Coinbase erwägt 50 Neulistungen – Kritik an Auswahlkriterien

Die US-Kryptobörse Coinbase will transparenter damit verfahren, welche Kryptowährungen neugelistet werden könnten. Kritiker meinen, dass Coinbase Masse vor Klasse setzt und fragwürdigen Token Publikum verschafft.

Der sogenannte Coinbase Effekt ist unter Anlegern wohlbekannt: Wenn die weltweit agierende US-Kryptobörse Kryptowährungen neu in ihre Angebote aufnimmt, dürfen diese mit kräftigen positiven Impulsen für ihre Preiskurve rechnen. Als beispielsweise der oft als Meme Coin verspottete Shiba Inu (SHIB) bei Coinbase neu gelistet wurde, gab es in einer Stunde 11 Prozent Plus und bis zum nächsten Tag gar 38 Prozent Plus zu beobachten. Jetzt kündigt Coinbase per Mitteilung an, sich um mehr Transparenz bei Neulistungen zu kümmern. Damit will man wohl auch Kritikern zuvorkommen, die beim Coinbase Effekt schnell an Insider-Handel denken und sich darum sorgen, wie Coinbase eigentlich auswählt, welche Coins ins Portfolio kommen.

Genau 50 Kryptowährungen hat Coinbase laut den offiziellen Angaben auf einer Liste von Coins, über deren mögliche Listung im laufenden 2. Quartal 2022 beraten wird. Und bis auf BUSD (ein Dollar Stablecoin von Binance) sind die aufgeführten Kryptowährungen durchweg Coins aus der zweiten Reihe. Cobie vom Krypto-Kanal „Up Only“ nimmt auf Twitter einige der Kryptowährungen unter die Lupe, welche auf den Coinbase Effekt hoffen dürfen. Daraus ergeben sich für ihn zwei Erkenntnisse: Der Coinbase Effekt hat sich oft schon jetzt eingestellt – allein durch die Erwähnung auf der Liste, welche aber keine Garantie für eine wirkliche Neulistung ist. Teilweise muss es bei den potentiellen Neulistungen auch massiven Insiderhandel gegeben haben.

Noch wichtiger aber, wie Cobie feststellt: Coinbase scheint neuerdings so ziemlich jeden Coin für eine Listung in Betracht zu ziehen und weicht seine früher als strenger bekannte Regeln auf. Ein Coins wie Big Data Protocol (BDP) mit einer Marktkapitalisierung von wenigen Millionen US-Dollar habe bei Coinbase nichts zu suchen. CoinMarketCap listet Big Data Protocol auf der Marktkapitalisierung geordneten Rangfolge der wichtigsten Kryptowährungen auf Platz 1170. Bei Polychain Monsters (PMON) (früher Polkamon) – Ranglistenplatz 864 – erinnert Cobie an ein mutmaßliches Pump-and-dump von Insidern aus 2021. Und bei Student Coin (STC) – immerhin Platz 720 – zeigt Cobie schlicht den Absturz der Preiskurve und meint: Nur das Coinbase Team weiß, was an dem Student Coin interessant sein soll.

Fazit: Gefährdet Coinbase mit Neulistungen seinen seriösen Ruf?

Beobachter stören sich schon seit Längerem daran, dass Coinbase immer mehr schwach kapitalisierte Coins listet. Hier können Preiskurven schon mit wenigen Millionen US-Dollar merklich beeinflusst werden, unabhängig davon, was die Projekte inhaltlich zu liefern haben. Allerdings hat Coinbase auch eine Kategorie „Experimentell“ geschaffen, unter welche viele der genannten Coins fallen dürften und die wohl als Warnschild dienen soll. Denn Coinbase hat miterlebt, wie Rivale Binance mit Neulistung so ziemlich aller neuen Token sein Portfolio breit aufstellt und damit Kunden gewinnt. Coinbase muss sich aber trotzdem fragen lassen, ob man das Risiko eingehen will, mit fragwürdigen Neulistungen das Image zu beschädigen. Cobie bilanziert ironisch: Coinbase fährt damit fort, „tote Shitcoins“ ein Jahr nach ihrem Sterben zu listen.


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