reichweiten 200-300km ab 22 000.- EURO.
    Ein E- Auto kann ich notfalls an jedem Haus laden.
    Bei Wassertsoff ist die Zahl der Tankstellen begrenzt,. So eine Tanke
    kostet ca. 1.2 Millionen Euro.
    Auch dauert Tanken länger – denn beim 2. Laden muß mann ca. 20 Minuten warten,bis der Druck wieder aufgebaut ist.
    Dann fährt mann mit einer Bombe durch die Gegend – denn der Tank hat einen
    Druck von ca. 300bar – mein Autoreifen 2,6 .
    Außerdem haben die meisten Besitzer von E- Autos zu Hause eine Photovoltaik
    Anlage und laden bei Sonnenschein umsonst.
    Preiswerter als ein E- Auto geht nimmer.
    Mit sonnigen und elektrischen Grüßen aus de Palz
    Robert Kuntz

    • Hallo Herr Kuntz,

      besagte Erhebung wurde nicht von Block-Builders durchgeführt, sondern von der Deutschen Energie-Agentur, wie auch im Text angegeben (mit Link-Verweis). Zumindest handelt es sich um eine repräsentative Befragung, wenngleich Zweifel selbstverständlich immer angebracht sind, da bin ich ganz bei Ihnen.

      Die Frage war ja „bei gleichem Preis“. Elektroautos sind deutlich preisgünstiger, und auch die Infrastruktur deutlich besser ausgebaut, wie Sie richtig schildern. Aber: auch ich finde das Ergebnis zumindest verwunderlich, vorsichtig formuliert. Aber in dem Beitrag ging es ja auch nicht um meine persönliche Meinung.

      Merci & schöne Grüße in die sonnige Palz,
      Raphael Lulay

    • Der Druck in den Wasserstoff Tanks aus Verbundwerkstoff (ca. 150 kg für 5-6 kg Wasserstoff) beträgt bis zu 700 Bar. Explosion oder einfaches Bersten führt zu Töten. Die 200 Bar der Erdgas Tanks führten bereits öfter zu Unfällen….

  2. Ich schätze mal, dass diese Umfrage kaum neutral gewesen sein kann:
    Bis dato kann man so gut wie ausschließlich fossiles H2 (zu 95 % aus Erdgas) tanken. Deshalb sind die Hauptpromotoren von H2(-Mobilität) die Fossilkonzerne; denen gehören wohl kaum zufällig die allermeisten H2-Tankstellen! Um für Massenmobilität grünen Wasserstoff zu produzieren, fehlen schlicht die Ökostromkraftwerke. Wegen des schlechten Wirkungsgrades von H2-Autos bräuchte man zudem ca. die doppelte Kraftwerksleistung als für eine gleiche Kilometerleistung mit BEVs (Battery Electric Vehicles).
    Und trotzdem rufen die Menschen H2? Das Dilema ist meiner bescheidenen Meinung nach leicht aufzuklären:
    Die Fossilkonzerne hatten das Geld, diese Propaganda (Inserate + PR, die Medien gefügig machen, sowie Lobbying, das mit oder ohne Geldkoffer Politik gefügig macht) über vergangene und viele weitere Jahre zu bezahlen (wie seinerzeit die Tabakindustrie wider besseres Wissen das Rauchen verharmloste).
    Die Fossilkonzern-Alternative lautet wieder Tankstellenmonopole, diesmal H2: Dem Verbrennungsmotorauto und damit dem Ölabsatz droht konkret ein baldiger Niedergang. Kampflos geben sie ihre Quasimonopolmacht (gemeint das Tankstellennetz) nicht her. Wenn nur BEVs fahren und der Strom vom Dach kommt, wären sie voll aus dem Rennen. Ist nicht etwa genau das der tatsächliche Wirtschaftskrieg, den die unvorstellbar reichen Fossilkonzerne führen? – leider mit Erfolg.
    Wer diese Argumente verschwörerisch nennt, sollte selbst recherchieren bzw. Prof. Rainer Mausfelds Bücher lesen bzw. seine Vorträge auf Youtube ansehen.

  3. Es ist unglaublich. Da wird über Wasserstoff und E-Mobilität diskutiert, ohne die Möglichkeiten pflanzlicher Energieträger zu erwähnen, die es erlauben würden einen Verbrenner ohne Umrüstung extrem Schadstoffarm betreiben zu können. Hydrierte Öle (HVO) und native Öle stellen eine Möglichkeit dar, sofort und ohne hohe Investitionskosten auf Umweltgerechte Mobilität umstellen zu können. Ölpflanzen können sogar als Grundnahrungsmittel genutzt werden, sodass Energie plus Nahrung gegeben wäre. Eine einfache und zugleich Umwelt gerechte Möglichkeit.

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