Internes Dokument: Facebook Libra ist in der Spur, öffentliche Kritik übertrieben

Facebook-Chef Mark Zuckerberg sieht den Launch der geplanten Kryptowährung Libra trotz politischen Widerstands nicht als gefährdet. Vor Angestellten betonte er, die öffentliche Diskussion um Facebook Libra stelle sich wesentlich dramatischer dar als die realen Verhandlungen mit Regulierungsbehörden.

Während Spitzenpolitiker aus den USA und der EU öffentlichkeitswirksam Front gegen die geplante Kryptowährung Facebook Libra machen, betrachtet Facebook-CEO Mark Zuckerberg die Situation gelassen. „Die öffentlichen Angelegenheiten tendieren dazu, etwas dramatisch zu sein“, sagte Zuckerberg. „Aber der größere Teil der Sache ist Einigung mit Regulatoren rund um die Welt, und da geht es oft substanzieller und weniger dramatisch zu.“ Zuckerberg äußerte sich im Rahmen einer internen Besprechung mit Mitarbeitern, eine Aufnahme des Gesprächs wurde The Verge zugespielt und von dem Internetmagazin veröffentlicht. Zuckerberg stellte demnach intern klar, dass das Projekt Libra keineswegs ins Stocken geraten wäre.

Facebook Libra – wie Zuckerberg die Situation sieht

Laut Zuckerberg sei Facebook von Anfang an bewusst gewesen, dass mit Libra und dem Einstieg in den Finanzmarkt schärfere Bedingungen als mit anderen Projekten verbunden sind. Man könne nicht einfach so vorgehen wie „Jetzt kriegt die App ein Update und nun kannst Du damit anfangen Libra zu kaufen und herumzuschicken“. Finanzen seien ein sehr regulierter Markt und es gäbe eine Menge Dinge zu beachten, die etwa Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und schwarze Listen beträfen. Libra und Facebook nehme diese Herausforderungen laut Zuckerberg ernst, man konzentriere sich insbesondere darauf, Systeme zur sicheren Identifizierung von Libra-Nutzern zu schaffen (Know Your Customer, KYC). Bei den Treffen mit Regulierungsbehörden, die nicht für die Kameras sein, habe man diesbezüglich auch viele Details dazu erfahren, wie solche Bedingungen für Facebook Libra zu erfüllen seien.

Zuckerberg wies daraufhin das, dass Facebook Geldtransfers innerhalb seines Messengers und bei WhatApp in Indien bereits teste. Dabei handle es sich aber um klassische Währungen, das Projekt solle bald auch in Mexiko und einigen anderen Länder starten. Bei Libra als Kryptowährung hingegen bleibe es dabei, mithilfe eines Konsortiums von derzeit 27 Unternehmen und später 100 oder mehr eingebundenen Teilnehmern eine breitere Basis zu schaffen. Um mehr Akzeptanz für Facebook Libra zu erzielen, gelt es, die sozialen Faktoren des Projekts zu betonen. Man solle sich gesprächsbereit aufstellen und so die Diskussion selbst lenken, empfiehlt Zuckerberg,

Fazit: Facebook hält an Libra fest

Insgesamt erweckt Zuckerberg in Sachen Facebook Libra den Eindruck, sich intern auf den Zulassungsprozess zu konzentrieren und öffentlich zu versuchen, aus der Defensive zu kommen. Die Bedenken, Libra könne Stabilität der Finanzmärkte gefährden, kommentierte Zuckerberg nicht. Aus dem Gesprächsprotokoll gehen keine wirklichen harten Neuigkeiten bezüglich Facebook Libra hervor, der zuletzt bekannte Starttermin 2. Halbjahr 2020 scheint weiter zu gelten. Nun muss sich Zuckerberg vor Mitarbeitern natürlich auch optimistisch zeigen – andererseits gilt weiterhin: Aus legaler Sicht hat Facebook Libra offensichtlich noch viel Arbeit vor sich. Und für Bürger dürfte schon jetzt klar sein, dass Libra im Gegensatz zu anderen Kryptowährungen keine Anonymität gewährleisten wird, sondern Nutzer und Geldflüsse eindeutig dokumentieren will.


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