So zweifelhaft verdienten die IOTA Gründer Millionen mit unclaimed Tokens

Bei IOTA fliegen zwischen den Gründern Sergey Ivancheglo (CFB) und David Sønstebø öffentlich die Fetzen. Jetzt kommt raus: Der Streit dreht sich Millionensummen, welche die beiden durch ein fragwürdiges Manöver zur Seite geschafft haben.

IOTA beschäftigt derzeit kaum etwas mehr als der mit harten Bandagen ausgetragene Streit zwischen den Mitgründern David Sønstebø und Sergey Ivancheglo (Come-from-Beyond, CFB). Was man zunächst noch als einen Kampf von Egomanen belächeln konnte, entpuppt sich nun aber als ein Wirtschaftskrimi bei IOTA. Denn jetzt bekannt gewordene Details werfen die Frage auf, ob David Sønstebø und Sergey Ivancheglo nicht eigentlich gemeinsam in 2015 beim Start von IOTA Investoren im großen Stil betrogen haben. Dies könnte für die Glaubwürdigkeit von IOTA katastrophale Folgen haben und so auch den Kurs Richtung Null und Shitcoin drücken. Hier die Fakten:

  • Als das Projekt IOTA 2015 mit einer ICO Fahrt aufnahm, gab es im Hintergrund die Firma Jinn Labs (aus dieser ging IOTA hervor). Diese wurde von Sønstebø und CFB gegründet und spielt jetzt die Hauptrolle.
  • Denn 2015 wurden IOTA gegen Bitcoin (BTC) verkauft, doch die Token waren noch gar nicht generiert. Erst 2016 wurden IOTA tatsächlich an die früheren Investoren ausgegeben. In der noch jungen Kryptobranche kam es dazu, dass manche Investoren ihre schon bezahlten IOTA gar nicht beanspruchten (unclaimed).
  • Gleichzeitig aber haben sich die Erstinvestoren dazu bereiterklärt, 5 Prozent ihrer IOTA abzuführen, damit eine IOTA Stiftung das gesamte Projekt künftig stabil finanzieren und weiterentwickeln kann. Die IOTA Stiftung ist als gemeinnützig in Berlin registriert.
  • Zumindest moralisch pikant ist, was sich Sergey Ivancheglo und David Sønstebø parallel zum Thema der nicht beanspruchten IOTA einfielen ließen: Denn die gingen nicht an die Stiftung, sondern wurden bei Jinn Labs geparkt. Und es handelt sich hier nicht um Kleinbeträge, sondern um rund 65 Tera IOTA, die bei aktuellen Kursen mehr als 20 Millionen US-Dollar wert sind.
  • Dies alles wissen wir erst jetzt, weil Dokumente und Chat Unterhaltungen geleakt wurden. Immerhin ist damit auch klar, auf welcher Grundlage CFB 25 Ti von David Sønstebø fordert.
  • Schon 2018 kam es zu öffentlichem Streit zwischen IOTA-Gründern auch damals wurden Chat Protokolle geleaked. Doch zu dem Zeitpunkt wurde der Zwist letztendlich relativ geräuschlos hinter den Kulissen geregelt.
  • David Sønstebø will CFB jetzt nur die Namensrechte an Jinn Labs überlassen, aber keine IOTA auszahlen. Er hat offensichtlich als einziger die Zugangsdaten zu den immer noch vielen Ti, die einst nicht beansprucht wurden.
  • Der Umgangston zwischen den beiden Hauptakteuren ist mehr als rau, Fäkaliensprache und private Beleidigungen sind zu Normalität geworden. Auf Twitter lässt sich dies nachlesen und für zarte Gemüter ist dies kein Vergnügen.

Fazit: Steht IOTA vor dem moralischen Bankrott?

IOTA hatte bei seiner ICO auch damit gepunktet, dass sich die Gründer nicht wie bei vielen anderen Kryptowährungen selbst Token zugeteilt hatten (pre-mining), sondern sie nach der bislang gültigen Darstellung für eigenes Geld kauften. Diese Version ist jetzt nicht mehr haltbar, in Wirklichkeit haben sich David Sønstebø und CFB die IOTA eigenmächtig vereinnahmt, die von den eigentlichen Käufern nicht beansprucht wurden. Ist das moralisch in Ordnung? Wie sieht es aus juristischer Sicht mit solchem Verhalten aus? Achten die Erfinder von IOTA überhaupt noch darauf, was mit ihrem Projekt passiert, oder geht es ihnen nur noch darum, Pfründe zu retten?

Der Kurs von IOTA zeigt sich relativ stabil, allerdings auf dem niedrigen Niveau, welches sich eingependelt hat unter anderem darum, deshalb, weil der Umbau zu einem wirklich dezentralen Netzwerk nicht vorankommt (Stichwort Coordicde). Werden die IOTA-Partner aus der Großindustrie jetzt kalte Füße bekommen, weil ihnen klar wird, mit welchen Menschen sie verhandeln und kooperieren? Denn eins ist auch klar: IOTA als Kryptowährung wackelt bereits seit geraumer Zeit, weil Anwender zwar das gebührenfreie Tanglenet schätzen, um im Internet der Dinge (IoT) Automatismen zu organisieren. Doch für IOTA als Kryptowährung hat kaum ein namhafter Partnern Sympathien bekundet über Pilotprojekte hinaus gibt es bisher keine Anwendungen.

Wir haben die Vorgänge und die Hintergründe für Euch auch noch in einem Video aufbereitet. Macht Euch selbst ein Bild davon, wie es bei IOTA hinter den Kulissen zugeht. Der bisherige Tenor aus der Kryptoszene: Die MIOTA, die Millionen wert sind und bewusst versteckt wurden, sollten schnellstmöglich an die IOTA Stiftung überführt werden.


Wer noch keine IOTA hat kann sie gegen Euro bei eToro kaufen. Gegen Bitcoins und Ethereum wird IOTA bei Binance gehandelt. Eine Anleitung dazu findet ihr hier.

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5 Kommentare

  1. Also ich sehe da kein Problem wenn 50 TI von den Gründern aufbewahrt werden, die nicht von Investoren abgeholt wurden. Die in den Foundationtopf zu zahlen sehe ich nicht als zwingend notwendig. Nur weil die getrennt gelagert werden heißt das ja nicht, dass die zum Privateigentum der Gründer geworden sind. Der Einzige der bisher persönliche Ansprüche daran stellt ist doch CfB, der dank seines destruktiven Verhaltens die Foundation verlassen hat ( wurde ). Das zeigt doch klar wer hier der böse Bube ist.

  2. Vergleichen Sie den IOTA-Tokensale mit denen von anderen Projekten und sie werden sie, dass es einer der fairsten überhaupt war. Die Gründer haben vor dem Tokensale gesagt, dass sie die nicht abgeholten Token einkassieren. Jetzt geht es lediglich darum, wer von den Beiden sie bekommt.

    Falsch ist noch, dass es 5% Verpflichtung zur Spende gab. Lesen Sie nach im Bitcointalk. Es gab nur die große Bitte von David, es zu spenden. Niemand wurde „gezwungen“.

    • Das der IOTA Token sale wesentlich fairer war als beispielsweise bei Ethereum wo es ein pre-Mining gab habe ich im Video mehrfach lobend erwähnt. Leider aber hier im Text nicht genannt.

      Mit den Token aus dem Token sale die für die foundation genutzt wurden war unglücklich formuliert. Es ist natürlich richtig, dass erstinvestoren freiwillig Token abgegeben haben.

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