FTX Pleite von 2022: Entschädigungen fließen Ende Mai – Jubel bleibt aus

Der Bankrott der Kryptobörse FTX im November 2022 hat Kunden hart getroffen: Quasi über Nacht verloren sie Zugriff auf ihre Guthaben in Bitcoin und Co., erst jetzt werden sie entschädigt und die Methode ist ungünstig.

Die Zahlungsunfähigkeit der Kryptobörse FTX und von Tochterunternehmen erschütterte die Kryptoszene im November 2022, viele Milliarden US-Dollar in Bitcoin und Co. waren plötzlich „verschwunden“. FTX-Gründer Sam Bankman Fried ist längst wegen Betrugs zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt, doch frühere Kunden mussten bis in dieses Jahr hinein auf Entschädigung warten. Im Februar flossen Entschädigungszahlungen für Ansprüche unter 50.000 US-Dollar, nun werden die größeren Geldflüsse vorbereitet. Laut Bloomberg stehen den FTX Insolvenzverwaltern noch 11,4 Milliarden US-Dollar zur Verfügung, um vom 30. Mai an FTX Opfer auszuzahlen, welche mehr als 50.000 US-Dollar bei dem betrügerischen Kollaps verloren.

An sich deckt sich dieser Betrag plus den bereits ausgezahlten etwa 5 Milliarden US-Dollar in etwa mit den Schadensummen, die auch bei der juristischen Aufklärung des FTX Skandals genannt wurden. Das Problem: Nach langem Hin-und-Her setzten sich die Insolvenzverwalter vor gut einem Jahr mit ihrem Plan durch, Entschädigungen in US-Dollar zu leisten und als Grundlage für ihre Berechnungen den 11. November 2022 zu nehmen. An dem Tag erklärte FTX Insolvenz, aber die meisten Geschädigten hielten bei bei der Plattform eben nicht US-Dollar, sondern Bitcoin, Ethereum, Solana, XRP und andere Kryptowährungen.

So ergeben sich heute riesige Unterschiede in der Bewertung der Schäden. Im Vergleich zum 11. November 2022 hat Bitcoin mittlerweile rund 500 Prozent Plus gemacht, Solana gar 650 Prozent, XRP (Ripple) liegt 450 Prozent und Ethereum immerhin noch fast 50 Prozent Plus. Angekündigt sind Entschädigungszahlungen in Höhe von 118 Prozent des Buchwerts vom 11. November 2022, in US-Dollar gerechnet. Hätten die FTX Opfer die Wahl gehabt, sich in US-Dollar oder Kryto auszahlen zu lassen, wäre also im Normalfall die Option Bitcoin und Co. wesentlich attraktiver gewesen.

Fazit: Endspurt für FTX Geschädigte bei Entschädigungen

Was lange währt, wird endlich gut – im Fall des FTX Skandals erfüllt sich das Sprichwort leider nicht. Die umstrittene Entscheidung, Entschädigungen in US-Dollar statt in Krypto zu leisten, fühlt sich für FTX Opfer wie ein Fehler an.  Doch daran wird jetzt nicht mehr gerüttelt und Fachleute fragen sich bereits, welcher Anteil an den 11 Milliarden US-Dollar, die ab Ende Mai zu Ex-Kunden von FTX fließen, wieder in Bitcoin, XRP, Solana und andere Altcoins investiert wird.


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