Bringt der BitTorrent Token TRON an seine Grenzen?

Der von TRON und BitTorrent angekündigte BitTorrent Token (BTT) stößt erneut auf große Skepsis. Der ehemalige BitTorrent-Chefstratege Simon Morris glaubt, dass das TRON-Netzwerk schlicht nicht in der Lage sein wird, die Menge der erwarteten BTT-Transaktionen zu verarbeiten. TRON spricht von „Äußerungen eines verärgerten früheren Angestellten“.

Es sind wahrlich harte Vorwürfe, die Simon Morris in Richtung des mit großem Getöse verbundenen Launch eines BitTorrent Token (BTT) aufstellt. Fast ein Jahrzehnt war Morris bei BitTorrent in leitenden Positionen tätig, zuletzt als Chefstratege. In einem Interview berichtet Morris nun über seine Zusammenarbeit mit TRON-Gründer Justin Sun und erklärt, warum der neue BTT eine Totgeburt zu werden droht. Ursprünglich, so Morris, habe man bei BitTorrent die Idee gehabt, von der „verrückten Blase“ im Bereich Kryptowährungen irgendwie zu profitieren. Durch die Übernahme von BitTorrent durch TRON habe das Projekt dann Fahrt aufgenommen. Allerdings sei es für die Blockchain von TRON (TRX) „unmöglich“, die Zahl der Transaktionen zu bewältigen, die der BTT brauche.

Mehr als 100 Millionen aktive BitTorrent-Nutzer sollen demnächst mit BTT in Berührungen kommen und mit dem BTT schnellere Download-Geschwindigkeiten auf dem Filesharing-Netzwerk einkaufen können. Hunderte von Transaktionen pro Sekunde seien nötig, sagt Morris, und die Kapazität könne TRON nicht erbringen. Alle anderen Behauptungen sind Morris zufolge „Bullshit“, der BTT werde TRON zum Schmelzen bringen und zerstören. TRON kommentierte das Interview mit zwei Sätzen: Morris habe seit seinem Abgang bei BitTorrent kaum noch Einblicke mehr in den operativen Bereich. „Aktionen und Ausführungen (beim Projekt BTT) werden deutlichere Beweise geben als die Worte eines enttäuschten früheren Angestellten“. Inhaltlich wollte TRON auf die Kritik am BTT offenbar nicht eingehen. Laut eigenen Angaben soll die TRON Blockchain 10.000 Transaktionen und mehr pro Skeunde schaffen. Viele Experten zweifeln aber daran.

Morris über TRON-Gründer Justin Sun: „wie Trump“

In Sachen Skalierbarkeit des BTT sieht Morris allenfalls die Möglichkeit, einen zentralen Server einzusetzen und damit aber eben auch das Konzept einer dezentralen Blockchain aufzugeben. TRON-Gründer Justin Sun ist aus Sicht von Morris zwar zweifelsohne ein mit Riesentalent versehener Marketingmann, aber ohne jedes technisches Hintergrundwissen. „Er versteht technisch einfach nichts“. Als er Sun mit der Geschichte des plagiiere Whitepapers beim TRX und offensichtlich falschen Versprechen beim BTT konfrontierte, habe dieser wie US-Präsident Turm reagiert. „Auf eine Lüge folgt die nächste, doppelt so große Lüge“, sagt Morris über Sun.

BTT und TRON weiter unter Beschuss

Wenn du das Interview mit Morris sorgfältig liest, klingen seine Argumentation zu BTT und seine Einschätzungen zu Justin Sun einleuchtend – zwar harsch formuliert, aber logisch stringent. Und Morris ist nicht der erste aus der Kyoto-Szene, der den BTT als Marketing-Gag sieht und einen Shitcoin vorhersagt. Bleibe also lieber vorsichtig beim Hype um den BTT, dessen Start-Datum weiterhin offen ist.

Update 14.01.2019 12:30 Uhr: TRON hat sich mittlerweile mit diesem Statement zu Wort gemeldet:

Addressing the Recent Questions Around BitTorrent Token’s Upcoming Rollout

The BitTorrent token project recently became the subject of an article about whether TRON provides the necessary processing capacity to handle the thousands of transactions per second required to make tokenizing BitTorrent work.

BitTorrent parted ways with the former employee quoted in the article upon the early July completion of the acquisition. Since then, our BitTorrent engineering team has been joining their peer-to-peer expertise with TRON’s blockchain team on our shared vision of remaking the internet.

The former employee, Simon Morris, got one thing right in his statement to an online cryptocurrency outlet: based on confidential research done while he was at BitTorrent, he describes the project’s tremendous potential: “Automated auctions to prioritize download queues, Morris says, could make the entire BitTorrent network as much as 40 percent faster.” That’s why we embarked on such an ambitious project to expand our already vibrant community of 100 million monthly users.

Our project whitepaper was published on Jan. 3rd, a full week before the online article, and answers some of the very questions posed by the former employee. In the whitepaper, we write: “BitTorrent Inc. will deploy an ‘on-chain/off-chain exchange,’ which exists to facilitate the transfer of tokens between a high-performance private ledger and the public TRON blockchain.”

In plain language, that means we are taking a hybrid approach. Why? Transferring files using the BitTorrent protocol involves splitting them into tiny pieces for exchange with many peers. Each exchange requires a micropayment, which is made off-chain. When the exchange is complete, these payments can then be anchored by on-chain consensus — a common approach on many blockchains today.

As we move toward a spring launch of BitTorrent token, we reiterate that we are truly excited about the potential for a tokenized P2P platform and what it can enable for creators who want more control over the files they share with others. We’ve known all along that actions and execution are what will count for our community, and we remain committed to them.

Es wird also so kommen wie bereits vermutet, BTT wird ein zentralisierter Token werden, weil TRON nicht genug Transaktionen abwickeln kann. Das ganze ist vor allem daher lächerlich, weil TRONs Motto ist: „Decentralize the Web“


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