John McAfee festgenommen – Millionär soll ICOs unerlaubt beworben haben

Der für Sicherheitssoftware bekannte Krypto-Befürworter John McAfee sitzt in Spanien in Auslieferungshaft. Er wurde auf Geheiß von US-Behörden festgenommen, die ihm Steuerhinterziehung und Millioneneinnahmen für nicht gekennzeichnete Werbung bei ICOs vorwerfen.

Als zum Jahreswechsel 2017/18 der Kurs von Bitcoin (BTC) das bis heute gültige Allzeithoch von 20.000 US-Dollar erklomm, war in der Kryptoszene Goldgräberstimmung verbreitet. Im Wochentakt wurden neue Kryptowährungen auf den Markt gebracht mittels ICO und Millionenbeträge auch für windige Projekte eingesammelt. Von dem damaligen Boom hat wohl John McAfee mächtig profitiert, sich aber im Nachhinein jetzt großen Ärger eingehandelt. Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC wirft ihm in einer Anklage vor, mindestens 23 Millionen US-Dollar Einnahmen erzielt zu haben dadurch, dass er für Schleichwerbung rund um sieben ICOs bezahlt wurde. Gleichzeitig geht auch das US-Justizministerium gegen John McAfee und schreibt in einer Pressemitteilung, dass McAfee in Spanien festgenommen wurde. Er solle in die USA ausgeliefert werden, wo ihm der Prozess wegen Steuerhinterziehung im großen Stil bevorstehe.

John McAfee im Visier der US-Behörden

John McAfee machte sein erstes Vermögen mit der nach ihm selbst benannten Softwarefirma für Computersicherheit, die er schon Ende der 1990er Jahre verkaufte. Schon früh engagierte er sich für Bitcoin und Co. und prognostizierte einen Kurs von BTC bis Ende 2020 von 1 Millionen US-Dollar – sonst werde er seinen „eigenen Penis essen“. Aufmerksamkeit zog auch immer wieder der Lifestlye von McAfee auf sich, in dem von Drogen über Frauen und Mordvorwürfen bis hin zu erfolgreichem Entrepreneurship so ziemlich alle Elemente für einen Hollywood-Film versammelt sind.

Die SEC startet ihre Vorwürfe gegen McAfee gleich mit dem Hinweis auf „Hunderttausende von Followern auf Twitter“. Diese habe er systematisch hinters Licht geführt, als er seine Reichweite dafür nutzte, von November 2017 bis Februar 2018 ICOs zu bewerben ohne Hinweis auf Bezahlung dafür. Dazu kommen demnach weitere Schleichwerbung für Investmentstrategien in der Kryptobranche. Fein säuberlich zählt die SECV die Einnahmen dafür von McAfee auf, die von mindestens sieben verschiedenen Parteien stammen sollten, jeweils im Zusammenhang mit einer ICO. Bezahlt wurde demnach ungefähr hälftig in den neuen Coins und in Bitcoin (BTC) beziehungsweise Ethereum (ETH). So soll McAfee insgesamt für rund drei Dutzend Tweets umgerechnet gut 23 Millionen US-Dollar eingenommen haben. Die SEC will nun McAfee und seinen Assistenten Jimmy Watson vor eine Jury stellen. Sie fordert Geldstrafen, Entschädigungen und ein Geschäftsverbot für McAfee.

Die Staatsanwaltschaft Tennessee unterstützt vom US-Justizministerium und Steuerbehörden will McAfee gleich hinter Gittern sehen. Sie wirft ihm Steuerhinterziehung in fünf Fällen vor sowie das Nichtabgeben von Steuererklärungen. McAfee soll von 2014 bis 2018 systematisch Einnahmen auf Konten von Strohmännern verbucht und auch erhebliche Beträge in Kryptowährungen verschleiert haben, heißt es in der Anklageschrift. Zudem habe er Luxusgüter wie eine Yacht und ein Anwesen vorsätzlich mit Täuschungsabsicht auf fremde Namen registriert. Für diese Vergehen drohen langjährige Gefängnisstrafen. McAfee wurde laut den offiziellen Informationen in Spanien verhaftet und soll nun an die USA ausgeliefert werden.

Fazit: John McAfee wirft Schlaglicht auf ICO Blase

Aus Sicht der Kryptobranche sind die Beschuldigungen McAfee gegenüber von Seiten der SEC besonders brisant. Zwar wurde bislang nicht enthüllt, welchen ICOs und Altcoins der berühmt-berüchtigte McAfee zugearbeitet haben soll. Und auch die sogenannte ICO Blase ist längst geplatzt. Doch in einem öffentlichen Prozess dürften noch so pikante Details bekannt werden, die aufzeigen, wie so mancher mit Luft Geld verdient hat.

McAfee hat sich – soweit bekannt – bisher nicht zu Wort gemeldet. Sein Twitter-Account zählt zwar mittlerweile fast 15 Millionen Follower, ist aber seit Freitag verwaist. Seine Zukunftsaussichten scheinen nicht rosig, die Vorwürfe sind massiv.

Gerade erst letzte Woche wurde in den USA hart gegen die Verantwortlichen der Kryptobörse BitMEX vorgegangen und so drängt sich der Verdacht auf: Die amerikanische Justiz und Finanzaufsicht knüpft sich nunmehr auch Prominente aus der Kryptobranche vor. Zumindest temporär könnte sich davon sogar der Gesamtmarkt verunsichern lassen.


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