Skandal um QuadrigaCX weitet sich aus: Cold Wallets sind leer

Im Fall der zahlungsunfähigen kanadischen Kryptobörse QuadrigaCX sind neue Informationen bekannt geworden. Die gerichtliche beauftragte Wirtschaftskanzlei Ernst & Young hat einen Zwischenbericht vorgelegt, dem zufolge auf den von QuadrigaCX genutzten Cold Wallets keine Guthaben mehr zu finden sind.

Schlechte Nachrichte für die Kunden der Kryptobörse QuadrigaCX: Die leisen Hoffnungen, doch noch an Guthaben zu gelangen, haben einen heftigen Dämpfer erhalten. Denn der bisherige Erklärungsversuch von QuadrigaCX für die Misere scheint sich als falsch herauszustellen. Die Börse hatte Anfang Februar noch behauptet, sie könne nicht an die Kundeneinlagen gelangen, weil durch den Tod von CEO Gerald Cotten auch die Private Keys zu den Cold Wallets verschwunden seien. Daraufhin setzte ein kanadisches Gericht die Wirtschaftskanzlei Ernst & Young ein, um die Interessen von Schuldnern zu schützen, quasi als Insolvenzverwalter. Ernst & Young hat jetzt einen Zwischenbericht ihrer Arbeit publiziert – und siehe da: Es wurden zwar Adressen von insgesamt sechs Cold Wallets identifiziert, die QuadrigaCX zuzurechnen sind. Die Krux aber: Fünf der Cold Wallets sind demnach bereits seit April 2018 leer geräumt. Eine sechste Cold Wallet hatte zwar noch bis wenige Tage vor Cottens Tod Guthaben von 31 Bitcoin (etwa 118.000 US-Dollar), aber auch diese wurden auf andere Wallets transferiert. Kurzum: Was Ernst & Young aktuell weiß, ist, dass selbst ein Wiederauftauchen der Passwörter zu den Cold Wallets nicht helfen würde, Insolvenzmasse zu bilden.

Hat QuadrigaCX das Vertrauen seiner Kunden missbraucht?

Nach allem, was wir bisher wissen, sind bei QuadrigaCX mehr als 100 Millionen US Dollar an Kundengelder verschwunden. Mit internen Transaktionen zwischen Cold Wallets und schließlich Transaktionen zu anderen Kryptobörsen flossen die Kundengelder offenbar gezielt ab. Vielleicht wurden diese Gelder zu fehlgeschlagenen Spekulationsgeschäften genutzt, vielleicht in Fiat entnommen – das wird weiter geprüft. Doch wie auch schon andere unabhängige Analysten schlussfolgerten: Seriös hat sich QuadrigaCX nicht verhalten und die anfangs gestrickte Legende von unauffindbaren Zugangscodes lässt sich nicht halten. Die Anleger müssen von einem Totalverlust ausgehen, ihr Geld wurde von QuadrigaCX nicht so verwahrt wie eigentlich versprochen. Damit ist auch jetzt schon klar, bevor die nächsten Puzzlestücke dieses Skandals zusammengetragen werden: Du als Anleger solltest dich nicht darauf verlassen, dass Kryptobörsen deine Bitcoins und Co. lagern, sondern eine eigene Hardware Wallet nutzen.


Zur sicheren Aufbewahrung eurer Kryptoguthaben empfehlen wir euch den Ledger Nano X. Dieser hat auch bei unserem Hardware Wallet Vergleich am besten abgeschlossen.

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