Kryptobörse QuadrigaCX: Anleger bangen um ihr Geld nach dem Tod des CEOs

Kunden der kanadischen Kryptobörse QuadrigaCX befürchten den Totalverlust. Denn der Mitgründer und CEO von QuadrigaCX ist tot und die Passwörter zu den Wallets der Börse nicht auffindbar. Mindestens 147 Millionen US-Dollar in Kryptowährungen sind deshalb nicht mehr zugänglich.

Es ist eine der Geschichten, die der Krypto-Szene Angst machen sollte: Angeblich sicher angelegtes Geld verschwindet, weil der Zugriff auf Guthaben an fehlenden Passwörtern scheitert. Was schon im kleinen, privaten Maßstab tragisch sein kann, erlebt die kanadische Kryptobörse QuadrigaCX in groß. Aktuell geht es um 26.500 Bitcoin, 11.000 Bitcoin Cash, 11.000 Bitcoin Cash SV, 35.000 Bitcoin Gold, fast 200.000 Litecoin und um die 430.000 Ether. Zusammengerechnet liegt der Wert dieser Coins bei derzeit etwa 147 Millionen US-Dollar. Verwahrt wurden sie bei QuadrigaCX anscheinend in Hardware Wallets, auf die nun niemand mehr zugreifen kann. Als die Kryptobörse den Tod ihres Mitgründers und CEO Gerald Cotten am 14. Januar bekannt geben musste, war gleichzeitig noch die Rede davon, QuadrigaCX in seinem Sinn fortzusetzen. Jetzt aber sollen Insolvenzverwalter das Kommando übernehmen, denn es hat sich herausgestellt, dass niemand anders als Cotten selbst die Passwörter für die Wallets hatte. Dazu ist es wichtig zu wissen, dass Kryptobörsen den Großteil der Guthaben in sogenannten Cold Wallets aufbewahren. Diese sind nicht mit dem Internet verbunden und können daher nicht gehacked werden. QuadrigaCX hat dafür anscheinend Hardware Wallets genutzt wie z.B. den Ledger Nano S.

QuadrigaCX ist offline – schon früher durch Unregelmäßigkeiten aufgefallen

Wer aktuell versucht, sich bei QuadrigaCX einzuloggen, wird mit einer kurzen Mitteilung abgespeist. Dort heißt es, man habe in den vergangenen Wochen alles versucht, um doch Zugriff auf die Cold Wallets zu erlangen. „Leider waren die Anstrengungen nicht erfolgreich“, heißt es abschließend. Am heutigen 5. Februar 2019 solle ein Gericht in Kanada darüber entscheiden, ob die Wirtschaftskanzlei Ernst & Young als unabhängiger Dritter weitere Schritte begleitet. Diese Lösung sei im Einklang mit den Gesetzen zum Schutz von Gläubigern.

Besonders pikant ist die Angelegenheit, weil QuadrigaCX schon zuvor Probleme mit der Justiz hatte und unter Liquiditätsproblemen litt. Bei Reddit sind Details zu finden. Ebenfalls bei Reddit verbreiten nun Nutzer Theorien, die von vorgetäuschtem Tod bis zu Scam reichen. Erst im Oktober 2018 war die kanadische Kryptogemeinde aufgeschreckt, als bei der Börse MapleChange offenbar ein Exit Scam passierte.

Was lernst du aus dem Fall QuadrigaCX?

Je nach Quelle ist auch von bis zu 190 Millionen US-Dollar Schaden die Rede bei QuadrigaCX. Die derzeit bekannten Fakten geben Kunden wenig Hoffnung, ihre Guthaben wiederzusehen. Für dich als Anleger wird dadurch wieder einmal deutlich, dass es keine gute Idee ist, einer Kryptobörse die Aufbewahrung deiner Coins anzuvertrauen. Ob nun Scam oder nicht ausgereiftes Management – die Token bei QuadrigaCX dürften weg sein. Eine eigene Cold Wallet schützt vor solchen Ereignissen, natürlich vorausgesetzt, deine Passwörter und Private Keys sind sicher gelagert. Wenn ihr also sicher gehen wollt speichert eure Guthaben lieber auf einem Hardware Wallet wie dem Ledger Nano S oder dem neuen Ledger Nano X.

Update 05.02.2019 17:36 Uhr: Coindesk bekam mittlerweile den Totenschein von Gerald Cotten zugespielt. Dies macht die Geschichte des gefälschten Todes etwas unwahrscheinlicher. 

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