Ripple (XRP) gegen US-Börsenaufsicht SEC prominent auch beim Wall Street Journal

Das angesehene Wall Street Journal (WSJ) hat auf seinen Kommentarseiten Platz für zwei Beiträge freigeräumt, die den anhaltenden Rechtsstreit zwischen Ripple (XRP) und der US-Börsenaufsicht SEC verdeutlichen.

Seit 1889 gilt das Wall Street Journal (WJS) als ein US-Qualitätsmedium und dort geführte Diskussionen erreichen international ein Millionenpublikum. So fällt der Kryptobranche auf, dass das WJS im August gleich zweimal Gastkommentare prominent veröffentlicht hat, welche das Thema Regulierung von Bitcoin und Co. allgemein und speziell das Schicksal von Ripple (XRP) aufgreifen. Zuerst äußern durfte sich der Chef der US-Börsenaufsicht SEC Gary Gensler, der in seinem Kommentar erklärt, warum seine Behörde auch für Kryptowährungen zuständig sein sollte. Er verweist auf die Aufgabe der SEC als Verbraucherschützer und wählt die Entwicklungen in der Autoindustrie als Vergleich. Ob Fahrzeuge nun mit Benzin oder Strom fahren – immer solle ein Sicherheitsgurt die Insassen schützen, so Gensler.

Die SEC hat mit ihrem Verfahren gegen Ripple (XRP) seit Dezember 2020 den bisher größten Prozess gegen ein Unternehmen der Kryptoindustrie angestrengt. Sie will beweisen, dass Investoren bewusst getäuscht wurden und Ripple für den Verkauf von XRP eine Genehmigung der SEC gebraucht habe. Ripple sieht das natürlich anders und so kommt beim WSJ auch Stu Alderoty als Generalanwalt von Ripple zu Worte. In seinem Kommentar schreibt Alderoty, die SEC wolle die „Krypto-Polizei der USA“ werden, verkenne aber die Realitäten. Der Vergleich von Gensler zur Automobilindustrie hinke, weil E-Autos eben kein Benzin mehr brauchen und so eine neue Entwicklungsstufe markieren. Gensler und sie SEC würden sich so verhalten, als ob sie selbst noch Benzin verkaufen und alle belangen wollen, die schon auf E-Autos umgestiegen sind, so Alderoty.

Generell haben sich Hoffnungen der Kryptoindustrie nicht erfüllt, dass mit US-Präsident Joe Biden mehr regulatorische Offenheit zu Bitcoin und Co. in den USA entstehen könnte. Bidens Vorgänger Donald Trump hatte sich offen gegen Kryptowährungen gewandt und scharfe Regulierung gefordert. Biden sorgte mit Gary Gensler zwar für einen neuen Chef bei der SEC, aber dieser sieht Kryptowährungen ebenfalls äußerst skeptisch und hat das Vorgehen der SEC dazu forciert.

Fazit: SEC gegen Ripple und XRP – keine Einigung in Sicht

Man darf es dem WSJ positiv anrechnen, den wichtigsten Krypto-Prozess der letzten Jahre durch Kommentare von handelnden Personen abzubilden. Inhaltlich aber liefern die Kontrahenten nichts Neues, sie können die Position der Gegenseite nicht einmal als Diskussionsgrundlage respektieren. So sind die zwei Meinungsstücke wohl als weiteres Mosaikteilchen zu interpretieren in der Prognose, dass Ripple und die SEC sich nicht außergerichtlich einigen werden, sondern erst ein Gerichtsurteil den erbittert geführten Konflikt beenden kann.


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