Neuer DeFi-Token YAM zieht auf Anhieb Hunderte Millionen US-Dollar an

Am Dienstag wurde das Konzept eines DeFi-Token names YAM online gestellt und sofort begann auch die Ausgabe. Mittlerweile sind bereits mindestens umgerechnet 400 Millionen US-Dollar in YAM gebunden, während die Entwickler einen Fehler im Code eingestehen müssen.

Mit einem freundlichen Emoji als Symbol ging YAM am Dienstag an den Start, angekündigt durch einen Blogpost. Die Entwickler versprachen ein „Experiment“ im Bereich DeFi und einen Token, der durch Preisstabilität und Selbstverwaltung punkten werde. Schon in den ersten 24 Stunden schichten Anleger umgerechnet mehr als 400 Millionen US-Dollar in Richtung YAM um und legten es in dortigen Smart Contracts fest. Was nach einer beeindruckenden Erfolgsgeschichte klingt, ist aber empfindlich gestört durch den Aufruf vom YAM-Team auf Twitter, das Projekt zu retten. Denn es sein ein Fehler (Bug) entdeckt worden, der sofort mit Mehrheitsentscheidung repariert werden müsse.

YAM – was ist das eigentlich?

In der Kryptobranche boomt die DeFi-Sparte und Anleger versuchen, Profite aus Kursunterschieden zu schlagen. Wenn es nun gelingt, für die DeFi-Token plus Lending-Hebel Preisunterschiede an Wechselbörsen zu realisieren, summieren sich die Gewinne schnell in schwindelerregende Millionenhöhen.

YAM wollte diese Kette radikal vereinfachen und stampfte dafür einen eigen Token mit Ursprungswert Null aus dem Boden. Der Wert von YAM werde dadurch entstehen, dass Nutzer ihre Anteile an führenden DeFi-Protokollen an YAM übertragen (z.B. COMP, LEND, LINK, MKR, SNX, WETH, YFI) . Gleichzeitig soll ein eingebauter Stabilitätsmechanismus bei YAM dafür sorgen, dass YAM eng 1:1 an USD-Stablecoins gebunden bleibt. Dazu werden – in der Theorie – regelmäßig YAM verbrannt oder neu generiert, über Zukunftsfragen sollen die Besitzer von YAM demokratisch entscheiden. Im Kurztext: YAM vereint Staking-Profite und DeFi-Profite mit integrierter Stabilitätskontrolle und transparenten Entscheidungsprozessen.

Garniert mit einer freundlich lächelnden Sonne als Emoji für YAM haben darin Anleger die eierlegende Wollmilchsau festgemacht und sich auf das Experiment YAM eingelassen. Dezent überlesen wurde dabei wohl, dass YAM zwar überwiegend auf bereits bewährten Protokollen basiert, doch diese in ihrem Zusammenspiel vor dem Launch keinem echten Test aussetzt wurden. YAM hatte darauf hingewiesen und was sich nun dort abspielt, wird in einem Hilferuf der Entwickler beschrieben.

Ein simpler Fehler im Code führte aktuell dazu, dass mehr YAM generiert werden als Werte vorhanden sind. Läuft das Faß über, ist YAM unsteuerbar, weil die echten YAM nicht mehr genügend Stimmkraft aufbringen, um den gesamten, künstlichen Gesamtbestand zu überstimmen. Ob die Rettungsaktion gelingt, ist zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes unklar (es ist aber davon auszugehen). Zumindest sollen die DeFi-Token, die bei YAM für Staking gelagert sind, sicher sein, heißt es.

Fazit: Blitzstart von YAM droht abruptes Ende

Was bei YAM rasant begann, war der Aufsprung auf das Trendthema DeFi. Es gelang tatsächlich, innerhalb kürzester Zeit Krypto-Kapital in großem Stil anzuziehen, Coinmarketcap sieht die Marktkapitalisierung von YAM bei bereits knapp 1,5 Milliarden US-Dollar trotz scharf einknickendem Kurs. In jedem Fall eignet sich YAM als Beispiel dafür, nicht jedem neuen Projekt blindlings zu vertrauen, welches sich DeFi auf seinen Fahnen schreibt.


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