Deutsches Pilotprojekt: Blockchain & Ethereum in der Energieversorgung

Das Start-up Lition versorgt bereits mehr als 700 deutsche Haushalte mit Elektrizität. Die Blockchain Ethereum dient dabei als Vermittlungskanal zwischen Energieproduzenten und Verbrauchern. „Hybride“ Blockchain gemeinsam mit SAP geplant.

Ein spannendes Beispiel dafür, wie Blockchains und Kryptowährungen in den Alltag von Normalbürgern integriert werden könnten, kommt aus Deutschland. Das Unternehmen Lition.io mit Sitz in Lichtenstein wurde nach eigenen Angaben Ende 2017 gegründet und verfügt seit diesem Jahr über eine Lizenz als Energieversorger in Deutschland. Der Clou an der Sache: Mithilfe der Blockchain Ethereum wird dabei die dezentrale Verbindung mit unterschiedlichen Elektrizitätserzeugern in Echtzeit hergestellt und auch die Bezahlung abgewickelt. Damit werden Mittelsmänner unnötig und die Energiepreise sinken, beschreibt Lition-CEO Richard Lohwasser das Prinzip. Bislang sei es im Grunde nur großen Firmen mit entsprechendem Energieverbrauch möglich gewesen, direkte Geschäfte mit den Versorgern abzuschließen. Weiterer Pluspunkt: Der Verbraucher kann jederzeit per Internet darüber entscheiden, ob er beispielsweise etwas teurere Elektrizität aus einer Öko-Quelle ziehen wolle oder doch das Angebot aus konventionellen Kraftwerken bevorzuge.

Eigene Blockchain soll Praxisprobleme bei Lition lösen

Nach Angaben von Lition sind derzeit gut 700 Haushalte in 10 deutschen Städten wie Berlin, München und Hamburg an das Projekt angekoppelt. Zu den Partnern aus der Industrie gehört Gasag. Ein Link zur Demoversion der Anwendung findet sich online hier. Rund 20 Prozent Preisersparnis für Verbraucher und 30 Prozent mehr Gewinn für die Erzeuger verspricht Lition. Als Problem in der jetzigen Testphase zeige sich die Blockchain. „Ethereum ist kein gutes System“, sagt Lohwasser. Zum einen sei diese Blockchain schlicht zu langsam, die Verbraucher müssten mit 20 bis 30 Sekunden Wartezeit rechnen, während derer sie nicht wissen, ob ein Vertrag zustande komme, so Lohwasser. Zudem sei Ethereum „permissionless“ angelegt, was sich in der Praxis als wenig praktikabel erweise. Verbraucher zahlen bei Lition Guthaben in Euro ein und können es dann in Elektrizität tauschen. Damit dies reibungslos funktioniere und auch im größeren Maßstab praktikabel sei, entwickle man deshalb gemeinsam mit SAP eine „hybride“ Blockchain zwischen privat und öffentlich. Diese soll es auch erleichtern, kleiner Energieerzeuger wie etwa Bauernhöfe an das System anzuschließen. Lition weist auf seiner Webseite auf andere mögliche Anwendungsbeispiele der geplanten Blockchain wie Gesundheitssystem, Logistik und Reisen hin, die man künftig weltweit propagieren wolle.


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