Bitcoin und Etherum haben die erwartete Erhöhung des US-Leitzinses gut verkraftet. Der Privacy Coin Zcash (ZEC) schreibt das nächste Rekordhoch. Die Deutsche Bank wird Verwahrung von Krypto anbieten. Das Block-Builders Briefing.
BITCOIN
Bitcoin notiert am Donnerstagmorgen bei rund 76.500 Dollar, fast 1 Prozent Tagesplus. Die Bitcoin ETFs verzeichneten am Börsenmittwoch 296 Millionen US-Dollar Kapitalabfluss.
Im BTC Netzwerk ist Bitcoin Core die Software, welche Nodes (Netzwerkpunkte) üblicherweise einsetzen. Die ursprüngliche Version aus 2009 wurde noch von Satoshi Nakamoto selbst entwickelt, seit 2011 kümmert sich eine Gruppe von Experten um Bitcoin Core. Nun hat diese den 10. Oktober auf Github als geplantes Datum für die Veröffentlichung von Version 32.0 festgesetzt. Kleine, aber feine Veränderungen bringt das Update mit sich: Bislang schätzt Bitcoin Core die BTC Transaktionsgebühren auf Grundlage der letzten Blöcke. In Zukunft wird die Node Software auch die Gebühren in seine automatische Prognose einbeziehen, welche noch auf Bestätigung und Ausführung warten. In der Dokumentation zu Bitcoin Core 32.0 wird durch diesen Schritt eine schnellere Anpassung von realistischen BTC Transaktionsgebühren erwartet. Zwei kleinere Bugs soll Bitcoin Core 32.0 zudem reparieren: Unter Umständen konnte der Speicher von Servern überbelastet werden, was künftig verhindert wird. Zudem gab es eine kleine Sicherheitslücke, über die beim Zusammenkommen mehrerer Faktoren unberechtigt der Computer eines Bitcoin Core angegriffen werden könnte. Um die Fehler zu finden, haben die Entwickler nach eigenen Angaben auch Künstliche Intelligenz eingesetzt.
ETHEREUM
Ethereum hat sich Donnerstagmorgen mit 1,5 Prozent Tagesplus auf rund 2.450 Dollar erholt. Die Ethereum ETFs meldeten vom Börsenmittwoch auffällige 224 Millionen US-Dollar Kapitalabfluss. Das schlechteste Tagesergebnis seit Januar dürfte auf die Ablehnung der Clarity Krypto Gesetze in den USA zurückzuführen sein.
Im Ethereum Ökosystem scheiden sich die Geister über Standards für Wallets der Zukunft. Derek Chiang, Entwickler bei ETH Labs, fasst auf X die Situation zusammen: Man habe von sich aus Kollegen von Ethereum Layer-2 wie Base und Arbitrum eingeladen, um gemeinsame Lösungen zu finden. Doch dies sei gescheitert und nun werde Ethereum unter dem Kürzel EIP-8141 seine Vorstellung der nächsten Wallet Generation umsetzen. Base hingegen habe sich entschieden, unter dem Kürzel EIP-8130 seine Entwicklungsarbeit gesondert fortzusetzen. Chiang beschreibt, dass bei Ethereum die Prioritäten Zensurschutz, Open Source und Privatsphäre im Vordergrund stehen. Layer-2 wie Base legen mehr Wert auf Skalierung, Nutzerfreundlichkeit und Erfüllung von regulatorischen Vorschriften bei ihren Wallets, so Chiang. Man habe leider keine Kompromisse gefunden. So dürfte es vom Ethereum Upgrade Hegota, welches für 2027 geplant ist, im ETH Ökosystem erstmals zwei Sorten von Wallets geben, die sich technologisch merkbar unterscheiden. Auf der Plusseite vermerkt Chiang Wettbewerb unter Entwicklern, welcher Fortschritt und Innovation bei Ethereum beschleunigen könne.
ALTCOINS
Gewinner des Tages ist Zcash (ZEC) mit 17 Prozent Plus und einem neuen Rekordhoch von über 1.350 Dollar. ZCash hat nun seit Jahresanfang schon 165 Prozent Plus gemacht und entscheidet so den Wettbewerb der Privacy Coins gegen Monero (XMR) vorerst wieder für sich.
Verlierer des Tages ist Sky mit 6 Prozent Minus. Sky hörte früher auf den Maker (MKR) und konzentriert sich mittlerweile auf Kredit- und Zinsangebote für Stablecoins, wo viel Konkurrenz herrscht.
Das Krypto-Stimmungsbarometer kann sich knapp in der Zone „Gier“ halten, was nach der Erhöhung des US-Leitzinses und dem Scheitern der Krypto Clarity Gesetzen in der USA keineswegs selbstverständlich ist.
AUS DER KRYPTOINDUSTRIE
Die Deutsche Bank will noch in diesem Jahr in das Geschäft mit dem Verwahren von Kryptowerten einsteigen. In einer Pressemitteilung benennt das größte deutsche Geldhaus Bitcoin und Ethereum namentlich als Kryptowährungen, die von Beginn an unterstützt werden sollen. Zudem führt die Deutsche Bak die Stablecoins USDC und EURC von Circle sowie den deutschen EURAU auf. Zunächst sollen Profi-Kunden der Deutschen Bank wie etwa Hedge Funds, Broker und Institutionen für das Krypto-Verwahrgeschäft angesprochen werden, zu Gebühren gibt es bisher keine Details. Im Moment warten die Bänker noch auf „Grünes Licht“ von Regulierungsbehörden, was aber eine Formsache sein dürfte. Im Ausblick schaut die Deutsche Bank auch schon auf das Verwahren von tokenisierten Aktien, das Wachstumsthema Nummer Eins in der Kryptobranche.
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