Nach Rekord ICO: Tezos sieht sich mit Sammelklage konfrontiert

Tezos (XTZ) hat im Juli 2017 ein ICO hingelegt, bei dem rekordverdächtige 232 Millionen US-Dollar in Kryptowährungen eingesammelt wurden. Doch XTZ und seinen Gründern droht Ungemach: Ein US-Gericht hat eine Sammelklage zugelassen, die darauf abzielt, dass XTZ nicht ordnungsgemäß als Securities beworben worden seien. Es drohen Schadensersatzforderungen.

Tezos (XTZ) steht vor Gericht und die Situation wird brenzlig. Ein Gericht in San Francisco hat eine Sammelklage gegen Tezos vorläufig zugelassen. Die Klägerseite zielt dabei darauf ab, dass beim ICO von Tezos nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Die Anwaltskanzlei Restis macht beispielhaft geltend, dass es sich bei der Herausgabe des XTZ um Securities (Wertpapiere) gehandelt habe. Dies sei den Käufern aber nicht vermittelt worden. Hinter Tezos steht das Ehepaar Arthur Breitman und Kathleen Breitman. Sie argumentieren, dass die USA juristisch nicht zuständig seien. Die ICO wurde aus der Schweiz organisiert. Zudem habe die ICO den Charakter eines Spendenevents gehabt, die dem die Spender innovative Technologie unterstützen wollten und dafür mit XTZ beschenkt wurden. Doch das US-Gericht erklärte sich jetzt als zuständig und deutete damit an, inhaltlich der Klägerseite eher als den Beklagten folgen zu können. Eine nächste Anhörung ist anscheinend für den April 2019 angesetzt.

Arthur Breitman und Kathleen Breitman

Sammelklage gegen Tezos – Droht der Totalausfall?

Im November 2018 machte die US-Börsenaufsicht SEC mit zwei Entscheidungen klar, dass sie ICOs häufig als Ausgabe von Securities bewertet. Betroffen waren damals Paragon (PRG) und der AirToken. Es wurden Bußgelder und Entschädigungsprogramme verordnet. Bei Tezos ist die Lage potenziell noch gefährlicher. Denn die US-Praxis von Sammelklagen ist dafür bekannt, dass Riesensummen an Schadensersatz erstritten werden. Ein Anhaltspunkt: Bei der ICO des XTZ notierte der Kurs bei um einen US-Dollar, aktuell werden etwa 0,35 US-Dollar vermerkt. Experten weisen aber darauf hin, dass sich die Kläger auf interne E-Mails als Beweismittel stützen. Sie sollen belegen, dass die Breitmanns wussten, was sie taten und gezielt eine Regulierung des XTZ vermeiden wollten. Doch die bereits bekannten Dokumente lassen sich auch anders lesen und sind vielleicht aus dem Zusammenhang gerissen. Eine schnelle Entscheidung ist jedenfalls nicht zu erwarten.

ICOs und Krypto-Securities in den USA ein gefährliches Pflaster

Das Klima in den USA in Sachen ICOs und der Klassifizierung von Kryptowährungen als Securities weist in den vergangenen Monaten auf totales Abkühlen hin. Die Gefahr, nach einer ICO wegen unzureichender Dokumentation belangt zu werden, zeigt sich im Fall XTZ erneut. Eine abschließende juristische Bewertung erfolgt vor Gericht.


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