IOTA-Diebstahl: Großteil der 10-Millionen-Euro Beute anscheinend sichergestellt

Für die Geschädigten bei dem jüngst bekannt gewordenen Diebstahl von IOTA im Gegenwert von etwa 10 Millionen Euro besteht Hoffnung auf Entschädigung. IOTA-Vizechef Dominik Schiener sagte, fast alle erbeuteten IOTA seien sichergestellt. Das einfrieren der Wallets wiederspricht dabei aber komplett der Idee einer dezentralen Kryptowährung.

Im Bereich Kriminalität und Kryptowährungen war es IOTA, die Ende Januar Schlagzeilen machten. Im englischen Oxford nahm Europol in Zusammenarbeit mit britischer und deutscher Polizei einen 36-Jährigen fest, der IOTA für rund zehn Millionen Euro auf eigene Wallets gelenkt haben soll. Seine Opfer hatten der dubiosen Webseite Iotaseed.io vertraut, die angeblich sichere Seeds für IOTA Wallets erzeugte, aber in Wirklichkeit die Seeds speicherte und für den Kriminellen zugänglich machte. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet jetzt, dass IOTA-Vizechef Dominik Schiener im Interview Hoffnung für die Geschädigten macht.

„Nach dem, was ich weiß, ist nur ein kleiner Teil der 10 Millionen Euro nicht gefunden worden“, sagte Schiener. Er habe bereits seit einigen Monaten mit den Kriminalbehörden zusammengearbeitet. Die Wallets, auf welche die fraglichen IOTA umgeleitet wurden, seien frühzeitig gesperrt worden. Man habe feststellen können, dass der Hacker versuchte, an das Geld zu gelangen. Derzeit seien die betroffenen Wallets als Beweismittel „eingefroren“. Schiener zeigte sich überrascht, dass der letztendlich misslungene Coup von einer Einzelperson ausging, einem Mann, „der einen normalen Job hatte und gut ausgebildet ist“. Zuerst, so Schiener, sei er sich sicher gewesen, dass eine organisierte Gruppe von Kriminellen hinter der Tat stünde.

IOTA-Klau – wie geht es weiter?

Bekannt ist, dass gegen den mutmaßliche Täter eine Anklage wegen Betrug, Diebstahl und Geldwäsche vorbereitet wird. Gut 85 Geschädigte soll es gegeben haben. Wie und wann diese nun wieder an ihr Geld kommen, ist bislang offen. Reuters erinnert daran, dass Cybercrime im Zusammenhang mit Kryptowährungen enorm zulegt. 2018 sollen Anleger um 1,7 Milliarden US-Dollar aufgrund von Straftaten verloren haben.

War das einfrieren der Wallets richtig?

Ein Punkt der in der bisherigen Diskussion zu kurz kam ist die Tatsache, dass die Wallets des Beschuldigten eingefroren wurden. Dies ist natürlich rein rechtlich der richtige Schritt. Allerdings wiederspricht es komplett der Idee einer dezentralen Kryptowährung und zeigt wie zentralisiert IOTA eigentlich ist. Für die Betroffenen ist es natürlich gut, dass sie so wieder zurück an ihre Guthaben kommen bei Bitcoin wäre so ein Vorgang aber nicht denkbar. Das Vorgehen von IOTA erinnert hier schon stark an das traditionelle Finanzsystem, welches Kryptowährungen ja eigentlich revolutionieren sollten.

Hardware Wallet bleibt beste Sicherheitsmaßnahme für IOTA und Co.

IOTA empfiehlt seit November 2018 die Hardware Wallet Ledger Nano S als Aufbewahrungsort für die Kryptowährung. Die Nano S kann neben IOTA auch fast alle anderen gängigen Coins sicher verwalten. Das aktuell 59 Euro teure Gerät speichert den IOTA-Schlüssel und andere Private Keys isoliert vom Internet. Im vorliegenden Fall etwa wären die Geschädigten bei der Benutzung einer Hardware Wallet wie dem Ledger Nano S so vor dem Diebstahl geschützt gewesen.


Wer noch keine IOTA hat kann sie gegen Euro bei eToro kaufen. Gegen Bitcoins und Ethereum wird IOTA bei Binance gehandelt. Für erfahrene Anleger gibt es bei Plus500 die Möglichkeit IOTA (und andere Kryptowährungen) auch mit einem Hebel zu handeln.

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1 Kommentar

  1. Die Wallets des Beschuldigten wurden nicht eingefroren, erst Recht nicht von der IOTA Foundation. Richtig ist vielmehr, dass die Strafverfolgungsbehörden die seeds beschlagnahmt haben. Die dürfen das. Ein erheblicher Teil der Beute ist zudem auf Exchanges gelandet. Exchanges sind (im Gegensatz zu IOTA) grundsätzlich zentralisiert und können (wie jede Bank) unter bestimmten Bedingungen jedes Benutzerkonto auf Eis legen. Die müssen das können, um zu verhindern, dass ihre Services für Geldwäsche oder andere kriminelle Aktivitäten missbraucht werden. Und das funktioniert ganz einfach, weil es sich um ihre exchangeeigenen Wallets handelt, über die sie da bestimmen und nicht um fremde. Gern geschehen. 😉

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