Voice: EOS Soziales Netzwerk auf Blockchain-Basis startet früher

Unter dem Namen Voice erregt das Projekt eines neuartigen sozialen Netzwerks seit rund einem Jahr Neugierde. Jetzt wurde bekannt, das Voice teilweise bereits am 4. Juli zum Unabhängigkeitstag der USA startet und damit früher als erwartet.

Im Juni 2019 kündigte Block.one, das Blockchain-Unternehmen hinter EOS, sein Projekt Voice an. Soziale Netzwerke, angeführt von Facebook und Instagram, seien undemokratisch und von Geschäftsinteressen geleitet. Dem werde mit Voice eine Alternative entgegengesetzt, wo eine manipulationssichere Blockchain die Integrität garantieren solle und mit einem Voice Token eine native Kryptowährung das Projekt stütze. So weit die von Block.one verbreitete Theorie. Seitdem hat sich bei Voice einiges getan und nun scheint man entschlossen, Voice live zu schalten. Voice-CEO Salah Zalatimo kündigte auf Twitter an, dass am 4. Juli für die Plattform der Startschuss zur breiteren Öffentlichkeit falle. Ab dann könne jeder Beiträge auf Voice lesen, das Verfassen von Content und das Kommentieren bleibe aber vorerst registrieren Nutzern vorbehalten.

Das Datum 4. Juli ist der US-Unabhängigkeitstag und damit symbolträchtig gewählt. US-Präsident Donald Trump wirft etablierten Medien und neuerdings auch sozialen Netzwerken immer wieder „Fake News“ und Zensur vor. Zalatimo schreibt, man müsse das Soziale im Internet den großen Tech-Unternehmen wieder entreißen. Deshalb sei die Entscheidung gefallen, Voice früher als geplant zu launchen. Ab dem 15. August sollen dann auch registrierte Nutzer Freunde zu Voice einladen können, die dann wiederum selbst posten und kommentieren dürfen. Bisher geschieht die Registrierung nur auf Wunsch hin und muss von Voice freigeschaltet werden.

Kann Voice das Thema Social Media revolutionieren?

Block.one spendierte Voice im März eine Finanzspritze von 150 Millionen US-Dollar, zog sich aber gleichzeitig vom Management von Voice zurück. Für Irritation sorgte auch die Nachricht, dass Voice entgegen früherer Ankündigungen nicht die Blockchain von EOS als technologische Basis nutzt. Ein Beta-Programm von Voice läuft seit Mitte Februar, hat aber kaum öffentliche Aufmerksamkeit generiert.

Anderseits werden Facebook und Co. nicht nur von Präsident Trump misstrauisch beäugt. Bei den schon etablierten Diensten werden private Daten im großen Stil gesammelt und durch Werbung zum Geschäftsmodell gemacht. Auch Zensurvorwürfe – in den USA stets ein Aufregerthema – bringen Netzwerke wie Twitter oder YouTube immer wieder in eine Zwickmühle: Gesetzgeber verlangen etwa, irreführende, gewaltverherrlichende und rassistische Posts zentral zu löschen. Aber wo verläuft die Trennlinie zwischen erlaubter Meinungsäußerung und nicht erlaubten Beiträgen? Eine eindeutige Antwort darauf ist kaum zu finden.

Voice macht eine eindeutige Identifizierung seiner Nutzer bei der Registrierung zur Voraussetzung, man wird dort also Klarnamen kennen und echte Anonymität garantiert Voice nicht. Ob und gegebenenfalls wie Voice auch Nutzer sperren oder Beiträge entfernen wird, zeigt erst der Praxistest ab 4. Juli. Der Voice Token als Utility Token dürfte für Anleger kaum eine Rolle spielen. Und positive Seiteneffekte für EOS sind durch die Ablösen von EOS-Technologie und Block.one auch nicht zu erwarten. Bleibt die Frage: Braucht die Online-Welt tatsächlich noch ein soziales Netzwerk mehr?


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