Krypto-Winter führt zu Entlassungen und Restrukturierungen

Die anhaltend niedrigen Kurse von Bitcoin und Co. fordern ihren Tribut auch auf dem Arbeitsmarkt, der mit Kryptowährungen zusammenhängt.

Das angesehene Wall Street Journal schreibt mit gerissener Ironie: „Entlassungen werden das neueste Ding bei den Kryptowährungen“. Doch abseits der Häme, die sich hinter der Schlagzeile verbirgt, sind in der Analyse Fakten gesammelt. ConsenSys beispielsweise, einer der großen Software-Dienstleister im Umfeld der Ethereum Blockchain, reduziert seine Belegschaft um 13 Prozent und nennt dies ConsenSys 2.0. Im Klartext: Von den bisher knapp 1.000 Beschäftigten müssen mehr als 100 gehen. Kryptisch der letzte Satz bei dieser Ankündigung: „Es ist nur der Anfang“. Hat hier jemand den Glauben in die Zukunft der Kryptowährungen verloren?

Problem Bezahlungsmodell in der Krypto-Branche

Das WJS (Wall Street Journal) nennt in seinem Bericht weitere Beispiel von Entlassungen, aber weist auch auf eine kritische generelle Frage hin: Oft werden in der Krypto-Branche zumindest Teile des Gehalts in Kryptowährungen bezahlt und dieser Teil hat im Krypto-Winter 2018 massiv an Wert verloren. So soll es deshalb mittlerweile Beschäftigte geben, die aus freien Stücken gehen und sich nach Jobs in anderen IT-Feldern umsehen. Rob Behnke, Gründer der Token Agency, spricht selbstkritisch davon, dass man das Risikomanagement unterschätzt habe. „Wir haben nicht berücksichtigt, dass es so schnell und abrupt gehen kann“, meint Behnke, der sein Team auf vier Personen reduzieren musste.

Krypto-Winter 2018 – der Blick auf den Arbeitsmarkt

Die Zahl von Suchen nach Jobs im Bereich Kryptowährungen und Blockchains beim einschlägigen Portal Indeed sind zuletzt um drei Prozent gefallen, während sie vor einem Jahr noch ein Plus von fast 500 Prozent verzeichnete. Auf der anderen Seite werden zwar weiterhin viele Jobangebote gepostet, aber nicht mehr so explosiv wie zuvor. Die Tendenz wird von Raman Shalupau bestätigt, der im Oktober 2017 das spezialisierte Portal Crypto Jobs List gründete.

Vorallem Unternehmen die eine ICO durchgeführt haben sind in Schwierigkeiten

Besonders hart hat der Krypto-Wunter Unternehmen getroffen, die eine ICO durchgeführt haben und noch immer einen Großteil ihrer Einnahmen daraus in Krypto halten. Viele Kryptowährungen sind seit dem Allzeithoch um über 90% gefallen. Wer also zu Beginn des Jahres noch 10 Millionen Euro in Krypto hatte, der hat zum Teil mittlerweile weniger als 1 Mio. davon noch übrig.

Frostige Zeiten für Krypto-Arbeitnehmer – worüber du nachdenken solltest

Traditionell freuen sich Anleger häufig, wenn die Unternehmen ihrer Wahl Restrukturierungen inklusive Entlassungen ankündigen. Denn oft verbirgt sich dahinter durch weniger Personalkosten später mehr Gewinn. Im noch jungen Krypto-Markt aber könnte dies anders sein. Denn schließlich sind die dort gefragten Programmierer und Experten auch heftig von anderen Internetgrößen wie Apple, Microsoft und Co. umworben. Jeder Personaler weiß, wie schwierig es ist, Fachkräfte zu gewinnen und wie lange es braucht, diese konkret einzuarbeiten. Das Abstoßen von personellen Ressourcen ist kein gutes Zeichen. Es bleibt unangenehm kalt rund um große Teile des Krypto-Markts.


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