Deutscher Bankenverband fordert digitalen Euro

Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) mit rund 200 Geldinstituten setzt sich für einen E-Euro ein, der als Kryptowährung im Zusammenspiel mit Smart Contracts modernen Anforderungen gerecht werden soll. Der BdB spricht von „programmierbaren digitalen Geld“ und will Facebook Libra Paroli geben.

Gerade erst hat sich die Bundesregierung in Berlin einmal mehr als kryptoskeptisch gezeigt und behauptet: „Krypto-Token sind kein richtiges Geld„. Die Fachleute aus dem Bankensektor sehen dies aber deutlich differenzierter und fordern in einem ausführlichen Positionspapier die Einführung eines digitalen Euros. Dieser solle auf Basis einer Blockchain organisiert werden und durch Smart Contracts seine Vorteile ausspielen. Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) als Vertreter des hiesigen Bankensektors bezieht sich in seinem Vorstoß ausdrücklich auf die Pläne von Facebook Libra und meint, man müsse in Sachen digitaler Währungen aus der Zuschauerrolle herausfinden.

E-Euro aus Sicht deutscher Banken

In insgesamt 11 Punkte erläutert der BdB, warum aus seiner Sicht ein E-Euro kommen muss und was ihn im Detail auszeichnen soll. Hervorgehoben werden Szenarien etwa aus dem Internet der Dinge (IoT), bei denen Maschinen automatisiert untereinander Geldtransfers durchführen, beispielsweise von Auto zu Parkhaus. Der BdB fasst dies unter dem etwas sperrigen Begriff „programmierbares digitales Geld“ zusammen und weist auf den Unterschied zu Bitcoin (BTC) hin, bei dem Smart Contracts kaum eine Rolle spielen. Herausgegeben werden soll der digitale Euro von öffentlicher Hand, schreibt der BdB. Nur so könne absolute Stabilität garantiert werden. Die Privatbanken bleiben demnach aber in der Verantwortung, Geldflüsse zu kontrollieren und die mit Kryptowährungen in Zusammenhang gebrachte Szenarien von Geldwäsche und Terrorfinanzierung zu unterbinden. Werde der Euroraum nicht jetzt tätig, drohe man von Projekten wie Facebook Libra und einem staatlichen „China Coin“ abgehängt zu werden. Denn der „Bedarf nach kryptobasiertem Geld“ existiere bereits in Wirtschaft und Gesellschaft. Letztendlich werde ein E-Euro dazu beitragen, die deutsche Wirtschaft international wettbewerbsfähig zu halten. Die Politik solle parallel auch rechtliche Rahmenbedingungen speziell in der Steuergesetzgebung für digitale Währungen schaffen, heißt es beim BdB.

Fazit: Digitaler Euro rückt näher

Angeführt von der Deutschen Bank sind hierzulande im BdB alle wichtigen Privatbanken im Lobbyverband zusammengeführt. Wenn dieser wie jetzt bis ins Detail skizzieren, wie ein E-Euro konzipiert werden soll, hat das Gewicht. Da unter anderem auch die neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde mit der Idee eines digitalen Euros liebäugelt, könnte tatsächlich Bewegung in das Vorhaben kommen. Von der Seite aus betrachtet ist es für die Kryptoszene weiterhin faszinierend, welche Dynamik Facebook Libra ausgelöst hat und wie schnell staatliche Stablecoins, hier E-Euro, salonfähig geworden sind.


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