Binance investiert 100 Millionen Euro in französisches Start-up-Zentrum

Die weltweit größte Kryptobörse Binance stärkt mit einem Investment von 100 Millionen Euro seine Präsenz in Frankreich. Dort wird das Start-up-Zentrum Station F prominent gefördert. Deutschland bleibt außen vor.

In der europäischen Kryptoszene werden derzeit EU-Pläne heftig kritisiert, den Umgang mit Bitcoin und Co. stärker zu regulieren. Branchenverbände warnen, dass praxisferne Vorschriften die Kryptoindustrie aus Europa vertreiben könnten. Doch Binance als weltweit größte Kryptobörse hindert dies nicht daran, 100 Millionen Euro in das französische Start-up-Zentrum F zu investieren. In einer Pressemitteilung schreibt Station F, der Standort in Paris sei global als größter Start-up Campus bekannt. Mit dem Binance Investment solle Frankreich zum „Herz der europäischen Kryptoszene“ werden.

Binance selbst wird nicht nur finanziell bei Station F vertreten sein, sondern auch Know-how und andere Unterstützung für Gründer zur Verfügung stellen. Binance CEO Changpeng Zhao ruft das Web.3 und Metaverse als Themen auf, bei denen sich Station F beweisen soll. 100 Millionen Euro sind für Binance und CZ (geschätztes Vermögen 96 Milliarden US-Dollar) eine überschaubare Summe, für Station F und dort vertretene Start-ups aber mehr als ein Trostpflaster.

In Deutschland mögen sich unterdessen einige fragen, was Binance hierzulande vorhat. Zwar unterhält Binance seit mindestens zwei Jahren ein Büro in Berlin, hat aber im Gegensatz zum großen Konkurrenten Coinbase noch keine Lizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Das eingeschränkte Angebot von Binance in Deutschland ist nur eine der Konsequenzen. Ob Binance intern Deutschland aber bereits als unfreundlichen Standort für Krypto in den Prioritäten zurückgesetzt hat, ist unklar. Mit Michael Wild wurde zuletzt ein neuer Direktor für Binance im deutschsprachigen Raum (DACH, Deutschland, Österreich, Schweiz) von eToro abgeworben.

Fazit: Binance wächst in Europa – Frankreich wichtiger als Deutschland?

Der Binance-Gründer Changpeng Zhao reist in 2022 viel und brachte aktuell zur Blockchain Woche in Paris die gute Nachricht für Station F mit. Doch seine Routen von Dubai über Europa bis in die USA zeigen auch: Binance will lokale Präsenzen ernst nehmen und ist mutmaßlich auch auf der Suche nach einem Hauptquartier plus regionalen Zweigstellen. Jahrelang versuchte sich Binance als Unternehmen ohne klare Adresse, doch um Regulierungsauflagen zu erfüllen, müssen auch offizielle Ansprechpartner her. Ob Binance Deutschland abschreibt und Frankreich als Sammelstelle für Aktivitäten in Europa auswählt – das scheint noch nicht ausgemacht. Aber etwa die Wirtschaftspolitik in Berlin darf sich fragen lassen, ob man Binance die dortige Start-up-Szene nicht schmackhafter machen kann.


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