Binance übernimmt Anbieter von Krypto-Kreditkarten Swipe

Die Kryptobörse Binance hat Swipe übernommen, einen Anbieter von Krypto-Kreditkarten und Finanzdienstleister. Eine Kaufsumme wurde nicht genannt. Parallel zu dem Deal wird nun auch der Binance Coin (BNB) bei Swipe integriert und Binance listet den Swipe Token SXP.

Der Zusammenbruch von Wirecard und die damit verbundene zeitweise Deaktivierung von Krypto-Kreditkarten hat vor Augen geführt, dass in diesem Feld nach wie vor nur sehr wenige attraktive Angebote bestehen. Die weltweit führende Kryptobörse Binance hatte schon im März Pläne öffentlich gemacht, in das Geschäft mit Krypto-Kreditkarten einzusteigen. Jetzt teilt Binance mit, Swipe.io übernommen zu haben und damit einen der rar gesäten Anbieter von Visa-Kreditkarten, die auch etablierte Kryptowährungen als Guthaben integrieren.

Hinterrund zu Swipe und SXP

Swipe erlaubt es seinen Kunden, rund 20 verschiedene Kryptowährungen auf der Wallet von Swipe zu halten und diese mit einer Debit-Kreditkarte von Visa zu verknüpfen. Als Herausgeber dieser Kreditkarten dient Contis Financial Services Ltd, ein in Großbritannien registrierter Finanzdienstleister. Die Krypto-Kreditkarten von Swipe sind in der EU zugelassen und funktionieren hybrid. Man kann mit ihnen sowohl Bankkonten verbinden als auch die Swipe Wallet. Soll auf Krypto-Guthaben zugegriffen werden, wird gewählt, welche in Fiat umgetauscht und damit zum ganz normalen Zahlen genutzt wird. Bislang unterstützt Swipe neben Bitcoin (BTC) das Gros der führenden Altcoins wie Ethereum (ETH), Litecoin (LTC), Rippe (XRP) und EOS. Für den Umtausch von Krypto in Euro berechnet Swipe derzeit 1 Prozent Gebühren. Der Binance Coin (BNB) kommt ab sofort zu den von Swipe unterstützen Altcoins dazu.

Swipe selbst hat mit SXP selbst einen Discount Token, der Rabatte garantiert. Krypto-Experte Larry Cermak weist auf Twitter daraufhin, dass erste Berichte zur Übernahme von Swipe durch Binance schon Ende Juni kursierten. SXP habe seitdem um 50 Prozent an Wert zugelegt. Cermak verweist auch auf eine Anfrage an Binance vom April, als die Kryptobörse Übernahmegespräche mit Swipe als „Falschinformationen“ bezeichnete. Cermak glaubt, dass Binance hier Vorwürfen zu Insiderhandel aus dem Weg gehen wollte. Doch seiner Meinung nach setzt Binance bei Übernahmen und Beteiligungen an anderen Krypto-Unternehmen seine Marktmacht ein, um Gewinne zu scheffeln. Dazu reicht seiner These nach aus, einen bereits bestehenden Token bei Binance zu listen oder durch die neuen Beteiligungen einen neuen Token zu launchen.

Binance und Swipe äußerte sich zunächst nicht zu dieser Kritik. Binance hat begonnen, SXP zu listen und verweist darauf, durch die Übernahme von Swipe selbst SXP erhalten zu haben. Diese wolle man aber in großer Mehrheit für Jahre halten, damit Swipe weiter wachsen könne.

Fazit: Trotz Beigeschmack – Binance macht mit Swipe kundenfreundlichen Schritt

Je größer die Dominanz von Binance in der Kryptobranche wird, desto mehr Kritik muss das Unternehmen auch einstecken. Die Hinweise von Larry Cermak zu nicht wirklich transparentem Geschäftsgebaren bei der Übernahme von Swipe haben eine gewisse Logik und weitere Expansionsrunden von Binance werden wohl noch genauer unter die Lupe genommen als schon bisher.

Anderseits ist es für Kunden von Binance eine gute Nachricht, jetzt mit Kreditkarten von Swipe eine Option zu haben, ihre Krypto-Guthaben einfach im Alltag nutzen zu können. Details zu künftigen Projekten sollen folgen, mit BNB bei Swipe und SXP bei Binance kommen die Beteiligten aber schon jetzt sehr eng zusammen.

Wenn Du die Kreditkarten von Swipe im Detail etwa mit denen von Coinbase vergleichst, fallen niedrigere Gebühren bei Swipe auf und sogar bis zu 4 Prozent Cashback in Bitcoin (BTC). Dafür müssen allerdings mindestens 300.000 SXP für mindesten sechs Monate gehalten werden, was beim derzeitigen Kurs mehr als 170.000 US-Dollar entspricht. Doch auch mit dem Einsteigermodell bei Swipe, wo keine SXP Voraussetzung sind, gibt es bereits 1 Prozent Cashback in BTC und eine weltweit akzeptierte Visa-Kreditkarte.

Es tut sich also etwa auf dem Markt für Krypto-Kreditkarten und spannend bleibt weiter, ob Binance es mit Swipe belässt oder weiter daran arbeitet, auch eine Lösung unter eigenen Namen zu entwickeln. Sicher ist: Durch solche praxistauglichen Offerten kommen Bitcoin und Co. im Alltag vieler Menschen an, denen das bisweilen komplizierte Umtauschen von Krypto in Fiat zu umständlich ist und denen über Krypto-Kreditkarten diese Prozedur im Hintergrund abgenommen wird.


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