IOTA schließt NEDO Projekt zu kritischen Industriedaten in Japan ab

Nach rund anderthalb Jahren hat IOTA das NEDO Projekt in Japan abgeschlossen. Dort dient IOTA als technologische Basis, um kritische Daten etwa in Kraftwerken zu sammeln und automatisiert auswertbar zu machen.

Im Oktober 2020 hatte die IOTA Stiftung vom Startschuss zur Mitarbeit an einem Infrastrukturprojekt in Japan gemeldet, welches von der dortigen Entwicklungsbehörde NEDO (New Energy and Industrial Technology Development Organization) finanziert wurde. Ziel war es auszuloten, wie man am besten das lückenlose Sammeln und Zusammenführen von kritischen Daten beispielsweise aus Atomkraftwerken organisieren könne. Nun berichtet die IOTA Stiftung per Blogpost vom (vorläufigen) Abschluss des Projekts. Der entstandene Prototyp eines digitalen Datenarchivs und -verbunds findet demnach große Anerkennung auch von Industriepartnern und könne als Referenz für weitere solche Anwendungen von IOTA Technologie dienen, heißt es.

Ausgangslage war, dass in Japan sehr viele Daten aus Kraftwerken, Raffinerien und anderen wichtigen Anlagen immer noch von Experten per Hand erfasst und ausgewertet werden. Dies bindet nicht nur viele Ressourcen hochausgebildeter Angestellter, sondern bleibt letztendlich auch anfällig für menschliche Fehler. Zudem hat Japan ein Nachwuchsproblem bei solchen Experten. Deshalb könnte ein Netzwerk auf Basis eines privaten Tanglenet Daten aus Quellen von Sensoren und menschlicher Beobachtung sammeln und abgeschirmt archivieren. Die Sicherheit vor Hackerangriffen ist ein wesentlicher Bestandteil des nun praxisreifen Konzepts, da Attacken auf kritische Infrastruktur fatale Folgen haben könnten. Eingespeist in das Tangle werden Daten per IOTA Streams.

Das NEDO Projekt ging in seinen Anforderungen noch einen Schritt weiter. Japan will austesten, inwiefern Künstliche Intelligenz (AI) erkennen kann, wann etwa Wartungsarbeiten bevorstehen müssen. Hierzu wird das Archiv der Daten für entsprechende Software geöffnet. Hauptpartner für diese Anordnung waren laut IOTA Stiftung das börsennotierte Fujisoft sowie Kraftwerksbetreiber. Offen blieb, inwiefern die IOTA Stiftung direkt an Folgeprojekten beteiligt wird. Man freue sich, dass IOTA durch das NEDO Projekt in Japan Fuß gefasst habe, schreibt die Stiftung.

Fazit: Japan Projekt von IOTA erfolgreich – Vorbild für anderswo?

Ein interessantes Detail ergibt sich aus der Bilanz von IOTA in Japan: Bei dem privaten, nichtöffentlichen Tanglenet als „Anker des Vertrauens“ wird der zentral installierte Koordinator gar nicht als Problem angesehen. Vom künftigen Einsatz eines dezentralisierten IOTA 2.0 ist hier auch nicht die Rede. Während geplante Vorstöße von IOTA in die Krypto-Sparten DeFi und DApps darunter leiden, dass der immer noch vorhandene zentrale Koordinator das Vertrauen entschieden schmälert, ist es bei Anwendungsfällen wie in Japan unter Umständen sogar ein Vorteil, im Notfall das Netzwerk anhalten zu können oder fehlerhafte Daten im Nachhinein zu korrigieren. Dies hat zwar mit Blockchain im eigentlichen Sinn nicht mehr viel zu tun, führt IOTA aber an seine Wurzeln als Netzwerk für das Internet der Dinge (IoT) zurück – allerdings ohne Verwendung von IOTA als Zahlungsmittel.


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