ICOs werden in den USA nach Entscheidung der Börsenaufsicht unwahrscheinlicher

Die US-Börsenaufsicht hat zwei Herausgeber von Kryptowährungen dazu verurteilt, Investoren zu entschädigen und eine Strafzahlung zu leisten. Betroffen sind der Paragon PRG und der AirToken AIR. Beobachter sprechen von einem „Schlag gegen ICOs“.

Die US-Börsenaufsicht (SEC, Securities and Exchange Commission) zieht die Daumenschrauben an: Letzte Woche hat die SEC zwei Firmen, die Kryptowährungen herausgegeben haben, dazu verpflichtet, eine Strafe von jeweils 250.000 US-Dollar an die SEC zu zahlen und alle Kunden, die ursprünglich entsprechende Tokens gekauft haben, auszubezahlen. Die konkreten Entscheidungen zur Paragon Coin Inc. mit ihrem PRG und Airfox mit dem AIR sind über weite Strecken identisch. Demnach wurden die Kryptowährungen nicht ordnungsgemäß als Wertpapiere (securities) registriert und die Anleger nicht korrekt informiert. US-Rechtsannwalt Stephen Palley, der sich auf Kryptowährungen spezialisiert hat, meint laut Coindesk, dass der jüngste SEC-Entscheid im Grunde auf 95 Prozent der ICOs in den vergangenen zwei Jahren angewendet werden könne. Nic Carterton vom Risikokapitalgeber Castle Island Ventures sagte in Bezug auf ICOs in den USA: „Es wird etwas dauern, bis die Märkte es begriffen haben, dass die Party vorbei ist, aber die Party ist wirklich vorbei.“

ICOs und die Registrierung von Securities – wo liegt das Problem

Die Herausgabe von Securities ist in den USA – wie übrigens auch in Deutschland – einer strengen Regulierung unterworfen. Die Aufsichtsbehörden wollen damit Anleger vor unseriösen Geschäften schützen und zugleich die nationalen Finanzmärkte stabil halten. Dementsprechend groß ist der Aufwand, den die Herausgeber von Securities in Fragen wie Börsenprospekt, Dokumentation und Stammkapital betreiben müssen. Start-ups, die hinter dem Gros der neuen Kryptowährungen stehen, dürften kaum in der Lage sein, diesen Regelungen nachzukommen und deshalb auf ICOs in den USA verzichten. Im jüngsten Fall aber zeigt sich zumindest Paragon geläutert und spricht von einem Durchbruch. Dies zeigt die andere Seite der Medaille: Offiziell registrierte Securities, wie der PRG es nun werden soll, ziehen eine breitere Platte von Investoren an, da sie sich in ihren Rechten durch eine Börsenaufsicht gestärkt fühlen. Auch Airfox kündigte an, nun eine ordnungsgemäße Registrierung des AIR anzustreben.

Was ist zu tun, falls du AIR oder PRG hältst?

Paragon und AirFox wurden dazu verdonnert, auf ihren Websites zeitnah einen Link zu setzen, der Investoren zum Entschädigungsprogramm führt. Für den AIR findest du den Link hier. Beim PRG ist der Link offenbar noch nicht gesetzt. Halte also bei paragoncoin.com nach dem Begriff „Claim“ Ausschau. Auf unregulierten Krypto-Börsen werden PRG und AIR weiterhin gehandelt.


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