BaFin erlaubt STO von Unternehmensfinanzierer Bitbond

Der deutsche Finanzmarkt betritt Neuland: Der Unternehmensfinanzierer Bitbond hat von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) grünes Licht für eine STO bekommen. Die Security Tokens können ab 11. März gezeichnet werden.

Jubel bei Bitbond: Auf Twitter vermeldet das Berliner Unternehmen, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) einer Finanzierungsrunde auf Tokenbasis zugestimmt habe. Bisher hatte die BaFin Zuständigkeiten für Security Token Offerings (STOs) abgelehnt. Bis zu 100 Millionen Euro darf Bitbond nun mit dem Segen der Aufsichtsbehörde ab 11. März einsammeln, das interne Ziel soll bei mindestens drei Millionen Euro liegen. Das Besondere: Die Anleger zahlen in Euro, Stellar, Bitcoin oder Ethereum ein, um zehnjährige Schuldverschreibungen zu erwerben. EDoch gerechnet wird nach der Einzahlung nicht in Euro, sondern im Security Token BB1, der an den Stellar (XLM) koppelt. XLM ist die nach Marktkapitalisierung achtgrößte globale Kryptowährung und wurde von Jed McCaleb gegründet, der auch hinter Ripple steckt. Vier Prozent Zinsen sollen von Bitbond jährlich an Anleger in BB1 ausgezahlt werden. Damit wird der Bitbond-Schuldschein im Grunde virtuell und die Finanzierungsrunde zu einem STO. Anders als noch bei Neufund wird ein kein Minimum Investment von 100.000 Euro je Anleger geben.

Hintergrund zum STO bei Bitbond

Bitbond war 2013 noch ein von zwei Personen betriebenes Start-up und zählt heute Tausende von Kunden. Die Idee hinter Bitbond ist, an Klein- und Mittelunternehmen Kredite zu vergeben. Eine entsprechende Lizenz dafür besitzt Bitbond bereits seit 2016. Das Geld, was verliehen wird, stammt von Privatpersonen und Investoren. Ein mittlerweile 25-köpfiges Team in Berlin prüft dann Finanzierungsanfragen und gibt Kredite aus, mit einem Volumen von aktuell mehr als 15 Millionen Euro. Damit die Kredite günstig und schnell bei den Unternehmen ankommen, werden bei internationalen Überweisungen Kryptowährungen als Zwischenwährung genutzt. Aus diesem Detail stammt wohl auch der Ansatz, keine direkten Unternehmensanteile für mehr Kapital abzugeben, sondern eine virtuelle Schuldverschreibung zu offerieren. Diese wird BB1 genannt. Details zum BB1 und Frühbucherrabatt finden sich auf dieser eigens eingerichteten Webseite.

Zur Klarstellung: Die BaFin hat das Projekt genehmigt und den Prospekt geprüft – aber dies sagt zunächst einmal nichts darüber aus, ob das Geschäftsmodell von Bitbond langfristig tragfähig ist. Offiziell bestätigt ist nur, dass die bisherige Buchhaltung bei Bitbond stimmt und sich keine Anhaltspunkte für Anlegerbetrug ergeben haben. Bemerkenswert ist die Entscheidung trotzdem: Denn die BaFin hatte in der Vergangenheit mehr als 130 ähnlich gelagerte Anträge zurückgewiesen und fährt auch ansonsten einen restriktiven Kurs bei allen Themen, die mit Kryptowährungen zusammenhängen.

Soll ich in Bitbond investieren?

Dies muss jeder für sich selbst entscheiden. Immerhin unterscheidet sich Bitbond durch die 4% Zinsen pro Jahr deutlich von den überzogenen Bewertungen, mit denen Bitwala und Neufund in letzter Zeit auf sich aufmerksam gemacht haben.


Wer noch keine Stellar Lumens (XLM) besitzt kann diese gegen Euro bei eToro kaufen. Gegen Bitcoins und Ethereum wird XLM bei Binance gehandelt.

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