EOS: Mitgründer Dan Larimer verlässt Block.one

Personeller Paukenschlag bei EOS: Mitgründer Dan Larimer scheidet überraschend bei Block.one aus, dem Unternehmen hinter EOS. Larimer ist in der Kryptoszene als Gründer gleich mehrerer erfolgreicher Projekte bekannt.

Das Kryptounternehmen Block.one und damit auch EOS müssen künftig ohne Mitgründer und Chefentwickler Dan Larimer auskommen. Larimer selbst schreibt öffentlich von einem „Rücktritt“, Block.one spricht in einem Blogpost von einem „Abgang“. Larimer war bei Block.one seit 2017 von Beginn an dabei und mitverantwortlich für die erfolgreiche ICO von EOS, bei der rund 4 Milliarden US-Dollar eingesammelt wurden. Schon zuvor war Larimer 2013 Mitgründer bei BitShares (BTS) und 2016 bei STEEM, zwei Projekten, die sich bis heute in der Kryptobranche gehalten haben. Der ausgewiesene Fachmann Larimer nennt als Grund für seinen Rückzug bei Block.one und EOS, dass er sich künftig auf Projekte konzentrieren wolle, die technologisch Schutz vor Zensur garantieren.

Diese Begründung von Larimer lässt sich zwischen den Zeilen durchaus als Kritik an Block.one und EOS lesen, die mit Voice eben ein solches soziales Netzwerk finanziert haben, welches durch Blockchain-Technologie frei von Zensurversuchen sein soll. In weiteren Einwürfen von Larimer aus den letzten Tagen kritisiert er unter anderem den Bann von Twitter für Noch-US-Präsident Donald Trump und das Streichen der App Parler bei Google und Apple. Parler ist bekannt dafür, auch rechtsextremen Gedanken und radikalen Trump-Anhängern eine Plattform zu bieten. Ob Larimer sich selbst zu den Trump-Fans zählt, bleibt auffällig uneindeutig.

EOS schwächelt, Block.one mit riesigen Geldreserven

Nach Bekanntwerden von Larimers Ausscheiden bei Block.one brach der Kurs von EOS um rund 20 Prozent ein, was sich zumindest in Teilen mit deutlichen Verlusten auch bei Bitcoin (BTC) und anderen führenden Kryptowährungen erklären lässt. Allerdings hängt Larimer nicht der Ruf als „Frühstücksdirektor“ an, sondern hat sich nie aus der aktiven Entwicklungsarbeit zurückgezogen. Auch Brendan Blumer, CEO bei Block.one, betonte noch einmal die Beiträge von Larimer zum Erfolg des Unternehmens.

Eben jener Blumer hatte Mitte Dezember auf Twitter bekannt geben, dass Block.one seine Reserven in Bitcoin weit über die bisher bekannten 140.000 BTC ausgebaut habe. Das bedeutet, dass Block.one bei aktuellen Kursen Reserven sogar von weit über 4 Milliarden US-Dollar hält. Vage heißt es zu Zukunftsplänen bei Block.one, man arbeite an Projekten, bei denen Bitcoin nicht nur als Wertspeicher dienen soll. EOS ist unterdessen in 2020 aus den Top 10 der nach Marktkapitalisierung wichtigsten Kryptowährungen herausgefallen und konnte schon seit geraumer Zeit nicht mehr durch neue praktische Anwendungsfälle Interesse erzielen. So bleibt es schleierhaft, was Block.one mit dem Geld früher Investoren eigentlich wirklich vorhat.

Fazit: EOS verliert mit Larimer prominentes Gesicht

Ob man ihn nun mag oder nicht – Larimer war für Block.one und EOS neben seiner technologischen Expertise auch immer eine Garantie für Aufmerksamkeit in der Kryptobranche. Dieses Aushängeschild wird EOS jetzt fehlen. Gleichzeitig aber stet auch ungeschrieben im Raum, dass sich Larimer privat in radikalen politischen Positionen verrennt. Zwischen Eintreten für Redefreiheit und dem Unterstützen von Extremisten verläuft ein schmaler Grat, den Larimer so anscheinend nicht akzeptieren will.

Für Dich als Anleger gilt, die weitere Entwicklung bei EOS und Block.one mit gebotener Skepsis zu beobachten und dabei insbesondere den Umgang mit den übrigen Geldreserven. Für die Kryptoszene allgemein wird es spannend, welches Projekt Larimer als Nächstes unterstützt oder aus der Taufe hebt. Denn dass sich der Multimillionär Larimer gänzlich aus der Öffentlichkeit zurückzieht, ist nicht zu erwarten. Sein Blog trägt den etwas kryptischen Untertitel „Die subtile Kunst echter Demokratie“ und kritisiert herrschende Verhältnisse.


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