Bitcoin: Wasabi Wallet gerät ins Visier von Europol

Die EU-Polizeibehörde Europol beschäftigt sich in einem internen Bericht mit der Wasabi Wallet. Mit dieser lassen sich Bitcoin nicht nur aufbewahren, sondern auch sehr bequem mixen und so anonymisieren. Europol sieht die Wasabi Wallet naturgemäß skeptisch.

Privatsphäre in Geldsachen ist zunächst einmal ein ganz natürliches Verlangen: Viele Bürger kümmern sich aktiv darum, ihren Besitz und private Geldflüsse vor der Neugier anderer zu verbergen. Bargeld oder etwa Nummernkonten im Ausland sind zwei der Methoden, die nicht nur aus Filmen bekannt sind. Doch in der digitalen Gegenwart sind es auch Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC), die mit dem Versprechen von Anonymität Interesse auf sich ziehen, ob nun von unbescholtenen Bürgern oder Kriminellen. Eine interne Handreichung von Europol hat nun die Wasabi Wallet für Bitcoin unter die Lupe genommen, die mit mehreren Features Privatsphäre unterstützt. Europol kommt zu dem Schluss, dass die Wasabi Wallet Ermittlungen im Zusammenhang mit Bitcoin erheblich erschwert, wenn nicht sogar unmöglich macht.

Hintergrund zur Bitcoin Wallet Wasabi

Die Wasabi Wallet ist laut Europol seit Herbst 2018 auf dem Markt und mittlerweile werden auf ihr demnach mehr als 110.000 Bitcoin verwahrt. Deren umgerechneter Wert von aktuell etwa 1 Milliarden US-Dollar beträgt zwar im Verhältnis zur Marktkapitalisierung von BTC weniger als 1 Prozent. Doch Europol schätzt aufgrund von Daten von Chainalysis, dass allein in den ersten Märzwochen Bitcoin im Millionenwert aus dem Darknet und mutmaßlich illegalen Geschäften in Wasabi Wallets geflossen sind. Warum die Wasabi Wallet so attraktiv ist, erklärt Europol ebenfalls:

  • Der Code der Wasabi Wallet ist Open-source und der Einbau einer Hintertür weitgehend ausgeschlossen.
  • Die Wasabi Wallet erlaubt es, BTC lokal zu speichern, und fällt damit nicht unter die Regeln zur Verhinderung von Geldwäsche. Auch ein Zugriff der Entwickler der Wasabi Wallet auf Konten und BTC-Adressen ist unmöglich, so Europol.
  • Integriert in die Wasabi Wallet ist bequeme Nutzung von Bitcoin Mixing, in diesem Fall CoinJoin. Damit können eingehende BTC mit den Bitcoin anderer Nutzer gemischt und anschließend wieder ausgezahlt werden. Während der Eingang von Bitcoin in die Wasabi Wallet noch oft bekannten Adressen zugeordnet werden kann, verliert sich diese Spur durch den Gebrauch des Bitcoin Mixer.
  • Zusätzlich nutzt die Wasabi Wallet das TOR-Netzwerk als Standard. Dieses hat zum Ziel, durch das Verschleiern von IP-Adressen anonymes Surfen zu ermöglichen und dient oft als Grundlage für illegale Operationen im Internet.

Mit diesem Gesamtpaket stellt die Wasabi Wallet im Umgang mit Bitcoin die „wahrscheinlich bequemste und sicherste Art und Weise zur Verfügung, Bitcoin zu mixen“, urteilt Europol und stellt weiter in Fallbeispielen dar, wie sich Ermittler an der Wasabi Wallet die Zähne ausbeißen. Solange Nutzer der Wasabi Wallet keine Fehler machen, ist ihnen normalerweise nicht mehr nachzuweisen, woher sie BTC empfangen haben und was sie mit ihnen machen, so Europol.

Fazit: Europol ist besorgt wegen Wasabi Wallet

Wer möchte, kann den Bericht von Europol auch als eine Art Werbung für die Wasabi Wallet lesen. Denn der Besitz von Bitcoin ist ebenso wenig wie die Nutzung der Wasabi Wallet etwas Verbotenes. Dass die Strafverfolger unglücklich sind über die Möglichkeiten, im dezentralen Ökosystem von BTC Anonymität zu erhalten, liegt auf der Hand. Doch wer als Anleger mit Bitcoin handelt, weiß auch: Mit der Anonymität ist üblicherweise dann Schluss, wenn Kryptobörsen ins Spiel kommen, die in der EU zwingend die Identität ihrer Kunden prüfen.


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