Facebook Libra: Auch Vodafone zieht sich zurück

Die Allianz von Großunternehmen und Organisationen, die angeführt von Facebook den Stablecoin Libra launchen will, schrumpft weiter: Mit Vodafone hat bereits das achte Gründungsmitglied seinen Rückzug erklärt.

Das Vorhaben, mit Facebook Libra einen neuen Stablecoin als digitales Zahlungsmittel zu etablieren, muss einen weiteren Rückschlag hinnehmen: Laut BBC und anderen Medien hat das Telekommunikationsunternehmen Vodafone seine Unterstützung für Facebook Libra beendet. Vodafone zählte zu den Gründungsmitgliedern der Libra Allianz, welche die geplante Kryptowährung organisieren und populär machen soll. Schon 2019 hatten sich mit Visa, Mastercard, Paypal, eBay, Mercado Pago, Stripe und Booking.com sieben bekannte Firmen von dem Projekt Facebook Libra zurückgezogen. Auf der Webpräsenz für die Allianz um Libra sind nun noch 20 Mitglieder angegeben. Ein Sprecher von Facebook Libra kommentierte die Entscheidung von Vodafone nicht direkt, sondern erklärte lediglich, Libra bleibe auch bei Wechseln von Allianzmitgliedern „belastbar“ in Sachen Technologie und Verwaltung.

Warum das Aus von Vodafone bei Facebook Libra pikant ist

Ein Sprecher für Vodafone begründete den Kurswechsel unterdessen damit, dass Vodafone durch den digitalen Zahlungsdienst M-Pesa gut aufgestellt sei für zeitgemäße Finanzlösungen. Das in Zusammenarbeit mit dem kenianischen Mobilfunkbetreiber Safaricom entwickelte M-Pesa bedient nach Angaben von Vodafone in Afrika bereits 37 Millionen Kunde, die 2018 mehr als 11 Milliarden Transaktionen durchführten. M-Pesa ist als Anwendung für Mobiltelefone konzipiert und ersetzt im Grunde Bankkonto und Geldkarte. Nutzer geben den Namen beziehungsweise Telefonnummer eines Empfängers ein oder scannen einen QR-Code, um Fiat zu transferieren. Dies geschieht in Echtzeit und zu niedrigen Gebühren. Facebook Libra führt als ein Hauptziel an, Menschen in wenig entwickelten Regionen Zugang zu bankähnlichen Konten im Internet zu geben und auch internationale Transfers schnell und preiswert abzuwickeln. Genau dies aber tut M-Pesa aber in Afrika ebenfalls und insofern ist der Schritt von Vodafone ein Bekenntnis zu einem in vielen Belangen potenziellen Konkurrenten von Libra. PayPal hatte für seinen Rückzug von Libra mangelndes Tempo in der Entwicklung als Grund genannt.

Facebook Libra bleibt vorsichtig optimistisch in Sachen Launch

Das Projekt Libra wird in der Kryptoszene oft als möglicher Türöffner auch für die Akzeptanz anderer Kryptowährungen begrüßt. Doch aus der Geldpolitik erlebt Libra Gegenwind, Notenbanken und Regierungen aus den USA, Deutschland und vielen anderen westlichen Ländern sehen Libra als Gefahr für ihr Währungsmonopol. Beim derzeitigen Weltwirtschaftsgipfel in Davos machten Vertreter von Facebook Libra deutlich, den Launch des Stablecoins erst dann zu beginnen, wenn mit Regulierungsbehörden Kompromisse gefunden worden sind. Falls dies länger dauere als erwartet, werde man den bislang für 2020 anvisierten Start zeitlich nach hinten verschieben. Technisch betrachtet scheint Libra weit fortgeschritten, ein Testnet ist bereits in Betrieb und mit Calibra auch eine Software Wallet entwickelt. Facebook verspricht sich von der Allianz hinter Libra eine breite Akzeptanz unter Nutzern von der Stunde Null an. Im Zusammenhang mit dem Wegfall von nunmehr bereits acht wichtigen Gründungsmitgliedern verweist man auf rund 1.500 Unternehmen und Verbände, die sich auf eine Warteliste für die Libra Allianz gesetzt haben und über deren Zulassung Schritt für Schritt entschieden werden soll.


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