Cluely: Wenn Künstliche Intelligenz auf Betrügereien trainiert wird

Während führende KI-Modelle wie ChatGPT und Claude um die technologische Spitzenposition kämpfen, tut sich auch in Nischen etwas. Cluely will die beste Künstliche Intelligenz beim Betrügen sein – hier mehr.

Auf seiner Webseite hat das KI-Modell Cluely einen ganz eigenen Leitfaden stehen: „Ja, die Welt wird es Betrügen nennen“, heißt es dort und auch: „Wenn es alle tun ist, macht es niemand.“ Starke Sprüche zum Thema Betrug, oder soll man lieber Schummeln sagen?  Auf jeden Fall verspricht Cluely seinen Kunden, sich Vorteile dadurch zu schaffen, dass die Künstliche Intelligenz heimlich bei Meetings mithört und perfekte Antworten vorformuliert. Der Turbo für die Karriereleiter also will Cluely sein oder auch in Prüfungssituation oder beim Online-Dating helfen. In Deutschland bewegt man sich damit wohl in legalen Grauzonen.

Krypto Scammern kommt Cluely entgegen – für Anleger wertlos

Erfahrungsberichte im Web zu Cluely zeichnen ein gespaltenes Bild, die größten Fans sind womöglich bezahlte Influencer. Zwischen 8 Euro pro Woche und 20 Euro im Monat bewegen sich die Preise für Cluely, je nach Endgerät. Ein Test von Block-Builders gibt den Eindruck, dass die deutschsprachige Version von Cluely auf automatisierter Übersetzung beruht und so mehr Fehler einbaut als nötig. Bei komplexen Themenfeldern wie Krypto und Blockchain, wo relevante News  oft überraschend aufschlagen, ist Künstliche Intelligenz selbst in Spitzenmodellen wie ChatGPT 5.6 oder Claude Fable 5 regelmäßig überfordert. Cluely mag hier Scammern helfen, aber für Anleger ist das Tool nutzlos.

Story von Cluely spricht für sich selbst

Und trotzdem ist die Story von Cluely in gewisser Weise faszinierend. Mitgründer und CEO Roy Lee  etwa gestand im März per X ein, sich Geschäftszahlen erdacht zu haben und versichert gleichzeitig, dass er sonst aber Online niemals lüge. Zuvor hatten sich bekannte Namen wie Andreessen Horowitz an der Startfinanzierung von Cluely beteiligt, bei der im letzten Sommer 15 Millionen Dollar zusammengekommen sein sollen. Die Cluely Gründer Roy Lee und Neel Shanmugam warben sogar damit, höchstpersönlich wegen Betrügereien von der Universität geflogen zu sein. Bis in die indische Presse schaffte es ein Cluely Jobangebot, bei dem neben vielen Arbeitsstunden und konkurrenzfähigen Gehalt ein Traumpartner für daheim versprochen wurde.

Fazit: Cluely treibt moralische Fragen bei KI auf die Spitze

Die altehrwürdige FAZ  dachte zuletzt schriftlich über Cluely nach und kam zu keinem eindeutigen Ergebnis. Immer mehr Regeln und Gesetze fordern Betrügereien geradezu hinaus und vor so einem Hintergrund hätte Cluely vielleicht doch eine Berechtigung. Andererseits wünscht sich wohl doch nur eine kleine gesellschaftliche Minderheit, dass Betrug zum Leitmotiv wird. Künstliche Intelligenz  von großen Anbietern wie Anthropic und OpenAI wird auf „politische Korrektheit“ trainiert und verweigert deshalb die Kooperation in einer langen Liste von Themen. Cluely nimmt einen ganz anderen Weg, als Gedankenspiel wirkt das erfrischend.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*