Bitcoin Halving: Technisch passiert wenig, psychologisch aber sehr viel

Das am 12. Mai 2020 bevorstehende Bitcoin Halving beschäftigt Anleger weltweit. Wie entwickelt sich der Kurs von BTC vor und nach dem Ereignis? Technologisch betrachtet ist das Bitcoin Halving allerdings wenig spektakulär.

An den jüngsten Ausschlägen im Kurs von Bitcoin (BTC) wollen viele Analysten bereits die Vorzeichen des am 12. Mai 2020 anstehenden Bitcoin Halvings erkennen. Und tatsächlich hat die Geschichte von Bitcoin rund um die zwei bereits stattgefunden Halvings in 2012 und 2016 bewiesen, dass dieses automatisierte Ereignis den Kurs von BTC deutlich beeinflusst, tendenziell positiv. Was also steckt technologisch hinter dem Bitcoin Halving und warum wurde es im Code von BTC fest verankert?

Kurz erklärt: Bitcoin Halving

Im ursprünglichen Whitepaper zu BTC hatte der geheimnisumworbene und weiterhin anonyme Satoshi Nakamoto ein Bitcoin Halving nicht einmal erwähnt. Dieses Detail steuerte er erst wenig später in einer Nachricht an BTC-Pioniere nach, es ist etwa hier nachzulesen. Nakamoto erklärte, dass im Code von Bitcoin ein Halving zementiert wurde, welches alle vier Jahre stattfinden soll. Um anfangs die Attraktivität von Bitcoin zu steigern und möglichst viele Nutzer zum Betreiben von Nodes zu bewegen, wurden für das Erschließen neuer Blöcke in der Blockchain 10,5 Millionen BTC als Belohnung reserviert. Für jeden neuen Block zwischen 2008 und 2012 gab es damals 50 BTC. Ein neuer Block hält Transaktionen unwiderruflich und manipulationssicher fest, die Blockchain ist die unbestechliche Instanz, welche BTC technologisch vor politischem oder menschlichen Einfluss schützt.

Satoshi Nakamoto hatte die Höchstzahl aller BTC auf 21 Millionen festgelegt und ging davon aus, dass BTC immer mehr Anhänger finden würde. Deshalb das Halving, was die Inflation bremst. 2012, mit dem ersten Bitcoin Halving, wurde die Belohnung auf 25 BTC pro Block halbiert und für den Zeitraum bis 2016 waren dafür 5,25 Millionen BTC reserviert. Das Spiel wiederholte sich 2016 mit nunmehr 12,5 BTC als Belohnungsfaktor und 2,625 Millionen reservierter Bitcoin. Beim jetzigen Bitcoin Halving sinkt die Belohnung auf 6,25 BTC pro Block und bis 2024 sind dafür 1.312.500 BTC reserviert. Diese Spirale dreht sich immer weiter, bis einmal alle 21 Millionen maximale BTC fast erreicht sind und sich Nodes mit Gebühren für Transaktionen begnügen müssen, neue BTC aber nur noch in mikroskopischen Dosen entstehen.

Bitcoin Halving, Gold und Geldpolitik

Satoshi Nakamoto wollte eine harte digitale Währung schaffen, deren Wert am freien Markt entschieden wird und die sich anderen Einflüssen entzieht. Historisch betrachtet hat sich mit Gold ein solcher Wertspeicher bereits global etabliert. Die Vorkommen sind begrenzt, das Erschließen neuer Goldquellen wird deshalb immer schwieriger und zugleich wird Gold weltweit als Währungsersatz akzeptiert. Unter dieser Prämisse („Stock-to-Flow Konzept“) kommen etwa die Fachleute der Bayerischen Landesbank auf einen Kurswert von Bitcoin noch 2020 nach dem Halving in den Regionen von 90.000 US-Dollar. Klar ist: Da können Geldpolitiker noch so fluchen und altbackene Finanzstars wie Warren Buffett BTC verteufeln – am Code von Bitcoin können sie nichts ändern.

Und Satoshi Nakamoto hatte im Zusammenhang mit Bitcoin Halving auch ein zweites Szenario vorhergesehen. Denn wenn die Belohnung für neue Blöcke sinkt, könnten Miner ja ihr Geschäft aufgeben, so wie nicht jede Goldmine bis auf den letzten Fitzel ausgeschlachtet wird. Doch in solchen Fällen, wenn die Hashrate in der Blockchain von BTC signifikant sinkt, also die Schlagzahl in den Goldminen – was passiert dann? Dann justiert der Code von BTC die Schwierigkeit für das Finden neuer Blöcke automatisch nach unten, macht diese Leistung wieder profitabler, bis die Leistungsfähigkeit der Blockchain erneut den vom Markt erforderten Stand erreicht. Dann wird die Schwierigkeit wieder erhöht und so weiter. Hier steckt im Code von Bitcoin ein zweiter Geniestreich, der von außen nicht auszuhebeln ist und sicherstellt, dass die Blockchain von BTC stabil funktioniert.

Fazit: Bitcoin Halving technologisch ein kleiner Schritt mit potenziell gewaltigen Folgen

Wenn am 12. Mai mit Block 630.000 in der Blockchain von BTC das Bitcoin Halving ausgelöst wird, ändern sich im Code nur wenige Zahlen. Das ist sicher. Ob sich die Annahme optimistischer Anleger bestätigt, dass das BTC Halving den Kurs beflügelt? Sie gehen von weiter steigender Nachfrage nach BTC aus bei einem sich gleichzeitig verknappendem Neuangebot. Diese These hat sich bei den bisherigen Bitcoin Halvings zeitlich etwas versetzt als richtig erwiesen und BTC bereits zweimal auf neue Allzeithochs getrieben.

Vieles spricht dafür, dass sich diese Geschichte wiederholt, nicht zuletzt die enormen Inflationsgefahren in Fiat durch die Zeiten der Coronakrise. Mit Anschmeißen der Gelddruckmaschinen von Notenbanken weltweit für Konjunkturprogramme steigt das Inflationsrisiko von Leitwährungen wie US-Dollar oder Europa, während BTC unabhängig von solchen Entwicklungen als Wertspeicher mit Bitcoin Halving dagegen hält. Anderseits sollten wir auch nicht vergessen: Der überaus logische Ansatz von Bitcoin mit Halving ist auf längerem Zeiträume gesehen immer noch in der Phase des jungen Erwachsenseins, Gold hat damit verglichen eine wesentlich längere Vorgeschichte.


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