LUNA (Terra) 99 Prozent Minus, UST kämpft ums Überleben – Drama am Kryptomarkt

Katastrophenstimmung am Kryptomarkt: Das Ökosystem von Terra kollabiert. LUNA hat seinen Wert nahezu komplett verloren, der vormalige Stablecoin UST ist in der Todeszone gefangen. Hier der Überblick.

Was am Wochenende schleichend begann und von Montag an rasante Dynamik annahm, hat sich bewahrheitet: Das Ökosystem von Terra (LUNA) ist in sich zusammengebrochen und hat den Krypto-Gesamtmarkt in einen Abwärtsstrudel getrieben. Drei wichtige Kennzahlen:

– LUNA selbst als Dreh- und Angelpunkt im Ökosystem notiert am Donnerstagmorgen bei Ständen unter 0,50 US-Dollar. Noch im März 2022 hatte LUNA Allzeithochs von über 100 US-Dollar gefeiert. Mit mehr als 99 Prozent Wertverlust ist LUNA jetzt auf Niveau eines Shitcoins abgestürzt, zig Milliarden Kapital wurden fast über Nacht vernichtet und Anleger haben hier fast einen Totalverlust erlitten.

– Der eigentlich durch LUNA algorithmisch abgesicherte Stablecoin UST (TerraUSD) konnte trotz Rettungsversuchen nicht die 1:1 Anbindung zum US-Dollar wiederherstellen. Für UST wird zwar noch ein theoretischer Wert von um 0,6 US-Dollar angegeben, doch es fehlen Käufer an den großen Kryptobörsen.

– DeFi unter LUNA mit UST war bis zum Sonntag ein Wachstumsmarkt und hatte um 30 Milliarden US-Dollar Kapital angezogen. Übergeblieben sind nach dem Kollaps laut den Zahlen von DeFiLlama gut 3 Milliarden US-Dollar. Für Dutzende Projekte dürfte dies das Aus bedeuten.

Terra Gründer Do Kwon im Kreuzfeuer – Vergangenheit holt ihn ein

Noch am gestrigen Mittwoch hatte der Gründer von Terra, Do Kwon, von Rettungs- und Wiederaufbauplänen für LUNA und UST geredet. Sein letzter Vorschlag auf Twitter war, durch die Ausgabe neuer Sonderziehungsrechte frisches Kapital in das Ökosystem von Terra zu locken. Doch es zeigen sich weder Begeisterung noch Erfolgschancen für dieses Modell.

In die ohnehin tragische Situation platzte eine Nachricht des US-Fachmagazins CoinDesk. Dieses enthüllte exklusiv, dass Do Kwon unter anderem Namen im Jahr 2020 einer der Verantwortlichen für den schnell gescheiteren Stablecoin Basis Cash (BAC) war. Auch BAC sollte wie UST seine Stabilität durch Algorithmen und nicht durch Geldreserven erreichen. Do Kwon hat die Nachricht bisher nicht kommentiert und steht nun unter dem Verdacht, Pleitenprojekte in Serie zu starten.

In den USA erwarten Fachleute, dass die Börsenaufsicht SEC und andere Behörden den Fall Terra und Do Kwon genauer unter die Lupe nehmen werden. Wurden Investoren mit falschen Versprechen angelockt? Ergeben sich Hinweise auf ein Schneeballsystem? Konnte mit Insider-Trades Kapital gerettet oder gar gegen LUNA und UST spekuliert werden? Kaum ein Vorwurf scheint im Moment zu abwegig.

Schwarze Woche für Bitcoin und Co. – beginnt jetzt lange Regenzeit?

Im Zuge der Panik, die von LUNA und UST ausging, haben Bitcoin (BTC) und durchweg alle wichtigen Altcoins mächtig Federn gelassen. Bitcoin ist auf um 27.000 US-Dollar zurückgefallen und damit auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2020. Bei Ethereum (ETH) als der Nummer Zwei unter den Kryptowährungen sieht es kaum besser aus: Mit aktuell um 1.800 US-Dollar pro ETH wurde die psychologische wichtige Marke von 2.000 US-Dollar unterschritten und für Ethereum stehen über die Woche fast 40 Prozent Preissturz zu Buche.

Ganz egal, welchen Altcoin man sich heute herauspickt: 30 Prozent Minus über die letzten Tage sind fast schon ein positives Zeichen, Shooting Stars aus 2021 wie Solana (SOL) und Cardano (ADA) sind gar um 50 Prozent eingebrochen. IOTA ging um 54 Prozent in die Knie.

Eine tiefere Analyse der Schockwellen und Dominoeffekt steht noch aus. Feststehen dürfte, dass das Konzept algorithmischer Stablecoins wie UST nicht so schnell wiederkehrt. Die gesamte DeFi Sparte wurde durch den Crash von LUNA und UST diskreditiert, wo man mit um 19 Prozent Jahreszins für Anlagen in TerraUSD geworben hatte. Ob und wann auf dem Krypto-Gesamtmarkt wieder unterschieden wird zwischen offensichtlich fragwürdigen Projekten und bewährten Kryptowährungen, muss die Zukunft zeigen.

Fazit: UST und LUNA sind am Ende – Kollateralschäden riesig

Wer im Moment noch an eine Rettung von LUNA und UST glaubt, muss sich wohl als „naiver Träumer“ verspotten lassen. Diejenigen, die zu UST immer schon „zu schön um wahr zu sein“ sagten, dürfen sich bestätigt fühlen. Für die Kryptoindustrie im Ganzen geht es jetzt darum, den Flächenbrand zu löschen.


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